Überlingen – Der katholische Münsterpfarrer Bernd Walter ist am Sonntagnachmittag in sein Amt als Pfarrer der Seelsorgeeinheit Überlingen eingesetzt worden. Seit Dezember im Dienst, wurde er nun offiziell auf sein Amt verpflichtet. Die Investitur leitete Dekan Peter Nicola, der mit 16 Konzelebranten (meist Pfarrern aus der Region, die während der Vakanz ausgeholfen hatten) ins Münster eingezogen ist. Etwa 800 Besucher wurden im Münster gezählt.

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In einer Grundsatz-Predigt erklärte Pfarrer Walter seinen Werdegang vom ausgebildeten Gärtner bis zum Theologen und seiner Berufung als Pfarrer in der Kirche. Bei einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela habe er diese Erkenntnis gewonnen. Vor allem aber, welchen Traum er von der Kirche in heutiger Zeit hat.

Rund 800 Besucher und 16 Pfarrer begrüßten Bernd Walter offiziell als neuen Pfarrer der Seelsorgeeinheit Überlingen. Bild: Lothar Fritz
Rund 800 Besucher und 16 Pfarrer begrüßten Bernd Walter offiziell als neuen Pfarrer der Seelsorgeeinheit Überlingen. Bild: Lothar Fritz | Bild: Lothar Fritz

Nach mehreren Stationen als Kaplan und Vikar war er in Eutingen bei Pforzheim mit zwölf Jahren am längsten. Mit zwei Bussen sind seine Freunde aus Eutingen zur Investiturfeier angereist, zu denen er immer noch eine Herzensverbundenheit hat. Mit 49 Jahren wolle er nochmal etwas Neues beginnen – „den Sprung wagen“ wie das Foto auf dem Liedblatt darstellt, wo ein Mutiger über einem Abgrund von Felskante zu Felskante springt.

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"Alle sind Kirche"

„Manchmal kommt mir unsere Welt vor, als würde sie auf der Intensivstation liegen“, sagte er eingangs seiner Predigt. Aber, „wer keinen Mut zum Träumen hat, hat auch keine Kraft zum Handeln“. Er zitierte den Apostel Paulus: „Ihr seid der Leib Christi und jeder von euch ein Glied“. Gottes Traum von Kirche sei, dass durch uns Christus sichtbar wird in dieser Welt. „Jesus tut sein Werk auch in Überlingen und Umgebung durch uns“, ist Pfarrer Walter überzeugt. Und was ist die Aufgabe der Kirche? „Sie predigt, lehrt, heilt, hilft, betet, führt Menschen zu Gott und stärkt ihren Glauben – dazu ist Kirche da und zu nichts sonst“. Der gegenwärtige Priestermangel, so seine These, die er selbst als "gewagt" bezeichnete, sei ein Geschenk Gottes an seine Kirche, „damit alle erkennen, dass sie Kirche sind", beziehungsweise sie sich als aktiven Teil der Kirche verstünden und nicht auf eine Rundum-Versorgung durch den Pfarrer hofften.

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Begrüßung durch Kinder

Ein kleiner Chor von Kindergartenkindern hatte als erster mit dem Lied „Du hältst die ganze Welt in Deiner Hand“ gratuliert. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Münsterkantorin Melanie Jäger-Waldau. Münster- und Kammerchor und die Jugendkantorei 3 sangen in Begleitung von Organist Gerhard Breinlinger. Zur Gabenbereitung brachten jeweils zwei Vertreter der fünf Gemeinden der Seelsorgeeinheit (Owingen, Billafingen, Lippertsreute, Aufkirch, Überlingen) Geschenke, die sie am Altar niederlegten und die etwas Typisches für die jeweilige Gemeinde darstellen.

"Einfühlsame Persönlichkeit"

In Stellvertretung des Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats, Johannes Krüger, las Walter Dillmann ein Grußwort vor. Darin lobte er Pfarrer Walter mit diesen Worten: „Aus meiner Arbeit und unseren Treffen habe ich ihn als einfühlsame, kommunikative, sachlich abwägende Person kennengelernt.“

Dekanin schenkt ein Apfelbäumchen

Für die Ökumene brachte Dekanin Klusmann ein Apfelbäumchen, einen besonderen Baum mit verschiedenen Apfelsorten, die symbolisch darstellen möchten, „dass sie wie wir in der Ökumene an einem Stamm wachsen – aber verschieden sind und bleiben“. Jeder könne sich nun selbst aussuchen, ob er lieber "Jonagold" oder "Rebell" sein möchte.

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Finger weg vom geschnitzten Christkind

Oberbürgermeister Jan Zeitler wünschte dem neuen Pfarrer „ein schnelles Einleben in unserer Gemeinschaft und gute Zusammenarbeit zwischen weltlicher und kirchlicher Gemeinde". Zeitler: "Die Überlinger haben Sie mit offenen Armen empfangen.“ Mit seiner Anspielung auf das Zeitungsfoto vor Weihnachten, als Pfarrer Walter das 400 Jahre alte Jesuskind vom Jörg Zürn-Altar in einem Kuhstall präsentierte, löste große Heiterkeit aus. „Fasse nicht alles an, was du im Überlinger Münster erblickst“ mahnte der OB den Pfarrer.

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