Was unter dem Tagesordnungspunkt "Verwaltungangelegenheiten" in der jüngsten Gemeinderatssitzung eher am Rande erwähnt wurde, bedeutet für Alexander Kopp aus Untersiggingen und die Bürger im Teilort nach gut fünf Jahren einen tollen Erfolg. "Im Rahmen einer Verkehrsschau mit den verschiedenen Ämtern im Deggenhausertal wurde entschieden, für den Bereich zwischen der Aachbrücke und der Abfahrt nach Grünwangen auf der Landesstraße 204 in der Ortsdurchfahrt Untersiggingen von Montag bis Freitag zwischen 7 und 17 Uhr eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h zu verfügen", berichtete Bürgermeister Fabian Meschenmoser.

Straßensanierung ein weiteres Ziel

Alexander Kopp, der bei der Ratssitzung aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen konnte: "Schade, dass es so lange gedauert hat und die Beschränkung nicht rund um die Uhr gilt. Aber es ist besser als nichts." Es sei gut, gerade für die Kinder der beiden Kindergärten. Jetzt solle man dranbleiben, dass im Zusammenhang mit dem Neubau der Aachbrücke auch die Straße in der Ortsdurchfahrt durchgehend saniert werde.

Unterschriftenaktion vor fünf Jahren gestartet

In Deggenhausertal, wo Bürgerinitiativen eher wenig praktiziert werden, hatte Kopp 2013 eine Unterschriftenaktion zur verkehrlichen Situation in Untersiggingen gestartet. In der Juli-Sitzung 2013 des Gemeinderats überreichte Kopp eine Unterschriftenliste an den damaligen Bürgermeister Knut Simon: "In Untersiggingen gibt es fast alles, Kindergärten, die Kirche und Firmen. Das Dorf ist ein tolles Aushängeschild für die ganze Gemeinde. Aber: Es gibt auch eine kaputte Straße", sagte Kopp bei der Übergabe der Unterschriftenlisten. Er und rund 250 Unterzeichner brachten damit einerseits ihren Unmut über den desolaten und gefährlichen Zustand der Landesstraße 207 in der Ortsdurchfahrt Untersiggingen zum Ausdruck. Andererseits wollten die aktiv gewordenen Bürger die Verwaltung veranlassen, sich bei den zuständigen Behörden Landratsamt Bodenseekreis sowie Regierungspräsidium Tübingen bis hin zum Verkehrsministerium in Stuttgart mit Nachdruck dafür stark zu machen, dass die Straße grundlegend saniert sowie in der Ortsdurchfahrt tagsüber und auch nachts eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h verhängt wird.

Gesetzliche Rahmenbedingungen sind nun andere

Damals war das Ansinnen von den Behörden abgelehnt worden. "Die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich zwischenzeitlich geändert, sodass nun die Entscheidung zugunsten der Tempobeschränkung erfolgen konnte", so Bürgermeister Meschenmoser am Dienstag.