In seinem Vortrag sprach sich Wolf-Henning Scheider für eine neue Form des Individualverkehrs in Bezug auf die urbane Mobilität und gegen eine Verbotspolitik aus. Dabei nahm er Bezug auf die Grundwerte einer freiheitlichen Gesellschaft und betonte gleich mehrfach: „Regulierungen und Verbote, das passt nicht zu uns. Die Freiheit ist einer der Grundwerte unserer Gesellschaft.“ Deshalb sehe er eine Zunahme von Regulierungen und Verboten kritisch.

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„Das Erreichen der Pariser Klimaziele ist gesetzt“

Weiter schilderte er, dass ZF das Stadium des Diskutierens über aktuelle Herausforderungen längst hinter sich gelassen habe: „Staus und verstopfte Städte sind Fakt und das Erreichen der Pariser Klimaziele ist gesetzt.“ Anstelle von Verboten und Einschränkungen laute seine Lösung deshalb: technischer Fortschritt.

Erfahrungen der Automobilindustrie nutzen

Er wolle sogar noch einen Schritt weitergehen: „Die Automobilbranche ist die Lösung“, sagte er. 850 000 Arbeitnehmer in Deutschland befassten sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Mobilität. Diese Erfahrung sei wichtig, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Als ein Beispiel nannte er das Thema künstliche Intelligenz: „In Deutschland war die Automobilbranche die erste, die sich damit befasst hat.“

Neue Möglichkeiten durch künstliche Intelligenz

Durch automatisiertes und in der Zukunft autonomes Fahren werde es möglich sein, die Zahl der Verkehrstoten auf null zu reduzieren, zeigte er sich überzeugt. Für urbane Mobilitätskonzepte sehe er weiteres Potenzial: Seilbahnen etwa, die durch künstliche Intelligenz vor einem Ausfall anzeigen könnten, dass sie eine Reparatur benötigen. Solche Systeme seien vor allem für topografisch anspruchsvolle Städte wie Stuttgart interessant.

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Plug-in-Hybrid für alle?

Für die breite Masse sieht Scheider im Plug-in-Hybrid die ideale Lösung. „Wir haben bereits einen solchen Prototypen gebaut.“ Die vollelektrische Reichweite betrage zwischen 80 und 100 Kilometer – womit laut Scheider 90 Prozent aller Fahrten abgedeckt werden könnten. Der Verbrennungsmotor komme bei Langstrecken zum Einsatz. Reine Elektroautos sieht er durch fehlende Reichweite nicht als massentauglich an, diese seien eher als Zweitwagen denkbar.

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