Große Ziele hatte der Überlinger Ortsteil Lippertsreute im August 1994. Wie der SÜDKURIER damals berichtete, kandidierte das Dorf für den Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft seit Ende der 90er-Jahre unter dem Namen „Unser Dorf hat Zukunft„ veranstaltet wird und alle drei Jahre bürgerliches Engagement und positive Entwicklungen in ländlichen Gegenden ehrt.

Um Lippertsreute in Augenschein zu nehmen und genau zu erfahren, wie die Bürger sich für die Verbesserung des Orts eingesetzt hatten, reiste 1994 eine Bezirkskommission aus dem Regierungsbezirk Tübingen an. Deren Mitglieder wurden zunächst vom damaligen Ortsvorsteher Fridolin Keller, dessen Bruder Hermann Keller, der Ortschaftsrätin Ancilla Starosta und dem Leiter der Überlinger Stadtgärtnerei, Thomas Vogler, über Lippertsreute informiert. Insbesondere das bürgerliche Engagement galt es hervorzuheben: So kam unter anderem der bewusste Verzicht auf ein Gewerbegebiet in Lippertsreute und der Einsatz einer Elterninitiative zur Sprache, die beinahe vollständig in Eigenregie eine Außenspielfläche beim Kindergarten geschaffen hatte. Im Anschluss besichtigte die Bezirkskommission bei einem Rundgang durch den Ort das Pfarrhaus, die Fachwerkhäuser und Ernatsreute.

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Und den Fachleuten gefiel offenbar, was sie sahen. Der Kommissionsleiter urteilte damals an die Lippertsreuter gerichtet: „Sie haben sich der Herausforderung des Wettbewerbs ‚Unser Dorf soll schöner werden‘ gestellt, der Zusammenhalt im Dorf wird dadurch noch gestärkt. Hier wurde alles behutsam angegangen, es gab keine Entgleisungen.“ Und das zahlte sich aus: Im Jahr 1995 wurde Lippertsreute im Rahmen des Landeswettbewerbs mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Entgegen nahm sie Ancilla Starosta, die kurz nach der Besichtigung durch die Bezirkskommission zur neuen Ortsvorsteherin gewählt worden war und damit Fridolin Keller abgelöst hatte. Noch heute sind auf der Internetseite des Überlinger Ortsteils ein Foto von der Übergabe und eine Abbildung der Goldmedaille zu finden. Dort wird auch auf eine weitere Auszeichnung aufmerksam gemacht: Nämlich den „Sonderpreis des Landesverbandes Baden-Württemberg für vorbildliche Leistungen auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs“, wie es auf der Internetseite heißt. Seit 2004 darf Lippertsreute sich außerdem mit dem Prädikat „Erholungsort“ schmücken.

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