Mit der Lieferung eines insgesamt 82 Tonnen schweren Einlaufbauwerks ist der erste Bauabschnitt des Frickinger Konzeptes zum Hochwasserschutz fast abgeschlossen. Rund ein Jahr ist es her, dass ein verheerendes Unwetter einige Überflutungen in dem Ort auslöste. Jetzt war die Lieferung ein spektakuläres Ereignis, das in der Kirchstraße den freien Lauf des sogenannten Weinbächles und des Leimholzbaches beendet. Außerdem endet mit dem Abschluss dieser Bauarbeiten für Frickingen eine wochenlange Umleitungsphase für den Autoverkehr.

Viel Publikum hatten die Spezial-Teams in der Frickinger Kirchstraße, als das 82 Tonnen schwere Einlaufbauwerk vom Schwertransporter mittels Kran an die richtige Stelle gehoben wurde. Bilder: Stef Manzini
Viel Publikum hatten die Spezial-Teams in der Frickinger Kirchstraße, als das 82 Tonnen schwere Einlaufbauwerk vom Schwertransporter mittels Kran an die richtige Stelle gehoben wurde. Bilder: Stef Manzini

Der erste Bauabschnitt des rund 1,4 Millionen Euro teuren Hochwasserschutz-Konzeptes beinhaltet den Bau zweier Wildholzrechen sowie den Einbau eines neuen Einlaufbauwerkes ungefähr auf Höhe des Holzbetriebes Viellieber. Mit den Rechen sollen Geröll und Äste im Vorfeld abgefangen werden, die das Hochwasser der Bäche mit sich bringt. Mit dem rund 100 000 Euro teurem Einlaufbauwerk beginnt die neue Verdohlung. Die neuen Rohre fassen eine Ablaufmenge von 6,4 Kubikmetern pro Sekunde – in der Fachsprache HQ 100 genannt. Die alten Rohren hatten im Mittel eine Leistung von HQ 15, diese Zahlen verdeutlichen den signifikanten Unterschied.

Sitzt. Nach wenigen Augenblicken sitzt der Koloss fast auf dem dafür vorbereiteten Fundament.
Sitzt. Nach wenigen Augenblicken sitzt der Koloss fast auf dem dafür vorbereiteten Fundament.

Viele Einwohner Frickingens waren gekommen, um den nächtlichen Spezialtransporter, den großen Kran und die Millimeterarbeit beim Einpassen zu bestaunen. Frickingens Bürgermeister Jürgen Stukle bedankte sich für das Verständnis aller Betroffenen. Stukle war ebenso wie das Team vom Ingenieurbüro Reckmann aus Owingen und Josef Villieber von der ausführenden Tiefbaufirma aus Owingen an die Baustelle gekommen.

Und hat Luft: Nur wenig Platz ist zwischen dem Sockel und dem neuen Bauteil des Einlaufbauwerks.
Und hat Luft: Nur wenig Platz ist zwischen dem Sockel und dem neuen Bauteil des Einlaufbauwerks.

Dass die Gemeinde Frickingen dies alles in so kurzer Zeit bewältigt habe, sei auch ein Verdienst der betreffenden Stellen im Landratsamt Bodenseekreis und im Regierungspräsidium Tübingen, sagte Bürgermeister Jürgen Stukle. Es wäre mit dem neuen Einlaufbauwerk und den Wildholzrechen sichtbar geworden, dass man wichtige Klimaschutzmaßnahmen als Gemeinde auch schnell umsetzen könnte, sagte er weiter. In etwa sechs Wochen wird ein dritter Rechen geliefert, der das Einlaufbauwerk schützen soll. Dann ist der erste Bauabschnitt beendet.

Der sogenannte Wildholzrechen, etwa 100 Meter oberhalb des Einlaufbauwerks, ist ebenfalls so gut wie fertig.
Der sogenannte Wildholzrechen, etwa 100 Meter oberhalb des Einlaufbauwerks, ist ebenfalls so gut wie fertig.