Zahlreiche Kinder und Jugendliche haben beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" mitgemacht. Am Freitag bekamen Interessierte die Möglichkeit, alle 58 Projekte im Friedrichshafener Dornier-Museum kennenzulernen. Nachmittags fand die Siegerehrung statt. Dabei wurden die Projekte in zwei Kategorien geteilt: "Schüler experimentieren" und "Jugend forscht". 31  Juroren haben die Projekte zuvor bewertet. Organisiert wurde der Wettbewerb von den Firmen Rolls-Royce Power Sytems AG, Airbus Defence & Space sowie ZF Friedrichshafen AG. Die Duale Hochschule Ravensburg hat ein Bühnenprogramm mit Moderation auf die Beine gestellt. Auf zu drei Projekt-Beispielen:

  • Der SpieleBot: Leon Maurer, Daniel Pasenko und Frank Engstler haben einen Roboterarm entwickelt, der dank seiner intelligenten Steuerung das Brettspiel Mühle beherrscht und gegen einen menschlichen Gegner spielen kann. Damit haben die Schüler den ersten Platz des Regionalwettbewerbs in der Kategorie Mathematik und Informatik belegt. "Wir haben zum Beginn des Schuljahres damit angefangen und mit dem Schülerforschungszentrum zusammengearbeitet", erzählt Frank. Motivation ist für die Jungs ihr Interesse an Informatik. "Roboter sind toll", findet Daniel. Für das Spiel Mühle hätten sie sich wegen des logischen und eindeutigen Ablaufs entschieden.Die drei Zwölftklässler der Claude-Dornier-Schule in Friedrichshafen haben die Aufgaben für ihr Projekt in drei Teile geteilt: Bilderkennung, Spiellogik und Robotersteuerung.
    "Wir haben viel Zuhause gemacht, weil das Schülerforschungszentrum umgebaut wurde", berichtet Leon. Bevor es zum Landeswettbewerb geht, haben die drei Tüftler noch eine Hürde zu bewältigen: "Die Robotersteuerung hat nicht wie vom Hersteller angegeben funktioniert", sagt Leon. Deswegen funktioniere derzeit nur die Software. Um dieses Problem zu bewältigen, wollen die Schüler die Elektronik des Roboters austauschen. "Zum Glück haben wir einen sehr kompetenten Lehrer, der uns dabei hilft", sagt Daniel schmunzelnd.
  • Energie-Gewinnung: Kompost ist nicht einfach Kompost. Das dachten sich Glenn Honstetter, Julian Mock und Jonas Woerner. Die drei besuchen die 12. Klasse der Waldorfschule in Überlingen. Gemeinsam haben sie sich die Frage gestellt, ob man mit thermophilen Mikroorganismen im Komposthaufen Energie gewinnen und letzten Endes auch effizient damit heizen kann. Mit ihrem Projekt haben sie dies bewiesen und den 2. Platz des Wettbewerbs in der Kategorie Technik belegt. "Wir haben also einen Kompostkasten aus Stahl gebaut, haben ihn mit Steinwolle isoliert und bis auf die Bodenplatte wasserfest abgedichtet", erklärt Julian. Anschließend wurde der Kasten mit Grünschnitt gefüllt. "Mithilfe einer Messanlage haben wir die Temperaturen an fünf verschiedenen Stellen gemessen und diese anschließend auf dem Handy oder Laptop ausgelesen", erläutert Julian. Der Kompost habe eine Maximaltemperatur von 79,5 Grad Celsius erreicht. "Die Nutzleistung des Kompostes haben wir mit einem Wärmeleiter festgestellt.
    Sie betrug 1220 Watt", berichtet Glenn.
  • Medizin auf Knopfdruck: Keinen Preis, dafür viel Erfahrung haben Afra Weippert, Svenja Kräutter und Ramona Blank bei "Jugend forscht" gewonnen. Die Neuntklässlerinnen des Montfort-Gymnasiums Tettnang haben mit dem Häfler Schülerforschungszentrum beim Wettbewerb mitgemacht. Mit ihrem Projekt haben die Mädels erst vor zwei Monaten begonnen. "Jedes Jahr erkranken viele Menschen, vor allen im Winter, an einem grippalen Virusinfekt, der sich meist mit Fieber bemerkbar macht", sagt Ramona. Viele Betroffene würden den Infekt zu spät erkennen. "Unsere Idee ist es, ein intelligentes Pflaster zu entwickeln, das selbstständig Wirkstoff abgibt", erklärt Afra.

Die Platzierungen

Die Ergebnisse der Wettbewerbe sind laut Mitteilung von Elisabeth Ligendza, Duale Hochschule, wie folgt:

  • Jugend forscht,Platz 1: Biologie: "Antibiotika aus der Brombeerpflanze" von Robin Schönegg; Physik: "Kompakte Laser-Strahl-Diagnose mit Stabilisierung" von Felix Pertersen; Mathematik und Informatik: "Der SpieleBot" von Frank Engstler, Leon Maurer und Daniel Pasenko; Technik: "Intelligenter Roboter für Garten und Wiese" von Tom Franklin, Julian Laibach und Elias Singer. Platz 2: Chemie: "Elektrochromes Glas" von Akane Fukamachi und Max Wiedmaier; Physik: "Untersuchungen zum Mpemba-Effekt" von Tim Kuppel; Geo- und Raumwissenschaften: "Bau einer Augmented Reality Sandbox" von Adrian Müller und Vincent Schmidt; Mathematik und Informatik: "Simulierung für Arbeitsmaschinen" von Timo Schönegg; Technik: "Eine ungenutzte Energie" von Glenn Honstetter, Julian Mock und Jonas Woerner. Platz 3: Chemie: "Wachstumsbedingungen und energetische Betrachtung von Algen" von Kirsten Blohm; Mathematik und Informatik: "Indoor-Fahralgorithmen" von Samuel Layer-Reiss, Christoffer Raun und Timo Schönegg; Technik: "Autonomer Feldroboter" von Samuel Layer-Reiss, David Lippner und Christoffer Raun.
  • Schüler experimentieren,Platz 1: Biologie: "Besser knabbern mit Fluorid – die Wirkung unterschiedlicher Zahnpasten bei der Remineralisierung des Zahnschmelzes" von Emma Jonner und Kati Burkhart; Chemie: "Dank Thermopflast kein Stich wird Last" von Felix Hauswald und Felix Romer; Physik: "Coole Drinks und kleine Würfel – Eiswürfel in verschiedenen Flüssigkeiten" von Florian Nittbaur und Jan Böhrer; Arbeitswelt: "Milchschaumschläger" von Arthur Schaus, Kyle Paulwell und Jonah Linzer; Technik: "Elektro-Longboard" von Mathis Salmen. Platz 2: Geo- und Raumwissenschaften: "Vulkane und Erdbeben" von Carlo Kübler, Helena Fuchs und Lilian Gast; Biologie: "Haar gefärbt – Haar kaputt? – Reißt chemisch gefärbtes Haar leichter als biologisch gefärbtes?" von Natalia Mann, Sara Lamparth und Emilia Ruff; Mathematik: "TR2 – Transportroboter" von Luca Trucco und Axel Gualco; Arbeitswelt: "Plastikrecycling" von Elena Saturno, Bianca Caterina Ammannato und Ginevra Cazzulo; Technik: "Windräder" von Rico Pottrick und Jonas Brugger Platz 3: Geo- und Raumwissenschaften: "Tropfsteinhöhle" von Jana Carl und Jannis Kosche; Biologie: "Bestrahlung von Lebensmitteln" von Marlene Feist; Chemie: "Spannende und spaßige Experimente mit Stärke" von Hanna Gassmann, Olivia Didié und Amy König; Physik: "Rauchringkanone" von Emilija Sakic und Estefanija Sakic; Arbeitswelt: "Fluoreszierende Diskoschminke – natürlich chemisch!" von Amelie Karrer; Technik: "Hoch hinaus mit Leichtigkeit" von Moritz Erd, Denis Hirschmüller und Martin Böck.