Einen anspruchsvollen Distanzritt hat Kathrin Steidle zusammen mit ihrem 14-jähriger Pferd Sedef hinter sich. Sie nahm an der Baden-Württembergischen Meisterschaft in Bitz auf der Schwäbischen Alb teil und kam auf den zweiten Platz. Nur eine Sekunde habe ihr auf den ersten Platz gefehlt, wie die 35-Jährige erzählt. Insgesamt waren Kathrin Steidle und ihre Achal-Tekkiner-Stute 9,31 Stunden auf den Beinen.

Sechs Runde zu je 30 Kilometern, dazwischen 40 Minuten Pause

120 Kilometer legten sie zurück, aufgeteilt auf sechs Runden zu je 30 Kilometern aufgeteilt, unterbrochen jeweils durch 40-minütige Erholungspausen.

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Bergauf und bergab ging es Steidles Erzählung nach und die Höhenmeter summierten sich schließlich auf 2200. Sie sei mit der Reittaktik, die sie angewandt habe, sehr zufrieden, bilanziert die Salemerin. Von Anfang an habe sie die Kräfte ihrer Stute und ihre eigenen gut eingeteilt und ein konstantes Tempo gehalten. Auf ebener Strecke ließ sie ihren ausdauernden Hochbeiner auch mal schneller laufen, um Zeit wettzumachen, die beim Bergauf- oder Bergabreiten verloren gegangen war.

An steilen Abhängen joggt die 35-Jährige neben Sedef her

Ging es steil bergab, stieg die sportliche 35-Jährige durchaus auch ab und joggte neben ihrem Pferd her. Weil das Gelände zwischen Asphalt, Schotter und Gras gewechselt habe, sei außerdem Vorsicht geboten gewesen. Sie wollte unbedingt vermeiden, dass sich Sedef verletzt, beispielsweise beim Ausrutschen auf feuchter Wiese.

Sedef genießt in den Pausen Massagen

Obwohl Sedef gleich zu Beginn zweimal bei der Tierarztkontrolle vortraben musste, verlief der Ritt danach reibungslos. „Wir haben sie in der Pause massiert“, erklärt die Reiterin. Mit „Wir“ meint sie ihre Mutter und ihren Freund, die sich als ihre Trosser darum kümmerten, dass die Stute in den Pausen zu fressen und zu saufen bekam, um bei Kräften zu bleiben.

In den Pausen achtet die passionierte Reiterin darauf, dass vor allem ihr Pferd gut versorgt wird und bei Kräften bleibt.
In den Pausen achtet die passionierte Reiterin darauf, dass vor allem ihr Pferd gut versorgt wird und bei Kräften bleibt. | Bild: privat

Kathrin Steidle beschränkt sich auf Kekse und Schokolade

Während ihr Vierbeiner an Wettkampftagen Heu, Hafer, Karotten und Bananen bekommt, nimmt die Distanzreiterin selbst nur wenig zu sich. “Ich bin dann so auf Bewegung eingestellt, da habe ich nicht den Kopf, viel zu essen.“ Ein paar Kekse und Schokolade reichen ihr. Ihre Gedanken gelten eher ihrem Wettkampfpartner. „Auf Sedef bin ich mächtig stolz und auf die Leistung, die sie erbracht hat“, blickt Kathrin Steidle auf die erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit von 13,3 Kilometern pro Stunde. Wenn das Vollblut auf ähnlichem Niveau bleibe, könne sie noch gut zwei bis drei Jahre mit ihm reiten.

Ihr nächsten Ziele: die Süddeutsche, dann die Deutsche Meisterschaft

Zunächst konzentriert sich die Pferdeliebhaberin aber auf ein naheliegenderes Ziel: die Süddeutsche Meisterschaft. Im Frühjahr wollen Kathrin Steidle und Sedef sich dann bei der Deutschen Meisterschaft, der „Königsklasse“, an 160 Kilometer Distanzreiten heranwagen.

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