Hunderte Besucher strömten am Sonntagabend zu einem Gottesdienst ins Überlinger Münster. Das Seelenamt war Fridolin Zugmantel gewidmet, der im Alter von 56 Jahren plötzlich verstorben ist. Die Familie wünschte es sich, dass auf Nachrufe verzichtet werde – stattdessen läutete während eines stillen Gedenkens die Osannaglocke, die schwerste Glocke des Münsters, die nur zu den hohen Feiertagen und für besondere Anlässe läutet.

Den Chorraum des Münsters füllten die Kameraden der Schwerttanzkompanie, in den ersten Bankreihen saßen die Frauen des Trachtenbundes. Zu den Besuchern zählte auch der frühere Ministerpräsident Erwin Teufel, der, wie es in der Messe hieß, zu einem Wahlüberlinger durch Familie Zugmantel geworden ist.

So viele Besucher, wie es die Coronavorschriften erlauben, strömten ins Nikolausmünster, um von Fridolin Zugmantel Abschied zu nehmen.
So viele Besucher, wie es die Coronavorschriften erlauben, strömten ins Nikolausmünster, um von Fridolin Zugmantel Abschied zu nehmen. | Bild: Hilser, Stefan

Christine Gäng, Pfarrgemeinderatsvorsitzende, verlas einen von der Trauerfamilie formulierten Lebenslauf des Verstorbenen, in dem seine tiefe Zuneigung zu Überlingen, zu seinem Beruf, seinen Ehrenämtern und seiner Familie zum Ausdruck kam. Der katholische Stadtpfarrer Bernd Walter sagte: „Trotz der Trauer spüren wir einen tiefen Dank, der Dank für sein Leben – für gemeinsam verbrachtes Leben.“ Bernd Walter: „Wir sind in so überwältigender Zahl zusammengekommen, um gemeinsam unseren Respekt und unsere Anerkennung für ein großartiges Lebenswerk zu bezeugen.“ Durch Fridolin Zugmantels soziales Engagement, sein Wirken als Familienmensch, als Erster Platzmeister der Schwerttanzkompanie, als Metzgermeister mit vielen auch ganz persönlichen Kundenbeziehungen, habe er Spuren in unseren Herzen hinterlassen.

Beim Auszug der Ministranten am Ende des Requiems. In den Bankreihen links stehen die Frauen des Trachtenbundes, im Chorraum hat sich die Schwerttanzkompanie versammelt.
Beim Auszug der Ministranten am Ende des Requiems. In den Bankreihen links stehen die Frauen des Trachtenbundes, im Chorraum hat sich die Schwerttanzkompanie versammelt. | Bild: Hilser, Stefan

Das Requiem wurde mit emotional einfühlsamer Musik unter anderem durch Sängerinnen der Jugendkantorei unter der Leitung von Melanie Jäger-Waldau begleitet. Als Solisten waren Andrea Jäger-Waldau „Mich ruft mein Stern“ aus dem Musical „Der kleine Tag“ von Rolf Zuckowski zu hören sowie Roland Ruf mit dem Beatles-Stück „Let it be“.

Einer der anrührendsten Momente war, als Simon Zugmantel Abschiedsworte an seinen Vater richtete. „Es ist mir ein großes Anliegen, Dich als positiv denkenden und humorvollen Menschen in Erinnerung zu behalten.“ Er berichtete der Trauergemeinde darüber, dass es Familientradition war, gemeinsam vor Weihnachten den TV-Film „Der kleine Lord“ anzuschauen. Er zitierte seinen Vater, der ihm dann immer gesagt habe: „Weißt Du Simon, bei diesem Film gibt es eine Stelle, an der ich immer feuchte Augen bekomme: Jeder Mensch sollte versuchen, mit seinem Leben die Welt ein klein wenig besser zu machen.“

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