Fast drei Viertel der verfügbaren Kirchensteuern steckt die katholische Gesamtkirche eigenen Angaben zufolge in soziale Projekte. Dafür erhält sie erhebliche Mittel aus öffentlichen Haushalten. Die Finanzierungsstruktur für ihre sozialen Projekte hat die Kirche jetzt vom Nürnberger Institut Xit untersuchen lassen.

Geld, das der Allgemeinheit zugute kommt

Das Institut fragte nach dem „Social Return on Investment“, erläutert Dekan Bernd Herbinger. Dabei geht es um ein Verfahren zur Berechnung der gesellschaftlichen Wertschöpfung sozialer Einrichtungen. Von jedem Euro, den öffentliche Kassen in soziales Engagement freier Träger investieren, kommt etwas zurück: Bei Personalkosten fließen Steuern und Sozialabgaben. Auf den vom Gehalt gezahlten Konsum sowie auf gekaufte Artikel entfällt Umsatzsteuer.

Mittelbar generiere Konsum mehr Stellen, wie Ulrike Weiß, Leiterin des katholischen Verwaltungszentrums, die komplexe Materie erklärt. Auf einer weiteren Ebene ermöglicht etwa die Betreuung von Kindern oder Senioren den Eltern eine Erwerbstätigkeit. Steuern und Abgaben auf das dort verdiente Geld kommen wieder der Allgemeinheit zugute.

Kirche will wissen, welche Investitionen sich lohnen

Ulrike Weiß hat für die Studie die Unterlagen zusammengestellt. „Ich musste unsere Zahlen auch gegen den Strich bürsten. Wir rechnen mit Bruttobeträgen, hier waren aber auch die Nettozahlen gefragt.“ Franz Bernhard Bühler, Vorsitzender des Gesamtkirchengemeinderats, erklärt, warum sich die Gemeinde für eine solche Untersuchung entschieden hat: „Angesichts der Kirchensteuerrückgänge müssen wir für die Zukunft planen und wissen, welche Investitionen sich lohnen.“

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Podiumsgespräch im Haus der kirchlichen Dienste

Die Ergebnisse wird die Gemeinde bei einem Podiumsgespräch am kommenden Dienstag, 14. Mai, 18.30 Uhr im Haus der kirchlichen Dienste, Katharinenstraße 16, vorstellen. Professor Bernd Halfar von Xit wird die Studie erläutern. Anschließend sprechen Generalvikar Clemens Stroppel, Landrat Lothar Wölfle, Bürgermeister Andreas Köster, Gemeinderätin Mirjam Hornung, „Rucksack“-Projektteilnehmerin Gönül Cag und Sarah Rizzo, Ehrenamtliche im Jugendreferat.