Für viele Schüler, die die vergangenen Monate im Heimunterricht verbracht haben, geht der Schulalltag nach den Pfingstferien wieder los – zumindest zeitweise. Für sie bedeutet das einen Schritt in Richtung Normalität. Ganz normal wird der Unterricht an den Schulen in der Region dennoch nicht verlaufen. Neben Präsenzunterricht bleibt der Heimunterricht weiter erhalten.

Burgbergschule (Grundschule):

An den Grundschulen startete der Unterricht für die Klassenstufe Vier bereits am 18. Mai. Schulleiter der Burgbergschule in Überlingen, Wolfgang Panzner, ist zufrieden mit dem Schulstart nach dem Lockdown: „Die ersten Tage liefen gut an. Ich glaube, die Schüler waren froh, wieder in die Schule zu dürfen.“ Auch das Tragen des Mundschutzes habe anfangs gut geklappt. Doch nach ein paar Tagen hätten manche Schüler ihren Mundschutz vergessen.

Auch die Zeit des Heimunterrichts habe an der Schule gut funktioniert. Um auch wirklich alle Schüler zu erreichen, habe man einen Postkasten eingerichtet, wo Unterrichtsmaterialien bereitliegen. „Die Gefahr, dass wir nicht immer alle Kinder erreichen können, gibt es natürlich, aber wir hoffen, niemanden zu verlieren“, so Panzner. Nach den Pfingstferien ist, zumindest zeitweise, die Zeit des Heimunterrichts vorbei. Dann sollen alle Schüler wieder Präsenzunterricht haben.

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An der Burgbergschule werden die Schüler dann wieder einmal in der Woche in die Schule gehen. „Wir wollten für uns und die Eltern eine gewisse Konstanz bieten“, sagt Panzner dazu. Um den Abstand einhalten zu können, seien Klassen in Gruppen eingeteilt worden. Die Pausen verbringen diese Lerngruppen getrennt voneinander und in eigenen Pausenbereichen. Gerade so gedeckt sei der Bedarf an Lehrern, die Präsenzunterricht anbieten können. Denn manche Lehrer gehören zur Risikogruppe und machen daher weiter Fernlernunterricht. „Sollten Lehrer krank werden, haben wir schon ein Problem“, sagt der Schulleiter offen. Hinzu komme, dass auch Lehrer für die Notbetreuung eingesetzt werden müssen. Deswegen sei die Organisation ein sehr großer Aufwand gewesen, sagt Panzner.

Gespenstische Ruhe auf dem Schulhof: Die Überlinger Burgbergschule in Zeiten von Corona.
Gespenstische Ruhe auf dem Schulhof: Die Überlinger Burgbergschule in Zeiten von Corona. | Bild: Hilser, Stefan

Realschule Überlingen:

Anders geregelt ist der Schulbetrieb nach den Pfingstferien an der Realschule in Überlingen. Statt nur einmal die Woche, werden hier die Schüler für eine gesamte Woche die Schule besuchen – allerdings in halbierten Klassen. „Ich weiß, das ist schwierig, weil sich so keine Klasse vor den Sommerferien wieder vollständig sieht“, sagt Schulleiterin Karin Broszat. Doch anders sei der Schulalltag unter Einhaltung der Vorgaben des Landes nicht zu bewerkstelligen. Denn: Die Klassen seien groß und das Raumangebot begrenzt.

Mit dieser Regelung könnten aber alle Schüler noch einmal für drei Wochen in die Schule. Der Schwerpunkt liege dabei auf dem Unterricht der Hauptfächer, nicht dadurch abgedeckte Stunden würden mit Unterricht in Nebenfächern aufgefüllt. Lehrer stünden dafür gerade genug zur Verfügung. „Wir müssen mit den vorhandenen Ressourcen jonglieren“, sagt Broszat. Gespannt ist sie, ob die Schüler die geltenden Corona-Regeln auch noch so gut einhalten, wenn an der Schule wieder mehr los ist.

Gymnasium Überlingen:

Wiederum anders geregelt, ist der Schulalltag nach den Pfingstferien am Gymnasium in Überlingen. „Wir haben uns für ein Zwei-Schichten-Modell entschieden“, sagt Hans Weber, Schulleiter der Schule. Schüler der Frühschicht haben Unterricht von 8 bis 11.15 Uhr, Schüler der Spätschicht von 12.15 bis 15.30 Uhr. Auch hier wurden, um die Abstandsregelungen während des Unterrichts einhalten zu können, die Klassen halbiert.

Doch Weber findet es wichtig, dass sich die Klassen vor den Sommerferien noch einmal als Ganzes sehen können. Deshalb findet der Unterricht in einer der beiden Schulwochen, die die Schüler dann noch haben, in der Turnhalle statt. Dass der Schulweg in einer Spätschichtwoche für manche Schüler zum Problem werden könnte, sieht auch Weber. Doch alles zu berücksichtigen, sei nicht möglich. Rückblickend auf die Zeit des Heimunterrichts sieht er sowohl Vor- als auch Nachteile für die Schüler: „Die Schüler verbessern ihre digitale Kompetenz, Lernen ist aber immer noch ein sozialer Akt.“ Deswegen findet es Weber wichtig, dass die Schüler wieder Präsenzunterricht bekommen, wenn auch nur eingeschränkt.

Das Überlinger Schulzentrum mit Gymnasium (links hinten), Realschule (vorne, vor dem Turnhallenneubau) und Berufsschulen (rechts): Alle dortigen Schulen haben unterschiedliche Konzepte für den Schulbetrieb nach Pfingsten erarbeitet. – In der Meersburger Sommertalschule (Bild links) gibt es halbierte Klassen.
Das Überlinger Schulzentrum mit Gymnasium (links hinten), Realschule (vorne, vor dem Turnhallenneubau) und Berufsschulen (rechts): Alle dortigen Schulen haben unterschiedliche Konzepte für den Schulbetrieb nach Pfingsten erarbeitet. – In der Meersburger Sommertalschule (Bild links) gibt es halbierte Klassen. | Bild: Gerhard Plessing

Bildungszentrum Salem (Gemeinschaftsschule):

Beim Bildungszentrum in Salem wird der Unterricht zwei Mal wöchentlich stattfinden. „Wir müssen die Anweisungen des Kultusministeriums beachten und dann abwägen, wie es für die Schüler am besten ist“, sagt Schulleiterin Bettina Schappeler. Außerdem müsste die Schule schauen, wie die Lehrer einsetzbar sind und gleichzeitig noch die Notbetreuung weiterhin gewährleisten. Deshalb habe man sich für diese Modell entschieden. Unterricht für die Klassenstufen Eins bis Acht gebe es an vier Tagen, am Mittwoch sei der Unterricht den Schülern der Prüfungsklassen und denjenigen, die im nächsten Jahr den Abschluss machen, vorbehalten.

Bildungszentrum Salem. Bild: Thissen
Bildungszentrum Salem. | Bild: Thissen

Sommertalschule Meersburg (Gemeinschaftsschule):

Bei der Sommertalschule wird der Unterricht nach den Pfingstferien ebenfalls tageweise und mit halbierten Klassen durchgeführt. Tanja Fäßler, Schulleiterin der Schule findet: „Für die Kinder ist eine gewisse Kontinuität wichtig. Außerdem kommen wir so enger ran an die Schüler.“ Abstandsregeln gelten weiterhin, bis die Schüler an ihrem Platz sitzen, gilt die Maskenpflicht. Der Beginn der Klassenstufe vier habe an der Sommertalschule gut geklappt und die Klassenlehrer seien positiv gestimmt, sagt Fäßler. Dennoch habe sie eine gewisse Aufregung gespürt. Für die kommende Zeit wolle sich die Schule Schritt für Schritt durcharbeiten.

Bild: Baur, Martin

Wiestorschule (Gemeinschaftsschule):

Ein Konzept für die Zeit nach Pfingsten steht auch an der Wiestorschule. Schulleiter Jürgen Mattmann gibt zu: „Es war und ist gerade nicht einfach, verlässlich zu planen und eher nicht möglich, längerfristig zu denken.“ Denn: Die Rufe nach einer vollständigen Öffnung der Schulen würden immer lauter. Für die – erste – Zeit nach Pfingsten werden auch hier die Klassen halbiert und kommen an insgesamt zwei Vormittagen in der Woche in die Schule. Damit es nicht zu Ansammlungen kommt, starten Grundschüler nicht regulär um 7.50 Uhr den Unterricht, sondern etwas später. Am Mittwoch erfolgt an der Wiestorschule grundsätzlich kein Präsenzunterricht.

An der Wiestorschule begann der Unterricht für die Klassenstufe Vier bereits am 18. Mai. Nach den Pfingstferien sollen gestaffelt alle anderen Schüler folgen. Am Bildungszentrum Salem (reches Bild) geht es zweimal wöchentlich ins Klassenzimmer. Bilder: Hanspeter Walter
An der Wiestorschule begann der Unterricht für die Klassenstufe Vier bereits am 18. Mai. Nach den Pfingstferien sollen gestaffelt alle anderen Schüler folgen. Am Bildungszentrum Salem (reches Bild) geht es zweimal wöchentlich ins Klassenzimmer. | Bild: Hanspeter Walter

Droste-Hülshoff-Gymnasium Meersburg:

Für ein A-und B-Wochenmodell entschieden hat sich das Droste-Hülshoff-Gymnasium. Dort sei es, laut Schulleiter Philipp Strack, so geregelt, dass der eine Teil der Klasse die Schule in Woche A besucht, der andere Teil in Woche B. Allerdings bietet die Schule nur an vier Tagen die Woche Unterricht, weil sonst nicht genug Räumlichkeiten zur Verfügung stünden. Die Notenfindung empfindet Strack bei den Klassenstufen fünf bis elf nicht als großes Problem. Schwieriger sei es bei den Schülern der Jahrgansstufestufe 1 (bei G 9, 12. Klasse). Denn ihre Noten sind jetzt schon relevant für den Abschluss. „Das wird ein kreatives Kunstwerk, das zu regeln“, sagt Strack. Denn bis zum Ende des Schuljahres bleibt wenig Zeit und die Lehrer wollen den Schülern gerecht werden. Deshalb wird diese Jahrgangsstufe auch die gesamte Zeit Unterricht an der Schule haben und auch noch Klausuren schreiben müssen, so Strack.

Bild: Baur, Martin

Berufliche Schulen in Überlingen:

Die beruflichen Schulen in Überlingen haben für den Präsenzunterricht nach den Pfingstferien ein gemeinsames Konzept erarbeitet. An der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, der Justus-von-Liebig-Schule sowie der Constantin-Vanotti-Schule werden nach den Pfingstferien wieder 50 Prozent der Gesamtschülerzahl gleichzeitig in die Schule gehen. Bereits vor den Ferien seien 30 bis 40 Prozent der Schüler anwesend gewesen und auf die bevorstehenden Prüfungen vorbereitet worden. Um die Abstandsregelungen einhalten zu können, seien auch hier die Klassen aufgeteilt worden.

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