Pünktlich um 11 Uhr werden die ersten Tassen mit heißem Punsch gefüllt. Die Glühwein- und Punsch Töpfe dampfen schon und in den Auslagen der Hütten liegt von gehäkelten Engeln über marokkanische Porzellanteller alles bereit, was das Weihnachtsherz begehrt. Es ist wieder so weit: Die „Bodensee Weihnacht„ in Friedrichshafen ist eröffnet.

Doch zum Bummeln lädt das Wetter am Eröffnungstag des Häfler Weihnachtsmarkts nicht gerade ein: Immer wieder regnet es und der Wind pfeift kalt um die Ohren der dick bekleideten Marktbesucher.

Elvira Müller und Andrea Kalrawicka verkaufen Marmeladen, Plätzchen und diverse Basteleien für den Freundeskreis Polozk.
Elvira Müller und Andrea Kalrawicka verkaufen Marmeladen, Plätzchen und diverse Basteleien für den Freundeskreis Polozk. | Bild: Jana Messmer

„Der Regen hält die Leute noch etwas fern, aber es wird besser“, sagt Andrea Karlawicka vom Freundeskreis Polozk. Immerhin müssen sie und Elvira Müller nicht frieren, während sie Plätzchen, Marmelade und allerlei Basteleien anbieten, denn in der kleinen Verkaufshütte steht eine mobile Heizung.

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„Das Wetter könnte besser sein“

Diesen Komfort hat Roland Henn nicht. Er steht draußen in der Kälte, um handbemalte Keramik, Buntglaslampen und vieles mehr an den Mann zu bringen. Damit er die Qualität seiner Ware gewährleisten kann, ist er jedes Jahr selbst mehrere Monate in Marokko unterwegs und sucht dort nach filigran und farbigen Stücken. Auf dem Häfler Weihnachtsmarkt ist der Mann aus Saarbrücken zum zweiten Mal: „Es gefällt mir gut. Nur das Wetter könnte etwas schöner sein.“ Auch Armin Lebherz vom Stand der Kolpingfamilie ist nicht so wirklich zufrieden mit der Wetterlage: „Das merkt man schon. Aber es soll ja zum Glück besser werden“.

Gertraud Gufler ist dieses Jahr zum ersten Mal mit ihrem Südtiroler Stand auf der Bodensee-Weihnacht.
Gertraud Gufler ist dieses Jahr zum ersten Mal mit ihrem Südtiroler Stand auf der Bodensee-Weihnacht. | Bild: Jana Messmer

Nichts am Regen auszusetzen hat dagegen Gertraud Gufler. „Es hat ja schon wieder aufgehört“, sagt sie angesichts des nur noch leichten Nieselregens, der auf die Straßen tröpfelt. Die Südtirolerin ist dieses Jahr zum ersten Mal mit dabei auf dem Weihnachtsmarkt in Friedrichshafen. Sie und ihr Mann Anton verkaufen Speck, Käse und andere kulinarische Spezialitäten ihrer Südtiroler Bergalm.

Eindrücke vom ersten Tag der Bodensee Weihnacht 2019
Eindrücke vom ersten Tag der Bodensee Weihnacht 2019 | Bild: Jana Messmer

Die „Dennete“-Hütte steht gegenüber den Tiroler Spezialitäten und gehört bereits zum Inventar des Häfler Weihnachtsmarktes. Der Betreiber habe in diesem Jahr eigens eine Hütte mit urigem Innenraum gebaut, sagt Cathrin Batzner. Sie ist bei der Stadt für den Weihnachtsmarkt zuständig.

„Es ist toll, dass es zunehmend mehr Unterstellmöglichkeiten gibt. Besonders bei schlechtem Wetter und niedrigen Temperaturen ist es gut, wenn die Leute nicht in der Kälte draußen stehen müssen“, freut sich die Weihnachtsmarkt-Beauftragte.

Markt als Begegnungsstätte

„In der Mittagspause oder nach Feierabend bietet der Markt den Menschen eine Begegnungsstätte und da ist es schön, zu sehen, dass dies auch genutzt wird“, so Batzner weiter.

Auch Herbert Dressel aus Ravensburg setzt bei seinem Stand auf gemütliches Ambiente. „Wir haben unsere Hütte vergrößert, um mehr warme Sitzplätze zu bieten“, erzählt der hochgewachsene Mann mit Hut auf dem Kopf. Und tatsächlich können in seinen beiden kleinen Hütten bei behaglicher Wärme unter anderem Kässpätzle oder Schupfnudeln genossen werden.

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Doch die Wetterprognosen geben Grund zur Hoffnung: In den kommenden Tage soll es zwar kühler, aber dafür auch trockener werden. Perfektes Wetter also, um gemütlich durch die Hütten zu schlendern und sich die Hände an einer heißen Tasse Glühwein zu wärmen.