Rauch dringt aus einem Flugzeug am Flughafen Friedrichshafen, auf dem Rollfeld liegen Tote und Verletzte. Man hört Sirenen, Krankenwagen und Feuerwehrautos rasen heran. Doch anders als noch im Januar, als eine Easyjet-Maschine am Flughafen notlanden musste, nachdem Rauch im Cockpit ausgetreten war, handelt es sich diesmal nur um eine Übung, die am Freitagnachmittag von 16 bis 18 Uhr 80 Einsatzkräfte von Polizei, Flughafen- und externer Feuerwehr sowie das Rote Kreuz auf Trab hält.

Bild: Mario Wössner

Das Übungs- und zugleich Horrorszenario: Der Fahrer eines Passagierbusses, der die Gäste zum Flieger bringen soll, erleidet am Steuer einen Herzinfarkt. Der Bus rammt ein tankendes Flugzeug. Es bricht Feuer aus, 17 Menschen werden verletzt, die drei Crewmitglieder, die gerade tanken, sind sofort tot. Bereits nach wenigen Augenblicken trifft die Feuerwehr des Flughafens ein.

Video: Mario Wössner

Die Passagiere, die sich während der Betankung nicht im Flugzeug befanden, sowie die Besucher im Bus sind zum Teil schwerstverletzt. Sie werden von den Rettungskräften der Flughafen-Feuerwehr aus dem Bus geborgen.

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Während die Flughafen-Feuerwehr selbst den Brand bekämpft, alarmiert sie zusätzlich externe Einsatzkräfte.

Besonders gefährlich ist bei Bränden an Flugplätzen, dass meist viel Treibstoff aus und oft viele Menschen im Spiel sind, erklärt Markus Winterhalter, Einsatzleiter und Chef der Flughafen-Feuerwehr. „Deshalb rücken bei solchen Einsätzen immer um die 100 Einsatzkräfte aus.“

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Um brennendes Kerosin zu löschen, könne die Feuerwehr kein Wasser verwenden. Es brauche einen bestimmten Löschschaum – wie bei der Übung.

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Etwa 30 Minuten nach dem Unglück trifft auch die Feuerwehr Meckenbeuren ein und unterstützt die Helfer vor Ort.

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Die Feuerwehr Friedrichshafen übernimmt derweil die Rettung des eingeklemmten Busfahrers sowie der Passagiere im Bus. Ein Notarzt versorgt die Verletzten zunächst vor Ort. Die Sanitäter des DRK transportieren sie anschließend ab.

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Um das Feuer zu löschen, setzen die Feuerwehren auf mehrere Einsatzgruppen – auch die Drehleiter kommt zum Einsatz.

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Einsatzleiter Markus Winterhalter fasst zusammen: Ziel der Übung war es, unter möglichst realistischen Bedingungen die Abläufe der Alarmierung, Einsatzabwicklung sowie die Zusammenarbeit von Flughafen, Einsatzkräften und der involvierten Behörden zu trainieren. Das habe gut funktioniert.

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Mit dem Vorfall im Januar hatte die Übung übrigens nichts zu tun. „Übungen dieser Art müssen alle zwei Jahre an Flughäfen durchgeführt werden. Das ist Vorschrift“, erklärt Winterhalter. Eigentlich hätte sie bereits 2021 stattfinden sollen, wurde wegen Corona aber um ein Jahr verschoben.

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