Wer von der Bahnhofsstraße in die Überlinger Altstadt läuft, der passiert erst die Kur-Apotheke und dann "Alis See-Kebap". Im nächsten Jahr wird sich das Geschäftsbild am Wegesrand ändern.

Der kleine Dönerverkauf expandiert in die Räume des Nachbarns. Die Apotheke am Fischerbrunnen schließt am 30. November ihre Pforten, ab Mai 2019 soll dort ein anatolisches Restaurant eröffnet werden.

Über Außenbestuhlung soll noch beraten werden

Der Ausschuss für Bau, Umwelt und Forst erteilte in der jüngsten Sitzung die sanierungsrechtliche Zustimmung zur Umnutzung der Kur-Apotheke in ein kleines Restaurant. Ob es eine Außenbestuhlung bekommen wird, ließen die Ratsmitglieder noch offen. Die Abstände der geplanten Bestuhlung von der Fassade zum Brunnen sind bisher zu gering kalkuliert.

Für die Kur-Apotheke endet mit der Schließung eine Ära in der Klosterstraße. Inhaberin Frauke Möller schätzt die Öffnung der Apotheke auf das Jahr 1964, sie übernahm das Geschäft im Jahr 2002. Nach 16 Jahre ist Ende November Schluss. Frauke Möller erklärt die Umstände: "Es ist eine Mischung aus privaten Gründen und dem zurückgehenden Umsatz."

"Parkkonzept in der Stadt hat nicht geholfen"

Es habe sich bemerkbar gemacht, dass zwei Arztpraxen in der Innenstadt geschlossen hätten. "Außerdem hat das Parkkonzept in der Stadt nicht geholfen", sagt sie. In direkter Nähe wurde beispielsweise der Felderhausparkplatz geschlossen.

Dazu konnten durch viele Baustellen und Sperrungen der Straßen wenige Kunden an der Apotheke am Eingang zur Innenstadt vorbeigekommen. "Aber", das betont die Apothekerin, "ich habe mir schon länger überlegt, etwas anderes in meinem Leben zu machen." Bis zum 30. November ist die Kur-Apotheke regulär im Tagesdienst geöffnet. Allerdings wird es im November in der Nacht und am Wochenende keinen Apotheken-Notdienst geben.

Das Restaurant war ein Traum der Brüder

Dort wo einst Medikamente über die Theke gereicht wurden, werden bald anatolische Spezialitäten serviert. Das Restaurant, betrieben von den Brüdern Jakub Karabas und Ishak Demirdügen, soll wenig mit ihrem benachbarten Kebab-Laden gemeinsam haben. Ihr neues Projekt soll einen edlen Flair bekommen. "Überlingen braucht einen solchen Platz. Es soll ein gutes Restaurant für Familien und Kinder werden. Wir wollen für alle etwas bieten", sagt Ishak Demirdügen, der von seinen Freunden Ali genannt wird.

"Alis See-Kebap" bleibt

Das Vorbild sind Restaurants wie in den Großstädten Köln oder Stuttgart, erklärt er. Auf der Speisekarte stehen anatolische Speisen. Es soll eine mediterrane Küche geben, mit viel Antipasti, veganen Speisen und Fischgerichten. "Das Restaurant ist für mich und meinen Bruder ein Traum. Unser erstes Baby wird aber an seinem Platz bleiben", sagt Ishak Demirdügen und meint "Alis See-Kebap", der seit 19 Jahren in ihrer Hand ist.

Der Kebab-Verkauf wird bleiben, das Schild der Apotheke wird verschwinden.
Der Kebab-Verkauf wird bleiben, das Schild der Apotheke wird verschwinden. | Bild: Kares, Julian

Der Umbau der Apotheken-Räume ist ab dem Januar angedacht, es gibt einiges zu tun. Im Restaurant soll es 43 Sitzplätze geben, es braucht behindertengerechte Toiletten, eine moderne Küche soll entstehen. Wenn das klappt, hat Überlingen in der Innenstadt eine kulinarische Alternative mehr.