Brillenträger kennen das Problem, vor allem im Winter, nur zu gut: vernebelte Sicht. Doch seitdem durch die Corona-Verordnung die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr besteht, ist alles nur noch schlimmer geworden. Hinter den getrübten Gläsern steckt einfache Physik: Beim Ausatmen steigt die warme Luft aus der Nase nach oben aus der Maske heraus und die Feuchtigkeit kondensiert an den kälteren Brillengläsern. Dagegen gibt es laut Ulrich Krezdorn, Optiker aus Überlingen und selbst Brillenträger, kein Patentrezept. Trotzdem gibt er einige hilfreiche Tipps, wie auch bebrillte Menschen den vollen Durchblick behalten können.

Bild: Timm Lechler

Tipp 1: Maske muss fest anliegen

Ulrich Krezdorn sagt: „Es gibt Masken mit und ohne Draht. Der biegbare Metallbügel gehört an die Oberseite, damit der Mundschutz um die Nase herum fixiert wird. Denn der Dampf steigt durch die Schlitze dort nach oben.“ Deshalb sollte die Maske auch genau dort sehr eng anliegend getragen werden. Sein Tipp: Wer eine Maske ohne Draht besitzt, kann eine einfache Büroklammer zur Hand nehmen.

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Tipp 2: Büroklammer

Die Büroklammer kann man aufbiegen und der Form der Nase anpassen. Danach einfach hineinstecken oder nähen. Der Optiker sagt: „Die Büroklammer bleibt in Form, verstärkt die Maske und sorgt dafür, dass insbesondere der obere Teil der Maske fest anliegt.“ Er rät allerdings dazu, die Büroklammer ab und zu wechseln, da sie an Spannung verliert.

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Tipp 3: Bänder überkreuz

Als weiteren Trick rät er dazu, die Maskenbänder überkreuz zu tragen. Dann sei die Gefahr geringer die Brillen oder auch Hörgeräte beim Absetzen der Maske zu verlieren und man bekäme obendrein noch besser Luft. Das sei besonders für Asthmatiker besser geeignet. „Und dazu bekommt mein keine Segelohren“, sagt Ulrich Krezdorn schmunzelnd.

Bild: Timm Lechler

Tipp 4: Maske um den Nacken

Wer noch wenige oder gar keine Maske hat, könne auch überlegen, sich eine Maske zu kaufen, die nicht hinter den Ohren fixiert wird, sondern um den Nacken oder den Hinterkopf herum geführt wird. Diese würde um die Nase herum mit mehr Halt sitzen, wodurch die Brille weniger beschlägt. „Es ist auch entspannter für alle Hörgeräte- und Brillenträger, dann können die nicht so einfach herunterfallen“, so Krezdorn.

Bild: Timm Lechler

Tipp 5: Voll-Maske

Vor ein paar Tagen hatte der Optiker auch einen gehörlosen Kunden. Für diesen Fall hat er extra eine große Gesichtsmaske aus Plastik, damit Lippenlesen möglich ist. Krezdorn sagt: „Diese Maske geht zwar besser mit Brille, doch sie hat störende Reflexionen und ist wirklich eine Gesichts-Saune. Meinen Respekt an alle Feuerwehrmänner und Ärzte, die viel mit so einem Ding arbeiten.“

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Tipp 6: Kein Antibeschlagmittel

Von Mitteln, die dafür sorgen, dass die Brillengläser nicht anlaufen, rät der Optiker eher ab. Er sagt: „Die optischen Flächen der Gläser sind heutzutage so anspruchsvoll geschliffen, da sind zusätzliche Schichten nicht qualitätsfördernd.“ Außerdem sei es zusätzliche Beanspruchung für die Brille, könne dafür sorgen, dass das Glas verkratze, und funktioniere nicht einmal richtig.

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„Vor Kurzem hatte ich auch eine Kundin, die ich ein Stunde beraten habe. Danach hat sie gesagt: Ich möchte sie einmal ohne Maske sehen“, sagt der Optiker. „Denn nimmt man die Maske herunter, ist man einfach ein anderer Mensch.“ Menschen würden eben auch mit den Augen hören, Emotionen und Mimik gingen dabei einher. Ulrich Krezdorn lacht und sagt: „Deshalb sind eben doch alle Masken lästig, außer natürlich das Überlinger Hänsele.“

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