Die letzte Sperrung der B 31 – auch wenn es nur eine halbseitige war – ist erst wenige Wochen her. Unmittelbar vor Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg wurden zwischen Friedrichshafen und Immenstaad rund 5000 Quadratmeter Asphalt abgefräst und ersetzt. Umgeleitet werden musste nur der Verkehr in Richtung Westen. Schon das reichte allerdings für chaotische Szenen.

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Warum muss das dann jetzt schon wieder sein?

Genau genommen müsste es das gar nicht. Die Fertigstellung der Anschlussstelle der B 31-neu, die die Vollsperrung erforderlich macht, war nach Angaben der Stadtverwaltung eigentlich erst für Anfang des kommenden Jahres geplant. Dass die Vollsperrung dann für wesentlich weniger Chaos sorgen würde, ist aber zu bezweifeln. Zumal: Kurzfristig vorgezogen wird der Bauabschnitt, weil es an anderer Stelle schneller voranging. Laut Stadt sind daher ab Dienstag vier Asphaltkolonnen verfügbar – drei mehr, als für 2020 geplant waren. Kommt nichts dazwischen, ist die Vollsperrung daher nach zehn Tagen wieder Geschichte – und nicht erst nach sechs Wochen, wie ursprünglich vorgesehen.

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Welcher Abschnitt ist genau gesperrt?

Ein nicht ganz 1,8 Kilometer langer Abschnitt zwischen dem westlichen Ortsausgang von Fischbach und der Kreuzung Dornierknoten in Immenstaad. Während der Zeit der Sperrung wird zugleich die vorhandene B 31 zwischen der künftigen Anschlussstelle und dem Dornierknoten saniert.

Bild: Müller, Cornelia

Was ist mit dem Dornierknoten selbst?

An der Kreuzung beginnt der gesperrte Bundesstraßenabschnitt zwar, der Knoten selbst wird aber nicht gesperrt, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung auf SÜDKURIER-Anfrage mitteilt. Für Immenstaader ist das eine gute Nachricht: Sie müssen also beispielsweise auf dem Weg nach Friedrichshafen nicht erst nach Meersburg fahren, um dann auf die Umleitungsstrecke gen Osten abzubiegen. Für Menschen in Kluftern und Spaltenstein beispielsweise heißt das aber auch: Die Umleitung mag diesmal nicht vor ihrer Haustür vorbeiführen, mit mehr Verkehr ist dennoch auch dort zu rechnen.

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Wie wird umgeleitet?

Der Schwerlast- und Autoverkehr wird von Westen kommend ab Meersburg/Stetten in einem großen Bogen in Richtung Messe umgeleitet. Die Umleitung in der Gegenrichtung beginnt ab der Hochstraße in Friedrichshafen. Von 22 bis 6 Uhr wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit in den Ortsdurchfahrten auf der Umleitungsstrecke auf 30 Stundenkilometer begrenzt. Radfahrer werden über den bereits fertigen Radweg der neuen Anschlussstelle umgeleitet.

Gibt es gar kein Entrinnen?

Das hängt vom jeweiligen Ziel, der Kondition und dem Resturlaub ab. Einzig auf Schienen- und Schiffsverkehr dürfte die Vollsperrung keine Auswirkungen haben. Längst nicht überall gibt es allerdings Bahnhöfe und wenn es nicht gerade nach Romanshorn oder Konstanz gehen soll, scheidet auch der Wasserweg für Pendler meist aus. Als Radfahrer oder Fußgänger ziehen Sie lächelnd am Stillstand auf der Straße vorbei. Weitere Alternativen: Heimarbeit oder eine große Portion Gelassenheit und Humor.

Was ist mit den Bussen?

Von den Stadtverkehrslinien in Friedrichshafen führt keine über den gesperrten Straßenabschnitt. „Allerdings rechnen wir dennoch mit Behinderungen, da der Verkehr während der Sperrung über Strecken umgeleitet wird, auf denen unsere Buslinien verkehren“, erklärt Stadtverkehrs-Sprecher Sebastian Dix auf Anfrage.

Auch mit den Regionalbussen wie jenen der Seelinie 7395 ist eine längere Reisedauer zu erwarten. „Die Busse in Richtung Meersburg werden nach der Haltestelle ‚Fischbach, Hotel Maier' über die Orte Spaltenstein beziehungsweise Kluftern umgeleitet“, teilt ein Bahnsprecher mit. Während der Sperrung kann die Haltestelle „Fischbach, West“ nicht angefahren werden. Die Haltestelle „Immenstaad, Airbus Werk 1“ wird als Ersatz für die Haltestelle „Immenstaad, Airbus B 31„ dienen. Die Gegenrichtung wird analog dazu gefahren. Die Reisedauer wird sich um etwa 15 bis 30 Minuten verlängern – so zumindest die Einschätzung seitens der Bahn.

Und wie viele Urlaubstage bräuchte es?

Acht – bei einer Fünf-Tage-Arbeitswoche ohne Wochenendschichten. Am Donnerstag, 19. September, soll die Strecke ab 20 Uhr wieder frei sein.

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