Nach über drei Jahren schuf der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig Baurecht für das umstrittene Neubauprojekt in der Regenerstraße in Windhag/Oberhof, wo die Prisma AG im Auftrag von Eigentümer Robert Baur acht Mehrfamilienhäuser plant. Das Vorhaben wurde von der Bürgerinitiative Apfelbaumfeld aufs Schärfste kritisiert, es rund 900 Seiten mit Einwendungen von Anwohnern gingen bei der Verwaltung ein. Dazu kamen zwei Landtags-Petitionen.

Bald rücken in der Regenerstraße die Bagger an: Auf dem Grundstück in Windhag entstehen acht Wohnhäuser mit rund 78 Wohnungen. <em>Bild: Andreas Ambrosius</em>
Bald rücken in der Regenerstraße die Bagger an: Auf dem Grundstück in Windhag entstehen acht Wohnhäuser mit rund 78 Wohnungen. Bild: Andreas Ambrosius | Bild: Andreas Ambrosius

Es gab Gutachten, Gegengutachten, Veränderungen, Anpassungen und die Zusage des Bauträgers, 20 Prozent sozial geförderten Wohnraum zu schaffen. Auch wenn das Projekt im Gemeinderat offenbar "nie kontrovers" diskutiert wurde, wie Daniel Oberschelp (CDU) zusammenfasste, brachte es Neues hervor. Zum Beispiel die erstmalige Anwendung des Acht-Punkte-Plans, der 2013 vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Er sieht unter anderem ein konkurrierendes Wettbewerbsverfahren vor, in dem verschiedene Faktoren (städtebauliches Konzept, Klärung der Verkehrssituation und mehr) genau geklärt werden. Hannes Weber (Freie Wähler) lobte zudem, dass im Fall Regenerstraße auch betroffene Bürger in öffentlichen Sitzungen zu Wort kamen. "Allerdings sollte das früher im Verfahren stattfinden, bevor sich eine Meinung bei uns verfestigt hat", sagte er.

Karl-Heinz Mommertz ging noch einmal auf das Thema Seesicht ein, mit dem sich viele Bürgereinwendungen beschäftigt hatten: "Uns ist der wohnungspolitische Weitblick für viele wichtiger als der Seeblick für einzelne." Eine ähnliche Meinung vertritt auch Gerhard Leiprecht (Grüne): "Die vielen Familien, die Wohnungen suchen, haben keine Bürgerinitiativen."

Ob diese im Baugebiet Regenerstraße fündig werden, bleibt angesichts der hohen Grundstücks- und damit Baukosten im beliebten Stadtteil Windhag abzuwarten. Der Siegerentwurf des Häfler Architekturbüros Hack sieht auf dem 8500 Quadratmeter großen Grundstück sieben Wohngebäude mit drei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss vor, ein achtes Gebäude ist viergeschossig. Geplant sind insgesamt rund 78 Wohnungen.