Mit einem „grünen Band der Sympathie“ warb einst ein Geldinstitut, das es längst nicht mehr gibt. Mit einem grünen Band aus Bäumen könnte die Volksbank Überlingen viele Sympathien gewinnen, wie die aktuelle Beratung über das Bauvorhaben an der Lippertsreuter Straße und die Anregungen des Gestaltungsbeirats im Gemeinderat zeigten.

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Kann Baumreihe erzwungen werden?

Stadtplaner Thomas Kölschbach hatte in seiner Darstellung deutlich gemacht, dass Bäume den Straßenraum und Stadteingang aufwerten könnten. Der Lebensmittelmarkt stadteinwärts sei einmal „gezwungen worden, eine Baumreihe zu pflanzen“, erzählte Kölschbach. „Warum sollte man das nicht fortsetzen?“ Doch bislang habe sich die Bank mit diesem grünen Band noch nicht anfreunden wollen.

Gremium begrüßt Pläne für begrünte Dächer

Diese städtebauliche Perspektive sei bislang meist von den Details der Entwurfsplanung verdrängt worden, so Stadtplaner Kölschbach weiter. Anschaulich wurde diese Bewertung auch an dem städtebaulichen Modell, das die Volksbank auf der Basis des aktuellen Entwurfs bauen ließ und das die Gebäudefront an der Straße deutlich werden lässt. Eine Bepflanzung der Dächer ist zwar aus Sicht des Gremiums sehr erfreulich, kann aber die Straßenbegrünung nicht ersetzen.

Mehr Straßenbegrünung wünschen sich Stadtplaner und Teile des Gemeinderats beim geplanten Volksbank-Neubau an der Lippertsreuter Straße (im Modell rechts in der Mitte).
Mehr Straßenbegrünung wünschen sich Stadtplaner und Teile des Gemeinderats beim geplanten Volksbank-Neubau an der Lippertsreuter Straße (im Modell rechts in der Mitte). | Bild: Hanspeter Walter

Plädoyer für langfristige Lösungen

„Als Gemeinderat haben wir die Aufgabe, städtebaulich langfristig gute Lösungen zu entwickeln“, betonte Stadträtin Bernadette Siemensmeyer (LBU/Grüne). Deshalb sei es klug, das Plangebiet zu erweitern, wie vom Gestaltungsbeirat empfohlen. „Keine Verzögerungen“ wünschte sich Stadtrat Lothar Thum (ÜfA/FWV), selbst ehemaliger Mitarbeiter der Volksbank, und malte schon das Szenario eines Wegzugs des Instituts nach Stockach an die Wand.

Dieser „Drohkulisse“ konnte Jörg Bohm (CDU) nichts abgewinnen, plädierte allerdings für eine Entwicklung „mit Augenmaß und ohne absolute Forderungen“. Der Architekt sagte, „plebiszitäre Architektur“ halte er für schwierig.

Kristin Müller-Hausser (BÜB+) beklagte die „gewaltige Höhe“ des Baus, die unmittelbar an der Straße 24 Meter betrage: „Diese Flucht wirkt wie eine riesige Mauer.“ Einen klaren Dissens sah Raimund Wilhelmi (FDP) im Fazit der Stadtplanung. „Gibt es keine Gespräche im Hintergrund?“, fragte er und fügte an: „Ich fühle mich in einer schwierigen Situation.“

OB Zeitler sieht Prozess auf gutem Weg

Oberbürgermeister Jan Zeitler stellte fest, es gebe eben die Interessen des Vorhabenträgers und das städtebauliche Interesse der Kommune. Den Prozess sehe er dennoch auf einem guten Weg.

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