Bis zum Sommer 2022 sollen sie auf den Straßen in Friedrichshafen zu sehen sein: drei autonom fahrende Shuttlebusse des Unternehmens ZF. Die Busse kommen im öffentlichen Nahverkehr auf einer Strecke vom ZF-Forum bis zum Klinikum zum Einsatz.

Land fördert Projekt mit 7 Millionen Euro

Möglich wird dieser Fortschritt mithilfe des Projektes „Reallabor für den automatisierten Busbetrieb im ÖPNV in der Stadt und auf dem Land“ (Rabus) des Landes Baden-Württemberg.

Verkehrsminister Winfried Hermann gab am Mittwoch den Startschuss und überreichte in einer digitalen Pressekonferenz einen Förderbescheid in Höhe von 7 Millionen Euro an Projektleiter Hans-Christian Reuss vom Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart.

Laut Torsten Gollewski, Leiter Autonome Mobilitätssysteme ZF, soll es „spätestens im Sommer 2022 soweit sein“. Dann sollen die autonom fahrenden Busse im normalen Verkehr „mitschwimmen“. Momentan fehle noch eine Zulassung, ohne die die Busse im Straßenverkehr nicht teilnehmen dürfen.

Torsten Gollewski, Leiter Autonome Mobilitätssysteme ZF Friedrichshafen, bei der Videokonferenz zum Startschuss des Projektes Rabus.
Torsten Gollewski, Leiter Autonome Mobilitätssysteme ZF Friedrichshafen, bei der Videokonferenz zum Startschuss des Projektes Rabus. | Bild: Mona Lippisch

Auch im autonom fahrenden Bus muss ein Fahrer sitzen

Ein weiteres Problem: Stand heute ersetzt der autonome Bus keinen Busfahrer. Denn laut aktueller Rechtslage müsse ein Fahrer zwingend dabei sein, erklärte Hans-Christian Reuss. „Die Rechtslage kann sich aber in den kommenden Monaten ändern. Dann ist es möglich, dass der Bus nur von einer externen Stelle aus überwacht wird.“

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Dennoch haben autonome Busshuttles nach Aussage von Torsten Gollewski „großes Potenzial, ein wichtiges Verkehrsmittel der Zukunft zu werden“. Zum einen transportiere man mit in den Bussen Menschen von A nach B. Zum anderen biete es den Vorteil, dass für Bürger Parkgebühren und die Parkplatzsuche wegfallen.

Die eingesetzten Shuttles von „2getthere“.
Die eingesetzten Shuttles von „2getthere“. | Bild: Rabus/2getthere

Stadt Friedrichshafen investiert 1,5 Millionen Euro

Oberbürgermeister Andreas Brand zeigte sich erfreut, dass Friedrichshafen bei Rabus mitwirken kann. Er sagte: „Wir fördern das Projekt mit 1,5 Millionen Euro, die wir in die Ausstattung der Signalanlagen im Stadtgebiet investieren. Es ist eine einzigartige Chance, die Mobilität mitzugestalten und nach vorne zu bringen.“

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