Bürgermeister Manfred Härle hat dem Gemeinderat die Kostenabrechnung für das neue Rathaus und die öffentliche Tiefgarage vorgelegt. Die Ausgaben für den Bau des Rathauses mit Gemeindebücherei und Tourist-Info lagen mit 12 Millionen Euro um 100 000 Euro unter der Kostenberechnung vom Juli 2017.

Tiefgarage 300 000 Euro teurer als veranschlagt

Die Kosten für die Tiefgarage lagen mit 6,1 Millionen Euro um 300 000 Euro über der Berechnung. Die Mehrkosten für die Tiefgarage führte Bauamtsleiter Torsten Schillinger im Wesentlichen auf Änderungen in der Bauausführung in der Parkraumbewirtschaftung zurück. Hier musste eine einvernehmliche Lösung mit dem Betreiber des künftigen Edeka-Markts getroffen werden. Denn die Tiefgarage unter dem Rathaus und dem Edeka-Markt sind miteinander verbunden und müssen daher gemeinsam bewirtschaftet werden.

Insgesamt Mehrkosten von 200 000 Euro

Unter dem Strich entstanden bei Rathaus und Tiefgarage zusammen Mehrkosten von 200 000 Euro. Dies entspricht etwas mehr als einem Prozent. Tobias Müller vom Architekturbüro MMP in Uhldingen-Mühlhofen hielt dies für einen sehr guten Wert bei einem Projekt dieser Dimension, zumal die Preise im Baugewerbe unerwartet stark angestiegen seien.

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Kritische Anmerkungen aus den Reihen des Gemeinderats

Gemeinderätin Stephanie Straßer (FWV) meldete sich mit kritischen Anmerkungen zu Wort. Wenn man die ursprüngliche Kostenschätzung von 2015 zugrunde lege, sei das Projekt um 5 bis 6 Millionen Euro teurer geworden. Der Bauamtsleiter hielt entgegen, dass man nicht von Zahlen ausgehen könne, die ganz am Anfang einer Planung gestanden hätten. So ein Projekt entwickle sich. Auch Ulrike Lenski (Grüne offene Liste) übte Kritik. Die Neue Mitte entspreche so, wie sie jetzt geworden sei, nicht den ursprünglichen Intentionen. Sie mutmaßte, dass der Zeitpunkt, zu dem Bürgermeister Manfred Härle die Kostenabrechnung vorgelegt habe, etwas mit dem bevorstehenden Bürgermeisterwahlkampf zu tun haben könnte, um zu zeigen: „Seht her, das ist mir gelungen.“

„Man sollte Mehrheitsentscheidungen, die in der Vergangenheit und auch von anderen Ratsmitgliedern getroffen worden sind, auch einmal respektieren und akzeptieren.“
Ursula Hefler (CDU)

Arnim Eglauer (SPD) erklärte, er sei beeindruckt, dass bei einem öffentlichen Bauvorhaben eine so geringe Kostenüberschreitung erzielt worden sei. Petra Herter (CDU) äußerte sich ähnlich: „Hut ab vor dieser Punktlandung.“ Ursula Hefler (CDU) stieß sich daran, dass ihre frühere Fraktion, die Freien Wähler, und die Grünen immer wieder die Geschichte von ganz hinten aufrollen. „Man sollte Mehrheitsentscheidungen, die in der Vergangenheit und auch von anderen Ratsmitgliedern getroffen worden sind, auch einmal respektieren und akzeptieren.“