„Wir freuen uns“, sagt beispielsweise Alice Höpker, die mit Schwester Florentine das gleichnamige Café Höpker in Friedrichshafen-Fischbach betreibt. „Aber wir sind auch noch unsicher, wie genau dann alles ablaufen wird.“

Alice Höpker, Geschäftsführerin Café Höpker: „Wir freuen uns darauf, bald wieder Gäste bei uns im Café zu bewirten.“
Alice Höpker, Geschäftsführerin Café Höpker: „Wir freuen uns darauf, bald wieder Gäste bei uns im Café zu bewirten.“ | Bild: Lena Reiner

Genaue Regelungen für die Gastronomie für die Zeit ab 18. Mai wurden von der Landesregierung noch nicht veröffentlicht. Überhaupt, schildert Alice Höpker, hätten die Änderungen der Hygienevorschriften für die Gastronomie in den vergangenen Wochen für große Verwirrung gesorgt. „Vor der Schließung des Cafés haben wir die Kontaktdaten der Gäste notieren müssen, aber nur zwei Tage lang. Als wir es am dritten Tag fortsetzten, erfuhren wir, dass das schon gar nicht mehr Pflicht ist“, nennt sie ein Beispiel.

Ein Gast wartet vor dem Café Höpker, damit die Höchstzahl an Personen drinnen bei der Kuchenabholung nicht überschritten wird.
Ein Gast wartet vor dem Café Höpker, damit die Höchstzahl an Personen drinnen bei der Kuchenabholung nicht überschritten wird. | Bild: Lena Reiner

Auch die Kommunikation darüber sei ungenügend. „Kollegen in Wangen erhalten wichtige Änderungen postalisch vom Ordnungsamt oder von der Kreishandwerkerschaft“, erklärt Höpker. Sie hingegen habe Informationen regelrecht hinterhertelefonieren müssen. Oft sei es schwierig, eine verbindliche Auskunft zu erhalten. Die Unsicherheit erreiche auch die Gäste: „Selbst jetzt, nach acht Wochen, kommen noch Anrufe, ob wir überhaupt geöffnet haben.“ Dabei musste die Konditorei nie komplett schließen, die üblichen Öffnungszeiten sind beibehalten worden.

Noch ist die Bestuhlung an der Uferpromenade so gestapelt, dass niemand in Versuchung kommen kann, sich – entgegen der Corona-Verordnung – für ein Getränk oder einen Eisbecher niederzulassen.
Noch ist die Bestuhlung an der Uferpromenade so gestapelt, dass niemand in Versuchung kommen kann, sich – entgegen der Corona-Verordnung – für ein Getränk oder einen Eisbecher niederzulassen. | Bild: Lena Reiner

Enzo Sticcas italienisches Restaurant „La Taverna“ in Fischbach wird im Juli seit zehn Jahren bestehen. „Vielleicht dürfen wir das Jubiläum mit der Rückkehr zum Normalbetrieb feiern“, gibt er sich optimistisch. Seit etwas mehr als zwei Wochen bietet er einen Abholservice an, dafür hat er seinen Koch und eine Küchenhilfe aus der Kurzarbeit geholt. „Für die Kellner gibt es hier leider nichts zu tun“, sagt er, obwohl das Angebot gut angenommen werde.

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„Die Gäste sind froh, dass wir wieder da sind“, sagt Sticca. Trotzdem bestehe die Aufgabe im Service ohne Betrieb im Gastraum vor allem aus „Dasitzen“. „Das übernehme ich, denn als Geschäftsführer habe ich auch nebenbei immer etwas zu tun.“ Ab 18. Mai plane er damit, das gesamte Team wieder zu beschäftigen, zumindest auf 80-Prozent-Basis. Einen Mittagstisch wolle er nicht anbieten, denn „schnell und viel auf einmal geht mit Mindestabstand und Infektionsschutz einfach nicht“. Zum Ausgleich entfallener Sitzplätze soll das Abholangebot bestehen bleiben.

Enzo Sticca, Restaurant „La Taverna“, an der Ausgabestelle für Speisen, die abgeholt werden.
Enzo Sticca, Restaurant „La Taverna“, an der Ausgabestelle für Speisen, die abgeholt werden. | Bild: Lena Reiner

Auch auf dem Reblandhof Siebenhaller in Immenstaad-Kippenhausen macht sich vorsichtiger Optimismus breit. „Wir dürfen wohl ab 18. Mai nicht nur die Gaststätte, sondern auch unsere Ferienwohnungen wieder betreiben“, berichtet Stefan Siebenhaller.

Fürs Foto sitzen Stefan, Daniela und Jana Siebenhaller (von links) schon einmal Probe. Eine Garnitur hat dafür Stefan Siebenhaller in den Hof gestellt, wo ab 18. Mai bei gutem Wetter die Bewirtung mit Mindestabstand problemlos stattfinden könnte. In der Besenwirtschaft drinnen wird die Bestuhlung viel aufwändiger werden.
Fürs Foto sitzen Stefan, Daniela und Jana Siebenhaller (von links) schon einmal Probe. Eine Garnitur hat dafür Stefan Siebenhaller in den Hof gestellt, wo ab 18. Mai bei gutem Wetter die Bewirtung mit Mindestabstand problemlos stattfinden könnte. In der Besenwirtschaft drinnen wird die Bestuhlung viel aufwändiger werden. | Bild: Lena Reiner

Auch er vermisst genaue Regelungen, bereitet sich aber schon an Hand der Empfehlungen des Gaststättenverbands Dehoga vor. Diese Empfehlungen basieren auf Regelungen anderer Bundesländer.

Im Freien bleibt‘s bei der Anzahl der Tische

„Im Hof können wir unsere übliche Anzahl Tische aufstellen. Der Platz reicht aus, um sie weit genug auseinanderzustellen“, schildert Siebenhaller. Auch Desinfektionsmittel sei wieder bestellbar. Nur im Gastraum werde es schwieriger werden, dort müsse auf einige Sitzplätze verzichtet werden. Bis zum 18. Mai bietet der Reblandhof Abhol- und Lieferservice an. Letzterer war die Idee von Tochter Jana, sie fährt die Speisen aus.

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