Wie soll das „Herz“ des Uferparks, das Areal unterhalb des Stadtbahnhofs, künftig aussehen? Seit Monaten polarisieren vor allem die Vorschläge für den sogenannten Stadtbalkon. Die Diskussionen darüber in Politik und Bürgerschaft sagen viel über das Grundproblem aus: Soll der Uferpark nur behutsam saniert, vorsichtig modernisiert oder auch ein Stück weit mutig neu gestaltet werden?

Der Stadtbalkon in der Abenddämmerung.
Der Stadtbalkon in der Abenddämmerung. | Bild: Prof. Schmid Treiber Partner, Baumann Dürr

Ende Juli stellte die Stadtverwaltung in einem Bürgerworkshop drei Varianten für das Areal rund um das Zeppelin-Denkmal vor. Der Mehrheit der rund 150 Häfler Bürger, die da waren, gefiel der Entwurf mit Stadtbalkon am besten, die Alternativen hingegen überzeugten kaum. Eine spannende Ausgangslage, denn die Häfler Politik sprach sich zuletzt im Vorfeld der Kommunalwahlen Ende Mai mehrheitlich gegen dieses imposante Bauwerk aus. Laut SÜDKURIER-Umfrage unter den Parteien lehnten SPD, FDP und Netzwerk den Stadtbalkon klar ab. Die Freien Wähler waren mehrheitlich gegen einen überdachten Stadtbalkon und die Versetzung des Zeppelindenkmals. Wie die einzelnen Varianten nach den Vorstellungen der Planer aussehen könnten, zeigt SÜDKURIER hier im direkten Vergleich.

Der Stadtbalkon

Variante 1 mit Stadtbalkon
Variante 1 mit Stadtbalkon | Bild: Prof. Schmid Treiber Partner, Baumann Dürr

Grundidee ist eine Verlängerung des Bahnhofsvorplatzes über die Friedrichstraße hinweg, die mit einer überdachten Aussichtsplattform abschließt – deshalb der Name Balkon. Zwei Treppen führen hinunter in den Uferpark, ein Aufzug ist integriert. Unter dem Balkon ist Platz für das Restaurant Lammgarten; der Biergarten mit Servicegebäude bliebe am jetzigen Standort. Das Zeppelin-Denkmal müsste versetzt werden.

Kleiner Stadtbalkon

Variante 2 mit kleinem Stadtbalkon
Variante 2 mit kleinem Stadtbalkon | Bild: Prof. Schmid Treiber Partner, Baumann Dürr

Die zweite Variante sieht eine Minilösung des Stadtbalkons vor, ein Bauwerk mit Aufzug und einer Art Loggia, das neben einer wuchtigen Treppenanlage platziert ist, die fast über die gesamte Breite des Bahnhofsvorplatzes reicht. Auch hier müsste das Zeppelin-Denkmal versetzt werden.

Ohne Stadtbalkon

Variante 3 ohne Stadtbalkon
Variante 3 ohne Stadtbalkon | Bild: Prof. Schmid Treiber Partner, Baumann Dürr

Variante 3 baut für das Zeppelin-Denkmal am heutigen Platz ein großes Podest. Rechts und links daneben führen Treppen mit Sitzstufen vom Bahnhofsvorplatz hinab in den Uferpark.

Auch der „Lammgarten„ wird neu

Ansicht der Planer: Blick vom Stadtbalkon hinunter zum See und auf das neue Servicegebäude beim Biergarten.
Ansicht der Planer: Blick vom Stadtbalkon hinunter zum See und auf das neue Servicegebäude beim Biergarten. | Bild: Prof. Schmid Treiber Partner, Baumann Dürr

In einem Punkt sind sich Politik und Bürger inzwischen eins: Der „Lammgarten„ ist unverzichtbarer Teil des Uferparks und muss erhalten werden. Dabei läuft es in jeder der nun vorliegenden drei Varianten auf einen Neubau des Restaurants hinaus.

Viele hitzige Diskussionen hatte es um den „Lammgarten„ nach Bekanntwerden der ersten Gestaltungspläne für den Uferpark gegeben. Die sahen teilweise vor, das Lokal mit dem beliebten Biergarten an eine andere Stelle zu versetzen. Davon ist in den überarbeiteten Plänen keine Rede mehr.

Viel Platz unter der Aussichtsterrasse

Bei der Variante mit dem großen Stadtbalkon wäre direkt unter der Aussichtsterrasse viel Platz für die Gastronomie, aber auch einen Kiosk und Toiletten. Allerdings wäre das Restaurant dann deutlich abgerückt vom Biergarten. Der bleibt bei allen Planungsvorschlägen genau dort, wo er heute ist. Die drei Varianten sehen auch jeweils eine Art Servicegebäude am Platz des heutigen Kiosk am „Lammgarten„ für die Außenbewirtschaftung des Biergartens im Sommer vor.

Neubau am Standort des „Laguna“

Variante 2 und 3 sehen für den „Lammgarten„ einen Neubau am heutigen Standort des Restaurants „Laguna“ vor, das ebenfalls abgerissen wird. Damit würde das Restaurant direkt neben den Treppen, die vom Bahnhofsvorplatz in den Uferpark führen, platziert. Hier rücken Restaurant und Biergarten räumlich näher zusammen, werden aber durch den oberen Uferweg getrennt.

Der Blick von der Friedrichstraße heute auf den Lammgarten. Der Durchblick gen See ist durch die Baumriesen im Uferpark allerdings kaum möglich.
Der Blick von der Friedrichstraße heute auf den Lammgarten. Der Durchblick gen See ist durch die Baumriesen im Uferpark allerdings kaum möglich. | Bild: Cuko, Katy

Eines fällt allerdings prinzipiell auf: Sämtliche am Computer erzeugten Ansichten der drei Varianten sind luftig, die Bäume eher schmückendes Beiwerk. Doch im Sommer ist dank stattlicher Baumriesen im Uferpark dieser Durchblick nicht möglich.

Welche Variante gefällt Ihnen am besten? Schreiben Sie uns unter: http://friedrichshafen.redaktion@suedkurier.de