Unter Corona-Bedingungen nahmen Mitglieder der Gemeindeverwaltung, Gemeinderäte sowie die Planer den Platz offiziell in Betrieb. Im Zuge der Umgestaltung des Spielplatzes zwischen Altem Bahnhof und Pfahlbaumuseum entstanden auch 115 neue Fahrradabstellplätze; weitere Radstellplätze sind später rund um den alten Bahnhof und südlich des Naturstrandes vorgesehen. „Ich glaube, auf den Spielplatz können wir alle stolz sein. Es wird ein Aushängeschild in Uhldingen-Mühlhofen“, meinte Bürgermeister Dominik Männle bei der Einweihung.

Spielplatz ist das Ergebnis eines Bürgerprozesses

Die Arbeiten starteten am 2. November, wie er sagte, und hätten witterungsbedingt fünf Wochen ruhen müssen. Die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde hätten die bestehende Anlage abgebaut und die Vorbereitungen getroffen, damit die Firma Schöppeler aus Meßkirch mit dem Neubau loslegen konnte. Johann Senner von der Planstatt Senner aus Überlingen ergänzte, der Spielplatz sei das Ergebnis eines Bürgerprozesses.

Freudensprünge auch bei den „Großen“: Nicht nur die kleinen Besucher dürften ihren Spaß am neuen Spielplatz haben, wie hier der kollektive Sprung von der Mauer zeigt.
Freudensprünge auch bei den „Großen“: Nicht nur die kleinen Besucher dürften ihren Spaß am neuen Spielplatz haben, wie hier der kollektive Sprung von der Mauer zeigt. | Bild: Kleinstück, Holger

Ursprünglich hätten die Arbeiten bereits nach den Weihnachtsferien 2019 beginnen sollen. Doch war der Gemeinderat im Dezember 2019 mit der Planung nicht einverstanden gewesen. Zu den bemängelten Punkten gehörte, dass die Zahl der geplanten Fahrradständer für aktuelle und absehbare Anforderungen nicht als ausreichend angesehen wurde. Das Vorhaben wurde verschoben und dann vom Gemeinderat in der Sitzung am 26. Mai beschlossen, nachdem Verbesserungen an der Planung vorgenommen worden waren. Die Ausschreibung wurde am 18. Juni veröffentlicht. Sechs Firmen hatten Angebote abgegeben, deren Summen zwischen 650 000 und 800 000 Euro lagen.

Conrad von Schröder von der Planstatt Überlingen erläutert das Spieldorf: Hier kann man im Sand nach alten Werkzeugen graben.
Conrad von Schröder von der Planstatt Überlingen erläutert das Spieldorf: Hier kann man im Sand nach alten Werkzeugen graben. | Bild: Kleinstück, Holger

Was unter Senners Regie jetzt entstanden ist, stößt bei den kleinen Besuchern auf große Zustimmung. Das war sowohl während der Einweihung als auch in den Tagen zuvor immer wieder zu sehen. Die Planstatt Senner griff für den Spielplatz das Thema Steinzeit auf: Materialien wie Stein, Holz und Pflanzen sind Hauptelemente der Gestaltung. Es dominiert das Holz der Robinie, das äußerst widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse ist und ohne Imprägnierung überall im Außenbereich eingesetzt werden kann. „Ursprünglich stammt die Robinie aus Nordamerika, wird aber schon seit rund 400 Jahren überall in Europa angepflanzt“, erklärte Johann Senner. Vor dem Zaun zwischen Spielbereich und Fahrradabstellfläche ist eine Präriestaudenmischung angepflanzt; im Spielbereich wachsen Gräser, Weiden und Hasel. Nicht zuletzt finden sich als Hochstämme eine Dachplatane in der Flucht der bestehenden Platanen, eine Kopfweide und eine Weißesche mit auffälliger Herbstfärbung. Die dortige Birke ist erhalten worden.

Bürgermeister Dominik Männle machte sich als erster auf die Suche nach versteckten Werkzeugen.
Bürgermeister Dominik Männle machte sich als erster auf die Suche nach versteckten Werkzeugen. | Bild: Kleinstück, Holger

Zu den genauen Kosten konnte Bürgermeister Dominik Männle noch keine Auskunft geben, da die Abrechnung der Maßnahme noch ausstehe. Im Vorjahr hatte der Gemeinderat die Arbeiten an die Firma Schöppler zum Angebotspreis von 650 000 Euro brutto vergeben.