Die Zustimmung wächst. Ein breites Bündnis aus öffentlichen Personen, Amts- und Mandatsträgern hat sich Mitte der Woche zusammengeschlossen, um mit der sogenannten „Friedrichshafener Erklärung“ ein Signal für Verantwortung und Solidarität in der Pandemie zu setzen. Das auf der Onlineplattform change.org veröffentlichte Positionspapier hat inzwischen etwa 1700 Unterzeichner.

Unterstützerin schreibt von „Schweigender Mehrheit“

Eine Userin, die ihre Zustimmung zur Petition begründet, schreibt: „Weil die schweigende Mehrheit sichtbar gemacht werden sollte.“ Dies trifft das Kernanliegen der Aktion recht gut. Zwar demonstrieren in vielen Städten der Region regelmäßig Menschen, die unzufrieden sind mit der derzeitigen Coronapolitik. Dennoch gehen die Initiatoren davon aus, dass eine Mehrheit der Bürger für Impfungen ist und etwa auch Zutrittsbeschränkungen für nicht Geimpfte befürwortet.

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Unterstützung kommt auch von ZF und Zeppelin

Während unter den über 35 Erstunterzeichnern zunächst vornehmlich politische Akteure waren, so haben sich inzwischen auch zwei Verantwortliche aus der Wirtschaft dazugesellt: Peter Gerstmann, Chef der Zeppelin GmbH, setzte seinen Namen unter die Petition, Frank Iwer, ZF-Standortleiter in Friedrichshafen, tat es ihm gleich.

Inhaltlich geht die „Friedrichshafener Erklärung“ auch auf die teils emotional geführte Impfdebatte ein. Zwar befürworten die Unterzeichner Widerspruch und Meinungsvielfalt als „untrennbar mit der Demokratie verbunden“. Doch sie schränken ein: „Wer durch Demonstrationen oder unangemeldete „Spaziergänge“ riskiert, dass die Pandemie weitere, vermeidbare Opfer fordert, überschreitet die Grenze der Meinungsäußerung.“ Dies sei kein Akt individueller Freiheit, sondern ein Eingriff in die Freiheit und das Leben anderer.

Doch wird hier nicht mit zweierlei Maß gemessen? Neben den unangemeldeten „Spaziergängen“ gab es Anfang der Woche auch angemeldete Gegendemonstrationen in Ravensburg und Konstanz. Sollten diese also unterbunden werden?

Der SPD-Kreisvorsitzende Leon Hahn hat die Erklärung auf die Onlineplattform change.org geladen. Auf Anfrage des SÜDKURIER betont er, dass sich die Kritik an Demonstrationen nicht gegen politische Meinungsäußerungen richte. „Aber bei den impfkritischen Spaziergängen wird oft weder auf Abstand geachtet, noch werden Masken getragen“, so Hahn. Tatsächlich hielten sich am Montag Demonstrierende bei den Gegenveranstaltungen in Konstanz und Ravensburg an die Maskenpflicht. Auch bei der angemeldeten impfkritischen Kundgebung in Überlingen Anfang der Woche versuchten die Verantwortlichen auf Maskenpflicht und Abstände zu achten.

Als nächste Wegmarke für die Aktion ist auf der Plattform change.org zu lesen, dass nun 2500 Unterstützer angepeilt werden.

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