Laut Anklageschrift spielte sich in der Dezembernacht Folgendes ab: In der Charlottenstraße in Friedrichshafen stand ein Großraumtaxi, aus dem ein Mann mit blondem Haar stieg. Es näherte sich eine offenkundig betrunkene Frau, der mit etwas Abstand ihr Ehemann folgte. Der blonde Mann drängte die Frau auf den Beifahrersitz des Taxis, dessen Fahrer versprach, sie unentgeltlich nach Hause zu bringen. Als der Ehemann am Taxi angekommen war und einsteigen wollte, fuhr dieses davon und der Blonde kommentierte: „Der hat jetzt Spaß mit ihr.“

Frau kann aus Taxi fliehen und verständigt Ehemann

Nach ein paar weiteren Provokationen verschwand er und der Ehemann machte sich zu Fuß auf den Heimweg. Das Taxi war zwischenzeitlich in die Kitzenwiese gefahren und hatte am Straßenrand angehalten. Dann wurde der Taxifahrer übergriffig, schob den Mantel der Frau hoch und griff mit der freien Hand in deren Hose. Die Frau konnte aus dem Taxi fliehen, versteckte sich im Gebüsch und verständigte ihren Mann.

Das Taxi fuhr davon. Der Ehemann rief, während er zum Versteck seiner Frau eilte, die Taxizentrale an und als er seine Frau gefunden hatte, auch die Polizei. Kurz vor dem Eintreffen der Polizei tauchte auch das Großraumtaxi wieder am Tatort auf.

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Strafverteidiger bittet um Rechtsgespräch

Der angeklagte Taxifahrer äußerte sich vor Gericht nicht zu dem Vorfall, sondern ließ seinen Anwalt für sich sprechen. Nachdem Richter Oliver Kovatschevitsch die belastenden, übereinstimmenden und glaubwürdigen Zeugenaussagen der Frau und des Ehemannes gehört hatte, bat der Strafverteidiger um ein Rechtsgespräch. Das kommt am Amtsgericht Tettnang nur selten vor.

Angeklagter räumt Tat vollumfänglich ein und entschuldigt sich

Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft einigten sich darauf, eine Freiheitsstrafe von unter einem Jahr auszusprechen, falls der Angeklagte gestehen sollte. Der Strafrahmen liegt zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Der Mann ließ daraufhin durch seinen Verteidiger ausrichten, dass er die Tat in vollem Umfang einräume und dass es ihm leidtue.

Mann war bisher unbescholten

Richter Kovatschevitsch sprach eine Freiheitsstrafe von neun Monaten aus, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden soll, sofern der Mann keine Berufung einlegt. Zu den Verfahrenskosten kommt eine Geldauflage in Höhe von 2000 Euro. „Es lässt einen unzufrieden zurück, wenn man nicht aufklären konnte, warum Sie diese Tat begangen haben“, sagte Richter Kovatschevitsch zu dem bis dahin unbescholtenen Mann.

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