Die Landesgartenschau 2020 bekommt ihren eigenen Schiffsanleger und holt die Mainau sowie die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) mit ins Boot. Seit Jahren führten die drei Partner intensive Gespräche. Das Ergebnis stellten die Landesgartenschau GmbH, die Insel Mainau GmbH und Tochtergesellschaft der Stadtwerke Konstanz jetzt vor: „Diese wertvolle Kooperation der stärksten Touristenmagnete ermöglicht den Brückenschlag über den See“, fasste Oberbürgermeister Jan Zeitler das Ergebnis zusammen.

Sie stellten die Kooperation und das Konzept der "Gartenlinie" vor (von links): Markus Zeiler (Mainau-Gartendirektor), Bettina Gräfin Bernadotte (Geschäftsführerin Mainau GmbH), Edith Heppeler (Geschäftsführerin LGS GmbH), Norbert Reuter (Geschäftsführer Stadtwerke Konstanz und Bodensee-Schiffsbetriebe) und OB Jan Zeitler. Bild: Sabine Busse
Sie stellten die Kooperation und das Konzept der "Gartenlinie" vor (von links): Markus Zeiler (Mainau-Gartendirektor), Bettina Gräfin Bernadotte (Geschäftsführerin Mainau GmbH), Edith Heppeler (Geschäftsführerin LGS GmbH), Norbert Reuter (Geschäftsführer Stadtwerke Konstanz und Bodensee-Schiffsbetriebe) und OB Jan Zeitler. Bild: Sabine Busse

Als Ziel- und Startpunkt der "Gartenlinie" genannten Route soll die bestehende Mole nahe der Bahnhofstraße ertüchtigt werden. Damit ist ein Ausbau gemeint, der beispielsweise der MS Überlingen das Anlegen und den Passagieren den Fußweg zum Gelände in ansprechender Umgebung ermöglichen soll. Die Arbeiten hierzu sollen im Frühjahr nächsten Jahres erfolgen. Nach aktuellem Planungsstand wird der Anleger nach Beendigung der Landesgartenschau im Oktober 2020 wieder zurückgebaut. Allerdings halten sich die Akteure die Möglichkeit offen, daraus eine Dauereinrichtung zu machen. Schließlich würde die Attraktivität des Uferparks auch in Zukunft Gäste anziehen, merkte Jan Zeitler an. Dem wollte sich Norbert Reuter, Geschäftsführer der BSB, nicht verschließen: „Wenn das gut angenommen wird, könnten wir darüber reden, den Haltepunkt in den Fahrplan aufzunehmen.“ Die Mole wird zudem während der LGS Ankerplatz des ökumenischen Kirchenschiffs sein. Dieses soll den Besuchern kleine Auszeiten ermöglichen.

Vor allem für Gruppen interessant

Auch Bettina Gräfin Bernadotte freut sich über die Zusammenarbeit. „Durch die enge Kooperation wird der See zum verbindenden Element“, sagte die Geschäftsführerin der Mainau GmbH. Die Gärten lieferten den Gästen Entspannung und die "Gartenlinie" eine Entschleunigung. Einen zu großen Ansturm fürchtet sie nicht und setzt darauf, dass sich die Besucher in den beiden Ausstellungen abwechseln. Dem will das Angebot für Gruppen Vorschub leisten: Die Kombitickets enthalten den Eintritt für beide Attraktionen, aber nur eine Schifffahrt. Dahinter steht die Idee, dass die Besucher morgens in Überlingen eintreffen und idealerweise nach dem Mittagessen mit dem Schiff zur Mainau fahren. Dort könnten sie abends von den Bussen wieder abgeholt werden.

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Tropische Pflanzen und Wasserbecken in den Menzinger Gärten

Aber nicht nur die "Gartenlinie" schlägt eine Brücke zwischen der Gartenschau und der Blumeninsel. Mainau-Gartendirektor Markus Zeiler berichtete von mehreren Projekten: Sein Team wird in den Menzinger Gärten ein Areal gestalten mit der für die Blumeninsel typischen Handschrift, also einer vielfältige Pflanzenauswahl und tropischen Gewächsen. In der Mitte wird es ein Wasserbecken geben, über das ein Blumenschmetterling schwebt. „Das wird sicher ein begehrtes Fotoobjekt“, ist sich OB Zeiler sicher. Dazu findet im März auf der Mainau ein Planungsworkshop für Studierende statt. Angehende Landschaftsarchitekten aus Nürtingen sowie Gäste aus Pennsylvania werden im Rahmen eines Wettbewerbs Entwürfe zum Thema Wassergärten entwickeln. Die besten sollen in Überlingen und auf der Insel realisiert werden und Einblicke ermöglichen, wie junge, kreative Nachwuchskräfte die Thematik angehen.

Gerade einmal 8 Kilometer liegen auf dem Seeweg zwischen der Blumeninsel und dem Überlinger Landesgartenschaugelände. Seit Jahren gab es bereits Überlegungen zu einer Kooperation der beiden Ausstellungen, nun wurde diese offiziell verkündet. Bild: Achim Mende
Gerade einmal 8 Kilometer liegen auf dem Seeweg zwischen der Blumeninsel und dem Überlinger Landesgartenschaugelände. Seit Jahren gab es bereits Überlegungen zu einer Kooperation der beiden Ausstellungen, nun wurde diese offiziell verkündet. Bild: Achim Mende | Bild: Achim Mende

Auch die Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde nutzt die LGS, um ihren jährlichen Kongress 2020 in Überlingen abzuhalten. Die Teilnehmer werden auch die Mainau besuchen, wo die Strauchrose „Île de fleur“ getauft wird.

Parkkonzept steht noch immer nicht fest

Doch wo werden die vielen Besucher parken? „Die gute Nachricht vorweg, das Parkhaus Therme wird vor Weihnachten 2019 fertig werden“, sagte OB Zeitler. Die Stadt arbeite zurzeit mit der LGS GmbH an einem Parkplatzkonzept. In der Woche stünden Gartenschaubesuchern 750 Plätze zur Verfügung und an den Wochenenden kämen rund 1000 Überlaufplätze in der Region dazu. Außerdem wolle man möglichst viele Besucher motivieren, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Durch die Kooperation mit den BSB und die "Gartenlinie" käme eine attraktive Erweiterung des Angebots dazu.

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