Seit Mai tut sich etwas auf der Baustelle in der Regenerstraße. Die vorbereitenden Arbeiten sind abgeschlossen, die Baugrube ist ausgehoben und jetzt haben die Rohbauarbeiten für den ersten Bauabschnitt begonnen.

Video: Andrea Fritz

Auf dem 8500 Quadratmeter großen Grundstück in Windhag/Oberhof entstehen 77 Wohnungen. Im ersten Bauabschnitt werden sechs Häuser gebaut, die 2021 bezugsfertig sein sollen.

Im Windhag an der Regenerstraße erinnert heute nichts mehr an ein Apfelbaumfeld. Hier sollen bald sechs Häuser stehen.
Im Windhag an der Regenerstraße erinnert heute nichts mehr an ein Apfelbaumfeld. Hier sollen bald sechs Häuser stehen. | Bild: Andrea Fritz

Der zweite Bauabschnitt mit zwei weiteren Häusern soll sich dann unmittelbar anschließen. Geplant sind sieben Häuser mit drei Stockwerken plus Dachgeschoss und ein Haus mit vier Vollgeschossen, darunter Tiefgaragen.

Eine Visualisierung der geplanten Gebäude.
Eine Visualisierung der geplanten Gebäude. | Bild: Architekturbüro Hack

Allein das Bebauungsplanverfahren hat mehr als drei Jahre in Anspruch genommen, dann passierte lange nichts. Erst zwei Jahre, nachdem der Gemeinderat Baurecht geschaffen hat, rollten die Bagger an.

Das ist das Grundstück von der Luft aus gesehen.
Das ist das Grundstück von der Luft aus gesehen. | Bild: Katy Cuko

Das Bauprojekt wurde 2014 zu einem wahren Zankapfel. Damals gründete sich die Bürgerinitiative Apfelbaumfeld, die das Projekt ablehnte und eine maßvollere Bebauung forderte. Nichts ließen die Initiatoren, die alle in unmittelbarer Nachbarschaft leben, unversucht.

Die Initiative Apfelbaumfeld kämpfte lange gegen das Bauvorhaben in ihrer Nachbarschaft. Von links: Ulrich Bernard, Jan van der Decken, Konrad Aue und Jürgen Bertsch im Jahr 2015.
Die Initiative Apfelbaumfeld kämpfte lange gegen das Bauvorhaben in ihrer Nachbarschaft. Von links: Ulrich Bernard, Jan van der Decken, Konrad Aue und Jürgen Bertsch im Jahr 2015. | Bild: Kerstin Mommsen

Sie starteten 2015 eine Unterschriftenliste, die schließlich von 1610 Häflern unterzeichnet wurde und übergaben sie der Stadtverwaltung.

Auszug aus der Unterschriftenliste, die die Initiative damals der Stadtverwaltung übergab.
Auszug aus der Unterschriftenliste, die die Initiative damals der Stadtverwaltung übergab. | Bild: Kerstin Mommsen

2015 kam es sogar zu einem Eklat in einer öffentlichen Sitzung des Technischen Ausschusses, weil sich die Bürgerinitiative nicht eingebunden genug fühlte. Damals verließen die Mitglieder unter Protest den Ausschuss, nachdem sie mit Schildern ihren Unmut deutlich gemacht hatten.

Im Technischen Ausschuss kam es 2015 fast zu einem Eklat, als die Initiative lautstark ihren Protest ausdrückte.
Im Technischen Ausschuss kam es 2015 fast zu einem Eklat, als die Initiative lautstark ihren Protest ausdrückte. | Bild: Kerstin Mommsen

2017 schuf der Gemeinderat endgültig Baurecht. Damals wurde auch eine Sozialquote von 20 Prozent in den zu bauenden Wohnungen festgelegt, die laut Stefan Nachbaur, Chef der Prisma Zentrum für Standort- und Regionalentwicklung GmbH, auch eingehalten wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Bürgerinitiative Apfelbaumfeld initiierte zudem zwei Landtags-Petitionen und gab 900 Seiten Einwendungen ab.

Video: Andrea Fritz

Heute erinnert an der Baustelle nichts mehr an die Proteste der Bürgerinitiative Apfelbaumfeld, auch wenn es für viele Anwohner nicht nur mit der Apfelwiese, sondern spätestens in zwei Jahren auch mit ihrer See- und Alpensicht vorbei sein dürfte.

Auf der Baustelle Regenerstraße geht es voran, die Aushubarbeiten sind abgeschlossen und die Rohbauarbeiten haben begonnen, der erste Bauabschnitt soll 2021 fertiggestellt werden.
Auf der Baustelle Regenerstraße geht es voran, die Aushubarbeiten sind abgeschlossen und die Rohbauarbeiten haben begonnen, der erste Bauabschnitt soll 2021 fertiggestellt werden. | Bild: Andrea Fritz