„Selbstverständlich braucht die Stadt Überlingen den Wirtschaftsverbund Überlingen.“ Nicht alle Bürgerinnen und Bürger, die der SÜDKURIER am gestrigen Sonntag befragte, sprachen sich so wie Thomas Pross aus Überlingen dafür aus, dass der WVÜ für die Stadt unverzichtbar sei. Anita Neubacher aus Uhldingen-Mühlhofen etwa meinte, es bedürfe keinen „Rummel“ wie einen vom WVÜ ausgerichteten verkaufsoffenen Sonntag. „Wer wirklich einkaufen geht, macht das unter der Woche“, sagte sie. Ähnlich sah es Alexandra Bonauer aus Sipplingen. Die Mutter zweier Kinder hatte sich spontan für einen Besuch in Überlingen entschlossen. „Ich glaube, ich würde den verkaufsoffenen Sonntag nicht vermissen“, sagte sie. Vielen Gästen war gar nicht bewusst, dass die Zukunft des verkaufsoffenen Sonntags auf des Messers Schneide steht, zumindest, was die Ausrichtung durch den WVÜ anbelangt.

Die frühlingshafte Witterung trug einen wesentlichen Teil dazu bei, dass sich gestern sowohl Gäste als auch Händler in guter Laune zeigten. Von 13 bis 18 Uhr waren die Geschäfte unter dem Motto „Überlinger Frühling“ geöffnet und viele hatten ihren Einkauf auf den Sonntag gelegt. Damit das entspannte Flanieren auch gewährleistet war, waren neben Münsterstraße auch Franziskaner-, Markt- und Christophstraße und wie schon im Vorjahr zusätzlich der Münsterplatz für den Autoverkehr völlig gesperrt. Aber nicht nur in der Innenstadt, sondern auch an mehreren anderen Plätzen der Stadt nutzten die Bürgerinnen und Bürger den Sonntag zum entspannten Einkaufsbummel.

Viele der rund 140 geöffneten Geschäfte legten sich mit Sonderaktionen und aktuellen Präsentationen ins Zeug. An mehreren Stellen hofften die Besucher auf Fortuna beim Glücksrad-Drehen. Am SÜDKURIER-Stand in der Münsterstraße erläuterten Julia Mateyka und Annina Reiter die Angebote des Medienhauses. Informationen kamen ohnehin nicht zu kurz: Auf der Hofstatt erläuterte unter anderem das „Stadtwerk am See“ über sein Förderprogramm „Elektro-Mobilität“. Mehrere Überlinger Autohäuser präsentierten in der Franziskaner Straße und auf dem Landungsplatz die neuesten Automodelle. Zweifelsohne konnten sich die Besucher der Stadt einem ungezwungenen Bummel durch die Geschäfte mit vielen neuen Saisonartikeln und Kollektionen zur Frühlings- und Sommerzeit hingeben. Ob sie dazu auch am 30. Oktober wieder die Gelegenheit haben werden, wenn erneut ein verkaufsoffener Sonntag geplant ist, wird der WVÜ in seiner außerordentlichen Hauptversammlung am Donnerstag entscheiden.