Vor einem Jahr wählten Überlingens Schüler den ersten Jugendgemeinderat. Die sechs Mädchen und fünf Jungen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren haben seitdem Veranstaltungen organisiert und sich in verschiedenen Kontexten eingebracht. Doch als erstes Gremium dieser Art in Überlingen mussten sie zuerst Startschwierigkeiten überwinden.

Der erste Überlinger Jugendgemeinderat

„Am Anfang brauchten wir einen Raum und eine Ausstattung. Dazu mussten wir die Posten verteilen und uns eine Struktur geben“, erinnert sich Fabienne Nejad, die die Aufgaben der Pressereferentin übernommen hat. Obwohl sie jetzt mitten in der Legislaturperiode sind, fehlen immer noch Dinge, erzählt sie.

Keine Tablets, kein WLAN

So warte man auf die von Oberbürgermeister Jan Zeitler direkt nach der Wahl angekündigten Tablets mit spezieller Software. Das WLAN in ihrem Arbeitsraum sei zwar installiert, den Zugang hätten sie aber ebenfalls noch nicht. „Auf unsere Anfragen bekommen wir stets die Antwort, dass dafür eine offizielle Sitzung nötig ist“, erläutert Fabienne Nejad. Doch auch auf einen Termin für diese Sitzung warte das Gremium, das auf die Unterstützung der Verwaltung angewiesen ist, bereits seit Langem.

Instagram-Account abgelehnt

Gewissheit haben die Jugendgemeinderäte, was ihren Wunsch nach einem offiziellen Instagram-Account für das Gremium angeht: Der ist aus datenschutzrechtlichen Gründen abgelehnt, wie Fabienne Nejad weiter informiert.

Veranstaltungen im Vorfeld der Wahlen

Positiv fällt das Resümee der Gymnasiastin in Bezug auf die geleistete Arbeit aus. „Ich bin zufrieden mit den Sachen, die wir in diesem Jahr gemacht haben.“ Los ging es im Mai mit drei Terminen im Vorfeld der Europa- und Kommunalwahl. In Noltes Theater organisierten sie einen Poetry Slam und im Gymnasium zwei Podiumsdiskussionen, die die Jugendgemeinderäte selbst moderierten.

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Weitere Partys für Jugendliche geplant

Zu den Höhepunkten zählte auch die Halloweenparty in der Rampe. „Die Party war sehr gut besucht“, erzählt Fabienne Nejad sichtlich erfreut. Der organisatorische Aufwand habe sich gelohnt und sie hätten wertvolle Erfahrungen gesammelt. Die können sie vielleicht schon bald einsetzen, denn weitere Partys für Jugendliche seien in Planung. Sofern es finanziell machbar sei, wolle man dafür zum Beispiel den Pavillon bei der Eisbahn mieten.

Zusammenarbeit mit Jugendparlament in Friedrichshafen

Selbstverständlich wollen die Jugendlichen auch Politik machen, sagt Fabienne Nejad. Derzeit bereiten sie zusammen mit dem Jugendparlament in Friedrichshafen einen Antrag vor, den sie im Kreistag einbringen wollen. Dabei geht es um bessere Angebote des öffentlichen Nahverkehrs.

Vernetzung mit „Fridays for Future„-Ortsgruppe

Zum Thema Klima planen sie einen Antrag, mit dem sich der Gemeinderat beschäftigen soll. Das junge Gremium möchte nach Konstanzer Vorbild in Überlingen den Klimanotstand ausrufen. In diesem Kontext suchten sie gerade zusammen mit der Überlinger „Fridays for Future“-Ortsgruppe den Dialog mit dem Oberbürgermeister, berichtet Fabienne Nejad weiter.

„Beim jüngsten Jugendforum sind viele hilfreiche Ideen entstanden“, erzählt die Pressereferentin. Die Diskussionen an verschiedenen Themeninseln seien inhaltlich sehr ergiebig gewesen. Dazu hätten sich engagierte Leute gemeldet, die künftig bei Projekten helfen wollen.

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Jugend-App und Skate-Festival

Zusammen mit Fraktionen des Gemeinderats wollen die Jugendlichen einen Vorschlag von Lothar Thum von den Freien Wählern unterstützen, der die Erstellung einer Jugend-App angeregt hat. Zu den weiteren geplanten Projekten gehört die ehrenamtliche Unterstützung des Tierheims.

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Mit Blick auf den Sommer planen die Gremiumsmitglieder die Ausrichtung eines Skate-Festivals und die monatlichen „Lazy Fridays“ für Schüler in der Beach Bar bei der Landesgartenschau. Fabienne Nejad ist die Vorfreude anzuhören: „Das werden Sommernächte mit Musik und Drinks am Bodensee.“