Der Zeppelin ist im Sommerhalbjahr nicht nur am Bodensee unterwegs. Hin und wieder werden die Luftschiffe aus dem Häfler Zeppelin-Hangar auch für wissenschaftliche Zwecke genutzt. So etwa, wie bei der neusten Forschungsreise des Zeppelins ins Rheinland.

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Voraussichtlich heute Vormittag soll das Luftschiff in Friedrichshafen starten und nach Bonn-Hangelar fliegen. Von dort aus sind in den kommenden Tagen einige Forschungsflüge geplant.

Das Forschungszentrum Jülich ist für diese Flüge zuständig und beschäftigt sich mit der Frage, wie sich der Shutdown als Folge der Corona-Pandemie auf die Luftqualität in der Troposphäre im Rheinland auswirkt.

Presserundgang im Zeppelin-Hangar: Nicht nur bei der Besichtigung der Kabine heißt es in der Corona-Zeit genügen Abstand zu halten.
Presserundgang im Zeppelin-Hangar: Nicht nur bei der Besichtigung der Kabine heißt es in der Corona-Zeit genügen Abstand zu halten. | Bild: Mona Lippisch

Elektroingenieur Christian Wesolek vom Forschungszentrum erklärt bei einem Presserundgang im Hangar: „Mit an Bord haben wir zwei spezielle Geräte. Mit diesen messen wir die Spurenstoffe in der Luft, zum Beispiel Co2, Methan oder Schwefeldioxid.“ Hinzu kommen zwei Partikelzähler, die den Feinstaubgehalt in der Luft erfassen.

Instrument misst zehn Spurenstoffe in der Luft gleichzeitig

Eines der Messgeräte ist in einer etwa 20 Kilogramm schweren Aluminiumbox im Inneren des Luftschiffs verstaut. Mit diesem Instrument können gleichzeitig zehn verschiedene Spurenstoffe gemessen werden. „Es ist eine Bereicherung und ein enormer Fortschritt für uns, dass wir dieses Gerät haben“, sagt Physiker Benjamin Winter vom Jülicher Forschungszentrum.

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Zusätzlich wurde ein optisches Gerät am Zeppelin installiert, das eine Vielzahl von Spurenstoffen aufzeichnet, die für Klima und Luftqualität relevant sind.

Dieses Gerät dokumentiert Spurengase, die für Klima und Luftqualität relevant sind. Der dünne, durchsichtige Schlauch links saugt Luft ins Innere des Zeppelins. Dort steht ein weiteres Forschungsinstrument.
Dieses Gerät dokumentiert Spurengase, die für Klima und Luftqualität relevant sind. Der dünne, durchsichtige Schlauch links saugt Luft ins Innere des Zeppelins. Dort steht ein weiteres Forschungsinstrument. | Bild: Mona Lippisch

Mit an Bord sind bei den Forschungsflügen zwei Zeppelin-Piloten sowie Physiker Winter und Ingenieur Wesolek. „Wir sind dabei, falls etwas mit den Geräten nicht funktioniert und wir Fehler beheben müssen“, erklärt Winter. Ausgewertet werden die Daten in der Zentrale in Jülich.

Flugziele sind beispielsweise Köln, Düsseldorf und die Eifel

Die Messflüge des Zeppelins führen das Forschungsteam unter anderem nach Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach, Jülich und die Eifel. „Wir wollen Vergleiche ziehen zwischen sehr besiedelten Orten mit vielen Menschen und unbewohnteren Flächen“, sagt Ingenieur Wesolek.

Physiker Benjamin Winter gibt einen Einblick in die Funktionsweise des Forschungsgeräts. Während ein Schlauch Luft ansaugt, erscheinen die Werte fünf Sekunden später auf dem kleinen Display.
Physiker Benjamin Winter gibt einen Einblick in die Funktionsweise des Forschungsgeräts. Während ein Schlauch Luft ansaugt, erscheinen die Werte fünf Sekunden später auf dem kleinen Display. | Bild: Mona Lippisch

Doch warum geht es mit dem Zeppelin auf Forschungsreise und nicht mit einem Hubschrauber oder Flugzeug? Benjamin Winter erklärt, dass das Luftschiff deswegen optimal für das Projekt sei, weil mehrere sechsstündige Flüge geplant sind, bei denen Höhen bis zu 1000 Meter geflogen werden.

„Er ist sehr ausdauernd“

Eckhard Breuer, Geschäftsführer Zeppelin NT, ergänzt: „Der Zeppelin eignet sich, weil er sehr niedrig und vor allem sehr lange fliegen kann. Er ist sehr ausdauernd. Außerdem kann er vertikal in die Höhe steigen. Dabei macht er weniger Lärm als ein Hubschrauber oder ein Flugzeug.“

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