Sie kommen aus dem äußersten Süden ihrer jeweiligen Heimatländer: Pippo Pollina aus Sizilien, Werner Schmidbauer und Martin Kälberer aus Oberbayern. Mit dem gemeinsamen Projekt „Süden II“ brachte das Trio das Gefühl der besonderen südlichen Lebensart gepaart mit musikalischer Virtuosität und der Botschaft eines friedlichen und solidarischen Miteinanders ins ausverkaufte große Zelt des Friedrichshafener Kulturufers.

„Wir sind Seelenbrüder, die sich wahnsinnig gut verstehen“

Bereits vor sieben Jahren hatten sich die Musiker zu „Süden“ und 100 Konzerten zusammengetan. „Über alle Sprachbarrieren hinweg sind wir offensichtlich Seelenbrüder, die sich wahnsinnig gut verstehen“, sagte Schmidbauer. Diese Freundschaft ist in jedem der Süden-Songs nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren. Pollina singt eine Strophe auf Italienisch, Schmidbauer die zweite in schönstem bayerischen Dialekt. Kälberer wechselt vom Piano zur Percussion, spielt die Hang, eine Art Steel Drum mit Deckel, und Akkordeon.

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Silvester im sizilianischen Dorf am Meer

Die Stimmung beim Silvesterfest der Freunde im sizilianischen Dorf am Meer haben sie im Lied „Richtung Süden“ festgehalten. Leicht ist auch die Melodie des Bossanovas „D‘altro canto“. Die Leichtigkeit sei aber nicht zu verwechseln mit Oberflächlichkeit. Spätestens bei „Stolz drauf“ zeigt sich, dass das sympathische Trio auch eine gemeinsame Botschaft hat. „Die Zufälligkeit, in welchem Land man geboren ist, gehört nicht zu den Gründen, stolz zu sein“, singt Werner Schmidbauer mit Blick auf Regierungschefs, die den Nationalstolz vor sich hertragen.

Haltung in Sachen Nächstenliebe

In „La città dei bianchi“ hat Pollina den Dialog eines Vaters mit seinem Sohn auf einem Flüchtlingsschiff auf dem Mittelmeer festgehalten. Voller Poesie transportieren die Musiker ihre Haltung in Sachen Nächstenliebe und der Beifall zielt über die Musik hinaus. Beim mitreißenden „Camminando“ Pollinas, dem Partisanenlied „Bella Ciao“ und Schmidbauers „Mandela“ hält es bei den Zugaben niemanden mehr auf dem Sitz.

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