Nachdem am Samstag ein Spieler der Ersten Mannschaft des Sportvereins Bermatingen (SVB) positiv auf das SARS-CoV-2-Virus getestet worden ist und der SVB daraufhin umgehend den gesamten Trainings- und Spielbetrieb bis zum Ende dieser Woche einstellte, haben sich alle Mitglieder der Trainingsgruppe des Betroffenen am heutigen Montag ebenfalls testen lassen, wie ein anderer Spieler erklärt hat:

Der Sportplatz des SV Bermatingen ist bleibt vorerst bis zum Ende der Woche gesperrt.
Der Sportplatz des SV Bermatingen ist bleibt vorerst bis zum Ende der Woche gesperrt. | Bild: Jan Manuel Heß

„Jeder muss einen Termin über den Hausarzt machen, also alle, die im Training waren. Da wird ein Abstrich genommen und wir bekommen Dienstag das Ergebnis, dann sieht man weiter.“ Doch nach seiner persönlichen Einschätzung habe bis Montag soweit niemand Symptome einer Erkrankung gezeigt.

Infektionsfall großes Gesprächsthema in der Gemeinde

In Bermatingen ist der neue Corona-Fall gerade ein großes Gesprächsthema, zu dem es unterschiedliche Meinungen gibt. Am Montagnachmittag bei hochsommerlichen Temperaturen war der SÜDKURIER vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

„Mir macht der neue Corona-Fall etwas Angst“

Bei Waltraud Wagner, Mitarbeiterin von Nah & Gut Edeka Sulger, macht sich ein ungutes Gefühl breit. „Mir macht der neue Corona-Fall etwas Angst und beunruhigt mich. Da es im unmittelbaren Umfeld passiert, beschäftigt es mich mehr“, sagt sie.

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Als Risikopatient ist Roland Volkert besonders beunruhigt. „Meiner Meinung nach hätte auch die Bundesliga komplett abgesagt werden müssen. Viele denken, Corona ist schon vorbei“, sagt er betrübt. Es mache ihn wütend, wenn Leute keine Schutzmasken tragen und es sei eine Unverschämtheit, wie sich manche egoistisch verhalten.

Jugendliche rechnete nicht mehr mit Infektionsfall in Bermatingen

Jule Nadig hat zwar nicht mehr mit einem Infizierten in Bermatingen und der näheren Umgebung gerechnet, Angst hat die 17-Jährige trotzdem nicht. Die Freundin ihres Bruders spiele auch beim SVB.

60-Jährige durch SÜDKURIER-online-Bericht informiert

Zeit, sich über die neuen Vorkommnisse viele Gedanken zu machen, hatte Sabine Salger bisher noch nicht. Sie sei erst am Montag aus dem Urlaub zurückgekommen. „Ich habe es als erstes online vom SÜDKURIER erfahren“, berichtet die 60-Jährige im Auto auf dem EDEKA-Parkplatz.

Mit Hochdruck am Ermitteln von Kontaktpersonen

Über das genaue Vorgehen des Gesundheitsamtes berichtet Nadine Larisch, persönliche Referentin des Landrats Lothar Wölfle: „Sofern eine Person laborbestätigt mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert ist, werden umgehend alle Kontaktpersonen ermittelt. Der infektiöse Zeitraum berechnet sich dabei ab 48 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome bis für die kommenden zehn Tage.“

SVB-Vorsitzender Klaus Gommeringer rät zu freiwilligen Tests

SVB-Vorsitzender Klaus Gommeringer rät nachdrücklich zu freiwilligen Tests: „Wer sich unsicher fühlt, sollte einen Testtermin ausmachen und auch vorsorglich seinen Arbeitgeber informieren. Und sofern es möglich ist, am besten zu Hause bleiben, um keine unnötigen Risiken einzugehen.“

Klaus Gommeringer, Vorsitzender SVB: „Wer sich unsicher fühlt, sollte einen Testtermin ausmachen und auch vorsorglich seinen Arbeitgeber informieren. Und sofern es möglich ist, am besten zu Hause bleiben.“
Klaus Gommeringer, Vorsitzender SVB: „Wer sich unsicher fühlt, sollte einen Testtermin ausmachen und auch vorsorglich seinen Arbeitgeber informieren. Und sofern es möglich ist, am besten zu Hause bleiben.“ | Bild: Jan Manuel Heß

Er ist froh darüber, dass die intensive Dokumentation im Rahmen des Hygienekonzepts, welches der Verein in enger Absprache mit der Gemeindeverwaltung aufstellte, jetzt zum tragen komme: „Es erleichtert einfach die Arbeit bei der Kontaktverfolgung. Jedenfalls was das Training und die Spiele betrifft, über die Kontakte außerhalb, kann ich natürlich nichts sagen.“

Hygienekonzepte und deren Einhaltung unbedingt nötig

Bürgermeister Martin Rupp betont dies ebenfalls in einer Stellungnahme: „Wichtig ist – und das zur Notwendigkeit von Hygienekonzepten und deren Einhaltung – dass mit den Dokumentationen der Kreis möglicher Betroffener rasch ermittelt und die Infektionsketten damit schnell unterbrochen werden können.“

Bürgermeister Martin Rupp: „Bei allen Lockerungen, die einerseits notwendig und auch vertretbar erscheinen, kommt es nach wie vor auf die Verantwortung jeder und jedes einzelnen von uns für unsere Gesellschaft an.“
Bürgermeister Martin Rupp: „Bei allen Lockerungen, die einerseits notwendig und auch vertretbar erscheinen, kommt es nach wie vor auf die Verantwortung jeder und jedes einzelnen von uns für unsere Gesellschaft an.“ | Bild: Toni Ganter

Ihm sei es zudem im Hinblick auf den aktuellen Fall wichtig, die Bürgerinnen und Bürger darauf hinzuweisen, „dass die Corona-Pandemie leider noch nicht vorbei ist. Bei allen Lockerungen, die einerseits notwendig und auch vertretbar erscheinen, kommt es nach wie vor auf die Verantwortung jeder und jedes einzelnen von uns für unsere Gesellschaft an“. Insofern würden alle Vorsorgemaßnahmen und Hygienekonzepte nur die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung minimieren, gänzlich ausschließen könne man das aber nie. Das zeigten eindringlich die aktuellen Fälle, nicht nur im Bodenseekreis.

Steht SVB-Angebot im Ferienspiele-Programm auf der Kippe?

Wie sieht es, was die Gemeinde betrifft, mit dem Ferienspiele-Programm aus? Über die vom SVB angebotene DFB-Schnupperabzeichen-Aktion am kommenden Freitag, 31. Juli, entscheidet der Vorstand in den nächsten Tagen.

Veranstaltungen unter Vorbehalt weiterer Infektions-Entwicklungen

Auch bei den übrigen Angeboten sei Vorsicht geboten, sagt Bürgermeister Rupp: „Wir müssen, wie schon zuvor, die weitere Entwicklung abwarten. Bislang standen und stehen alle Veranstaltungen unter dem Vorbehalt des weiteren Infektionsgeschehens.“ Daher waren und seien weitere Auflagen bis hin zur Absage immer im Bereich des Möglichen. Die Entscheidung zur Durchführung müsse letztlich der jeweilige Veranstalter treffen.

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