Mit ernstem Blick schaut Arnold Schwarzenegger von der Leinwand: „Sie werden sich in den Ozean verlieben. Sie werden feststellen, dass es eine ganz neue Welt da draußen gibt“, sagt er. Zum ersten Mal moderiert der Schauspieler und Ex-Gouverneur von Kalifornien einen Dokumentarfilm. „Wonders of the Sea 3D“ heißt er und zeigt Bilder von Korallenriffen, Fischschwärmen und Tiefseepflanzen von poetischer Schönheit. Filmemacher Carl-A. Fechner stellt den Film vor, der im Herbst in die Kinos kommt. „Wir finden es wichtig, das, worum es geht, auch zu lieben“, sagt er.

Video: Fechner-Media

Es geht an diesem Abend um den Schutz von Ozeanen und Gewässern. Im Umfeld der Nationalen Maritimen Konferenz in Friedrichshafen haben die Deutsche Meeresstiftung und die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) zu einen Informationsabend eingeladen. „Umweltschutz und Gewässerschutz fängt nicht mit den Ozeanen an, sondern vor Ort. Das ist uns gerade am Bodensee sehr bewusst, aus dem vier Millionen Menschen ihr Trinkwasser beziehen“, sagt BSB-Geschäftsführer Frank Weber. Auf der MS „Graf Zeppelin“ treffen sich Künstler, Ingenieure, Wissenschaftler und Vertreter von Umweltschutzorganisationen.

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Filterkaskade und Mikroplastik-Extraktor

Konkret wird es im unteren Deck: Dort stellen Forscher erste automatische Messgeräte vor, die Mikroplastik nachweisen. Ulf Nägele hat eine Filterkaskade entwickelt, die größere und langfristigere Messungen ermöglicht. „In einem Kubikmeter finden Sie vielleicht drei Mikroplastikpartikel. Mit unserem Filter können Sie bis zu 200 Liter pro Minute entnehmen, die Feststoffe aufkonzentrieren und an ein Labor zur Untersuchung weitergeben“, erklärt er.

Ulf Nägele hat mit seiner Firma sowie mithilfe verschiedener Hochschulen und Institute eine Mikroplastik-Filterkaskade entwickelt.
Ulf Nägele hat mit seiner Firma sowie mithilfe verschiedener Hochschulen und Institute eine Mikroplastik-Filterkaskade entwickelt. | Bild: Corinna Raupach

Von der Firma Werkzeugbau und Feinwerktechnik Meiningen kommt der automatische Mikroplastik-Extraktor, der winzige Partikel in Sediment und Gewebe isoliert. Entwickler Robert Linser erklärt: „Das ist ein hochkomplexer Vorgang, der bisher sehr lange dauerte und sehr arbeitsintensiv war.“

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Alternative Antriebe für Sportboote

In Referaten werden unterschiedliche Projekte vorgestellt. Christoph Witte von der BSB zeigt auf, wie der Kraftstoffverbrauch der weißen Flotte durch moderne Motoren in neun Jahren um rund 23 Prozent gesenkt werden konnte. Für das geplante neue Fahrgastschiff sei eine optimierte Rumpfform vorgesehen: „Damit verringern wir den Widerstand des Schiffs um 20 Prozent“, sagt er.

Daniel Chaterjee von MTU erläutert den Antrieb der neuen Erdgasfähre zwischen Konstanz und Meersburg. Die Universität Konstanz hat sich mit Antrieben für Sportbooten befasst. Professor Richard Leiner erklärt: „Aus ökologischer Sicht wäre der Einsatz von Wasserstoff-Brennstoffzellen ideal: Energielieferant ist die Sonne, das Produkt ist Strom und das Abfallprodukt ist Wasser.“ Allerdings sei Wasserstoff aufwendig zu handhaben und es gebe viele Auflagen. Daher eigne sich eher Methanol als regenerative Energiequelle für kleinere Boote.

Kunstprojekt „The Universal Sea“ vernetzt Künstler und Unternehmer

Neben Wissenschaftlern und Technikern setzen sich auch Künstler für den Schutz der Meere ein. Dem Kampf gegen Plastik in den Ozeanen hat sich das Projekt „The Universal Sea“ verschrieben, das weltweit Künstler und Unternehmer vernetzt. Initiatorin Nicole Loeser erzählt: „Ausgangspunkt ist der Glaube an die Kraft der Kunst, Menschen zu Taten zu bewegen.“

Nicole Loeser setzt sich mit „The Universal Sea“ gegen Plastik in Ozeanen ein.
Nicole Loeser setzt sich mit „The Universal Sea“ gegen Plastik in Ozeanen ein. | Bild: Corinna Raupach

Der Münchener Künstler Peter Kees stellt Visa für „Arkadien„ aus. Sein Staat besteht aus einzelnen Quadratmetern in europäischen Ländern, die er für eine utopische Gesellschaft besetzt.

Der Künstler Peter Kees zeigt die Orte, an denen er quadratmeterweise „Arkadien“ aufbaut.
Der Künstler Peter Kees zeigt die Orte, an denen er quadratmeterweise „Arkadien“ aufbaut. | Bild: Corinna Raupach

Angelica Böhm, die an der Filmuniversität Babelsberg unterrichtet, präsentiert „Camilla Plastic Ocean Plan“. Darin verbindet sie künstlerische Forschung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und erzählt die Dramatik der Meeresverschmutzung als interaktive Geschichte.

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Ozeane als wichtige Sauerstofflieferanten

Iris Ziegler von der Haischutz-Initiative Sharkproject bringt diese Dramatik auf den Punkt: „60 Prozent unseres Sauerstoffs wird in den Ozeanen produziert. Aber es gibt dort jetzt schon Todeszonen ohne jeglichen Sauerstoff.“ Neben Klimawandel und Vermüllung sei vor allem die industrielle Fischerei Schuld daran, dass das Gleichgewicht der Meere kippe. „Wenn kein Hai mehr im Korallenriff jagt, ist das Riff in einem Jahr tot“, sagt sie. Louis Motaal vom Baumpflanzprojekt „Plant the Planet“ erinnert daran, dass ein Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen um mehr als zwei Grad dazu führe, dass die Erde sich selbst aufheize. „Außer den Ozeanen sind Bäume das einzige, das dauerhaft CO2 bindet.“ Und von denen hätten noch einige auf der Erde Platz.