1. Die Plätze: Für 2016/2017 gibt es 1909 Plätze im Kindergarten (über drei Jahre) und 518 Plätze für Unter-Dreijährige (in Krippe, altersgemischten Gruppen und Spielgruppen). Die Nachfrage nach Krippen-und Ganztagesplätzen ist weiterhin hoch. Im Krippenbereich können aktuell nur 31 Prozent der Häfler Kinder versorgt werden, angestrebt wird eine Quote von 40 Prozent. Das heißt also: Wer auf einen Krippenplatz und/oder auf einen Ganztagsplatz im Kindergarten angewiesen ist, muss dran bleiben. Für Kinder ab einem Jahr gilt zwar der Rechtsanspruch, aber die Nachfrage ist hoch. Die Stadt Friedrichshafen schreibt in ihrem Kindergartenbedarfsplan 2016/2017 "Angebot schafft Nachfrage." Die prognostizierten Bedarfszahlen und Quoten müssten deshalb von Jahr zu Jahr und mit jeder neu eingerichteten Betreuungsgruppe nach oben korrigiert werden. In den Häfler Einrichtungen werden übrigens ausschließlich Kinder aus Friedrichshafen aufgenommen.
  2. Die Einrichtungen: Im Stadtgebiet und den Häfler Teilorten gibt es ingesamt 40 Kitas in der Hand von zehn Trägern. Den Großteil der Plätze (1117) stellt die Katholische Gesamtkirchenpflege, es folgt die Evangelische Gesamtkirchengemeinde (492 Plätze) und auf Platz drei die Stadt Friedrichshafen und Zeppelin-Stiftung (454 Plätze): Die restlichen Plätze verteilen sich auf die Betriebskindergärten von ZF und Tognum, die Evangelische Kirchengemeinde Manzell, die Johanniter-Unfall-Hilfe, den Waldorfkindergarten sowie Kind und Beruf, die Swiss International School und die Heilpädagogische
    Gruppe.
  3. Der Ausbau: Kurzfristig wurde die Regelgruppenstärke im Kindergartenbereich (Regelzeiten und verlängerte Öffnungszeiten) hoch gesetzt, sodass hier mehr Kinder aufgenommen werden können. Im Kinderhaus Riedlepark wird eine neue Kleinkindgruppe (zehn Plätze) geschaffen. Zudem sollen bis ins Jahr 2019 100 neue Ganztagskindergartenplätze und 20 neue Krippenplätze (Bildungshaus Berg und Karl-Olga-Park) entstehen. Der Fokus beim Ausbau liegt im Häfler Westen, Zentrum und Hofinger Esch. Geschaffen werden sollen vor allem Krippenplätze und Ganztageskindergartenplätze, da es hier die größten Engpässe gibt.
  4. Die Kosten: Für Mehrfacheltern ist Friedrichshafen, zumindest was die Kosten der Kindertageseinrichtungen angeht, paradiesisch. Das relativiert sich zwar ein bisschen, wenn man weiß, dass Kinderbetreuung in der Bundeshauptstadt Berlin oder der Elbmetropole Hamburg zumindest für einen bestimmtes Stundenkontingent gar nichts kostet, ist aber immer nur gut im Vergleich zu den umliegenden Kommunen. In Friedrichshafen gilt nämlich der Grundsatz: Den Elternbeitrag zahlt man nur für ein Kind.
    Und zwar für das "teurere". Besucht also ein Kind die Krippe und eins den Kindergarten, bezahlt man den Krippenbeitrag (296 Euro pro Monat) plus Verpflegungsgeld (maximal 95 Euro monatlich). Das ist eine freiwillige Leistung der Stadt – und machbar durch die Zeppelin-Stiftung, die in Friedrichshafen einen Bärenanteil der städtischen Kosten für Kinderbetreuung (für das Jahr 2016/2017 sind es allein 22,5 Millionen Euro von insgesamt 23,9 Millionen Euro Gesamtkosten) trägt. Wenn ein Kind noch einen Kindergarten besucht, das zweite aber schon in der Schule ist, gibt es nach dem Württemberger Modell trotzdem noch eine Ermäßigung.
  5. Die Anmeldung: Seit mehreren Jahren gibt es ein zentrales Anmeldeverfahren. Und seit zwei Jahren läuft die Anmeldung über das System Little Bird. Einfach in einen Kindergarten marschieren und anmelden, ist also nicht mehr. Die Registrierung in dem Online-Portal ist relativ einfach, es werden Daten von Kind und Eltern abgefragt. Am Ende gibt man drei Wunscheinrichtungen ein, priorisiert diese und schreibt, ab wann man eine Betreuung benötigt. Die Einrichtungsleitung bekommt durch Little Bird die Anmeldung übermittelt, schickt eine Absage per Mail, wenn sie keinerlei Kapazitäten mehr hat, lädt zum persönlichen Gespräch oder nimmt telefonisch Kontakt auf. Im Frühjahr treffen sich die Leitungen der Einrichtungen gemeinsam mit Vertretern der Stadt und vergeben die Plätze. Wer sich nicht rechtzeitig bis Ende Januar registriert hat, ist zunächst nicht im Rennen und sollte gesondert Kontakt zur Stadt aufnehmen. Das gilt auch für alle, die neu in Friedrichshafen sind oder dorthin ziehen.
  6. Und so ergattern Sie einen Platz: Die schlechte Nachricht: Es gibt keine Garantie, den absoluten Wunschplatz zu bekommen. Wohnen Sie beispielsweise im Häfler Westen, müssen Sie froh sein, überhaupt einen Platz in der Nähe zu bekommen, denn hier übersteigt die Nachfrage deutlich das Angebot. Die gute Nachricht: Wenn Sie ein wenig flexibel sind, was Lage und Öffnungszeiten angeht, stehen die Chancen gut, wenn nicht sehr gut. Dann heißt es: Richtige Zeiträume einhalten. Bis Ende Januar muss die Anmeldung im Little Bird registriert sein, danach geht erst mal nichts mehr. Wenn absehbar ist, dass Sie Ihr Kind betreuen lassen müssen und möchten, melden Sie sich gleich dort an. Für Schwangere gilt: Die Anmeldung ist erst nach der Geburt möglich. In der Regel folgen der Anmeldung Besuche in den Kindertageseinrichtungen. Welche Einrichtung passt gut, welche weniger? Entscheidend ist oft ein persönliches Gespräch mit Leitung, Erzieherinnen und anderen Eltern.
  7. Erfahrungen gesucht: Welche Erfahrungen haben Sie mit Little Bird, den Häfler Kitas, dem Betreuungsschlüssel, Krankheitsausfällen, Mittagessen, Öffnungszeiten und vielem mehr gemacht? Schreiben Sie uns an friedrichshafen.redaktion@suedkurier.de oder nutzen Sie die Kommentarfunktion unter diesem Artikel!

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