Das Franziskanertor erstrahlt nach seiner Sanierung in bestem Licht. Wie im Gemeinderat auf Anfrage von Robert Dreher herauskam, wurde das Schlagwerk (im Volksmund „Fuchs“ genannt) auf Wunsch eines einzelnen lärmgeplagten Bürgers stumm gestellt. „Ich habe gesagt, bis zur Klärung der Sache macht der Fuchs ein Päuschen“, sagte Jan Zeitler. Baubürgermeister Matthias Längin ergänzte, dass eine Nachtabschaltung nur mit hohem technischen Aufwand möglich sei.

Dazu Gemeinderat Dreher: „Mich interessiert gar nicht, wer da was veranlasst hat, wir bitten nur darum, den Fuchs wieder schlagen zu lassen.“

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Dafür gab's Applaus im Gemeinderat, und Zeitler wusste, wie sein Auftrag lautet. Somit ist das Schlagwerk künftig wieder jeweils 5 vor voller Stunde zu hören, auch nachts.

Warum 5 vor? Im Städtischen Museum steht das originale Schlagwerk, es ist ein „Vorschlagwerk“, wie Kustos Peter Graubach berichtet, damit die Handwerker früher wussten, wann sie den Hammer fallen lassen müssen, um pünktlich beim Mittagessen zu sein.

Das Überlinger Franziskanertor nach seiner Sanierung. Ab hier gilt bei der Fahrt in die Altstadt Tempo 20.
Das Überlinger Franziskanertor nach seiner Sanierung. Ab hier gilt bei der Fahrt in die Altstadt Tempo 20. | Bild: Hilser, Stefan

Der Überlieferung nach bekam diese Alarmglocke ihren Namen "Fuchs", weil einst ein Turmwächter Fuchs für sie verantwortlich war, der im Haus neben dem Tor wohnte, wo heute die Firma „Held & Menke“ ihr Ladengeschäft hat. Sie sollte nur dann Sturm läuten, wenn die Überlinger Feuerwehr von einem Nachbarort zur Hilfe gerufen wurde. Bei Bränden in der Stadt alarmierte die Glocke des Münsterturms die Wehrmänner (zu entnehmen dem Buch "s ‘brennt! Überlingen. Eine Stadt und ihre Feuerwehr 1853 bis 2003".