Eine dicke Staubwolke liegt in der Luft. Der pulverisierte Beton knirscht unter den Schuhen. Bauarbeiter mit Mundschutzmasken saugen den Staub auf. Die Sanierungsarbeiten im Parkhaus Post kommen gut voran. Bis Ostern soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen, die Garage Parkplatzsuchenden wieder zur Verfügung stehen. Einige Veränderungen sind für Spaziergänger beim Vorbeigehen sichtbar, denn auch in der Einfahrt wird gearbeitet. Richtig deutlich wird das Ausmaß der Arbeiten aber erst, wenn man das Parkhaus von Innen sieht.

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Laute Arbeit zunächst vorbei

Seit Baubeginn seien die Flächen komplett entschichtet und der Beton freigelegt worden, sagt Alfons Schmid, Projektverantwortlicher beim Stadtwerk am See. Dies seien die Arbeiten gewesen, die deutlich in den über der Garage liegenden Gebäuden zu hören waren. Zudem sei das sogenannte Schrammbord – also die Betonerhebung an der Seite der Garageneinfahrt – umgebaut und verschmälert worden. Zum einen, um die Ein- und Ausfahrtssituation zu verbessern, sagt Norbert Schültke, Bereichsleiter Mobilität beim Stadtwerk am See und Geschäftsführer der Stadtwerke Überlingen. Aber auch, um zu verhindern, dass ihn Fußgänger verbotenerweise benutzen, ergänzt Stadtwerkspressesprecher Sebastian Dix

Projektleiter Alfons Schmid bei einer Baustellenbegehung im Parkhaus Post.
Projektleiter Alfons Schmid bei einer Baustellenbegehung im Parkhaus Post. | Bild: Lange, Tobias

Auch sei eine "Potentialfeldmessung" erfolgt. Dies ist ein Vorgang, bei dem ohne Zerstörung geprüft werden kann, ob der verbaute Stahl angegriffen ist. Dies geschehe durch das im Winter verwendete Streusalz, das sich in den Boden frisst, erklärt Norbert Schültke. Durch die "Potentialfeldmessung" könne punktgenau festgestellt werden, wo der Stahl beschädigt ist und ersetzt werden muss.

100 Tonnen werden abgetragen

Insgesamt werde mit rund 100 Tonnen Beton und Beschichtungsmaterial gerechnet, die entfernt werden müssen, sagt Norbert Schültke. Vor der Entsorgung müsse dieser Bauschutt auf Belastungen untersucht werden. Sicher ist sich der Geschäftsführer aber insofern, dass keine Gefahr durch Asbest besteht. "Hier ist kein Asbest verbaut worden."

Im Parkhaus häufen sich die Säcke mit Bauschutt. Dieser wird noch untersucht.
Im Parkhaus häufen sich die Säcke mit Bauschutt. Dieser wird noch untersucht. | Bild: Lange, Tobias

Mit Hilfe von Hochdruckwasserstrahlen wird der Beton abgebrochen. "Mit bis zu 2500 Bar machen wird das weg", sagt Alfons Schmid. Kleinere Bereiche werden in den nächsten Wochen aber auch mit Abbruchhämmern entfernt werden, kündigt Norbert Schültke an. Dann könne es wieder lauter werden.

Breitere Stellplätze

Im Rahmen der Parkhaussanierung passt sich das Stadtwerk auch an die größer werdenden Autos an. Die Folge sind breitere Stellplätze. Einen großen Verlust an Parkplätzen werde es aber nicht geben, versichert Norbert Schültke. "Es werden maximal zwei bis drei Stellplätze verloren gehen, so dass insgesamt etwa 150 Stellplätze zur Verfügung stehen werden", sagt er.

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Deutliche Verbesserungen soll auch der neue Belag bringen. "Der neue Belag ist strapazierfähiger und auch bei Nässe weniger rutschig", verspricht Schültke. Durch das Versetzen der Schranken soll die Situation an der Ein- und Ausfahrt verbessert werden.

Alfons Schmid, Projektverantwortlicher für die Sanierung des Parkhaus Post beim Stadtwerk am See, deutet auf eine Schadstelle, die untersucht und ausgemessert werden muss.
Alfons Schmid, Projektverantwortlicher für die Sanierung des Parkhaus Post beim Stadtwerk am See, deutet auf eine Schadstelle, die untersucht und ausgemessert werden muss. | Bild: Lange, Tobias

Vollsperrung endet an Ostern

Autofahrer, die ihr Fahrzeug im Parkhaus Post abstellen möchten, müssen sich noch bis Ostern gedulden. Ab dann soll die Vollsperrung der Garage Geschichte sein. Über den Sommer, an dem mit einem höheren Betrieb gerechnet wird, werde das Parkhaus komplett geöffnet, verspricht Norbert Schültke. Im Herbst stehen dann zwar noch einige Arbeiten wie die Neubeschichtung der Böden und Malerarbeiten an, während dieser Zeit soll aber immer eine Parkebene nutzbar sein.

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Zumindest bisher scheint der Sperrung des Parkhauses zumindest auf die Parksituation selber keine wesentlichen Auswirkungen zu haben. Im Januar habe es nicht eine Stunde gegeben, an der die übrigen Parkhäuse Stadtmitte und West voll belegt waren, sagt Norbert Schültke. In der Hochsaison könne das aber wieder anders aussehen.