Mit den vorhandenen Gegebenheiten ist aktuell nur eine Notversorgung von Trinkwasser vom Deggenhausertal nach Markdorf möglich, was bedeutet, dass das Tal von Markdorf aus derzeit nicht mit Bodenseewasser versorgt werden könnte, so die Ingenieurin der Wasserwirtschaft Miao Liu. „Wenn mit unseren zwei Brunnen etwas wäre, wären wir aufgeschmissen“, gibt Bürgermeister Fabian Meschenmoser zu bedenken. Denn derzeit versorgt sich das Deggenhausertal alleine vom Grundwasser der beiden Brunnen in Wittenhofen. Diese füllen sich ausschließlich mit Regen- und Schmelzwasser.

Bei einer Trinkwasserlieferung in beide Richtungen, das heißt, zwischen dem Hochbehälter Haloch und dem Hochbehälter Burgstall würde im Notfall die Gemeinde Deggenhausertal, zumindest für einen Teilbereich Trinkwasserversorgung von Markdorf bekommen. Allerdings machte Liu deutlich, dass dazu zahlreiche Investitionen nötig wären. So etwa eine Pumpe, die das Wasser von Markdorf nach oben pumpt. Vor allem aber müsste der Hochbehälter Haloch erheblich saniert werden, damit er deutlich mehr Wasser speichern könnte.

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Da der Hochbehälter bereits über 50 Jahre alt ist, weist er entsprechende Mängel auf. Um den aktuellen Anforderungen zu entsprechen, stellte das Ingenieurbüro deshalb drei Varianten zur Sanierung und Erweiterung des Hochbehälters vor: Zum einen die Sanierung und Erweiterung mit einem Stahlbetonbehälter, ferner mit einem Edelstahlbehälter und als dritte Variante den Abriss des Hochbehälters in Haloch und den Neubau eines Edelstahlbehälters. Für diese teuerste Variante müsste die Gemeinde mit rund drei Millionen Euro tief in die Tasche greifen.

Blick vom Hochbehälter Haloch in das Tal.
Blick vom Hochbehälter Haloch in das Tal. | Bild: Monika Weiss

1700 Meter alte Rohre

Der Bürgermeister verwies darauf, dass man auch ohne Förderung rund 800 000 Euro in die Hand nehmen müsse. Gemeinderat Rüdiger Emerich (FWV) zeigte sich überrascht, dass alles so marode sei und verwies auf Zulaufrohre, die vor etwa fünf Jahren erneuert worden seien. Das sei zwar der Fall, berichtete Wassermeister Michael Schmid, doch seien nach wie vor auf den meisten Teilstrecken alte Leitungen verbaut. Da es in jüngster Vergangenheit auch vermehrt zu Rohrbrüchen kam, müssten im Zuge der Versorgungssicherheit tatsächlich auf insgesamt rund 1700 Meter in den Teilgemeinden die alten Rohre mit neuen Leitungen ausgetauscht werden.

Angesichts der hohen Kosten forderte Gemeinderat Christof Gartmann (FWV), dass Markdorf mehr zusteuern müsse, da die Stadt durch die gegenseitige Notversorgung ebenfalls vom Ausbau im Deggenhausertal profitiere. Bisher ist in der Untersuchung ein Anteil für Markdorf in Höhe von 125 200 Euro ausgewiesen.