Seit dem 1. Juni dürfen Kinos endlich wieder öffnen – nach zweieinhalb Monaten. Was nach Erleichterung klingt, ist aber mit Sorge gespickt. Denn wie in allen anderen Branchen gelten coronabedingte Auflagen, durch die sich der Betrieb eines Kinos eigentlich nicht mehr rechnet, so zumindest sieht das Thomas Lailach, Betreiber zweier Kinos in Überlingen. Die Cinégreth will er trotzdem öffnen. Allein schon für diejenigen, denen der Gang ins Kino in den vergangenen Monaten gefehlt hat.

Eigentlich lohnt sich Öffnung kaum

„Wir öffnen die Cinégreth am 4. Juni, wissen aber eigentlich schon, dass es sich nicht lohnen wird“, sagt Lailach. Denn: Er darf nur ein Drittel der eigentlichen Kapazität in das Kino lassen. „Das lohnt sich nur dann, wenn wirklich alle Plätze belegt sind“, führt er weiter aus. Und da der Sommer bevor steht, eine Zeit, in der das Interesse für das Kino traditionell eher abnehme, sieht er nicht, dass die Kapazität erreicht wird. Positive Zuschriften von Menschen, die der Familie Mut zugesprochen hätten, hätten ihn aber dazu bewegt, die Öffnung des Kinos zu wagen.

Ein Tropfen auf den heißen Stein

Die letzten Monate waren für den Kinobetreiber ohnehin schwer: „Ich muss von einem Polster leben, das es in der Kinobranche sowieso nicht gibt.“ Vom Staat habe er zwar Corona-Soforthilfe bekommen, diese sei aber ein Tropfen auf den heißen Stein. „Die Kinobranche ist schon durch viele Krisen gekommen, diese wird sie auch überstehen. Aber sie wird Federn lassen müssen.“ Da ist sich Lailach sicher. Er glaubt, dass die Corona-Krise gerade kleinen Familienbetrieben das Genick brechen wird. Viele Betreiber würden ihre Säle schon jetzt nicht öffnen, weil es sich durch die Corona-Auflagen nicht lohnt.

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Verlosung soll Gästen zu Kinobesuch bewegen

Auch Lailach lässt Kammer/Tivoli vorerst zu. Für die Cinégreth sollen die Pfingstferien als Testballon fungieren. „Wir öffnen erst einmal jeden Tag und je nachdem, wie es läuft, werden wir wieder bis zum Sommer schließen oder nur an Wochenenden öffnen“, fügt Levinia Lailach an. Um Gäste vor die Leinwand zu locken, haben sie sich etwas überlegt: Eine Verlosung. „Jeder Besucher kann ein Kärtchen mit seinen Kontaktdaten ausfüllen und hat die Chance auf freie Kinovorstellungen.“

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