Die Erinnerungen an die Auftritte im vergangenen Jahr sind noch frisch. Foreigner, die Söhne Mannheims, Zucchero, die Fantastischen Vier und Rolando Villazón begeisterten Tausende vor der Kulisse von Schloss Salem. Und der nächste Festivalsommer steht kurz bevor. Mit dem Konzert von Sting am 23. Juli in Salem fällt der stimmgewaltige Startschuss zu insgesamt 16 Konzerten im Bodenseekreis. Seit 2005 werden in Salem Open-Air-Konzerte veranstaltet. Udo Jürgens stand am 22. Juni 2005 beim ersten Salem Open Air auf der Bühne – und nochmal im Juni zwei Jahre später.

Die Söhne Mannheims bei ihrem Salem Open Air im vergangenen Jahr.
Die Söhne Mannheims bei ihrem Salem Open Air im vergangenen Jahr. | Bild: Reiner Jäckle

Birgit Rückert, Leiterin der Schlossverwaltung Salem, ist seit Anfang an in die Planungen involviert und erinnert sich an so manche Begebenheit rund um die Konzerte. Etwa an eine Konzertbesucherin, die vor einem der Auftritte von Udo Jürgens anfragte, ob es ein Zimmer im Schloss gäbe, wo sie sich nach der Anreise umziehen könne. Unvergessen sind auch die Jugendlichen, die die Anlage in Salem vor und nach dem Konzert der Pop-Sängerin Pink belagerten. Das war im Juli 2010. "Wir haben wirklich ein breites Spektrum", sagt die Schlossverwalterin – und meint damit sowohl die Künstler als auch die Besucher. In der Regel sind beide Gruppen pflegeleicht, wie Rückert versichert.

Birgit Rückert verwaltet Schloss Salem, das ehemalige Zisterzienserkloster, dessen Münster von einem mächtigen Dachstuhl getragen wird, und jedes Jahr wieder Kulisse für die Open Airs ist.
Birgit Rückert verwaltet Schloss Salem, das ehemalige Zisterzienserkloster, dessen Münster von einem mächtigen Dachstuhl getragen wird, und jedes Jahr wieder Kulisse für die Open Airs ist. | Bild: Hilser, Stefan

Die Aufbauarbeiten für die Freiluftkonzerte beginnen in der kommenden Woche, zwei bis drei Tage vor dem Konzertabend mit Sting. Wo die Schüler der Schule Schloss Salem und Besucher von Kloster und Schloss für gewöhnlich ihren Pflichten und Interessen nachgehen, wird dann der weitläufige Konzertbereich, der Platz für rund 5000 Zuschauer bietet, hergerichtet. Melanie Keller, beim Konzertveranstalter Allgäu Concerts für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, berichtet zu den Arbeiten: "Das Team ist groß und besteht aus verschiedenen Gruppen." Dazu gehören unter anderem die Security, die Aufbau-Crew, Technische Leiter, das Gastronomie-Team, das Veranstalter-Team, die Feuerwehr, Sanitäter und die Mitarbeiter der Künstler. An den Veranstaltungstagen selbst werden jeweils 120 bis 150 Personen vor Ort sein. Die Schlossverwaltung wird ihren Personaleinsatz eigens erhöhen – immer erreichbar sein. Noch bis 13 Uhr herrscht an den Veranstaltungstagen zusätzlich zu dem Konzerttrubel normaler Betrieb.

Alle Open Airs finden außerhalb der Schulzeiten der Schule Schloss Salem statt. Die Mieter, es gibt zum Beispiel Künstler- und Handwerksbetriebe auf dem Gelände, werden über die genauen Abläufe informiert. Die Schlossverwaltung und der Konzertveranstalter können auf viele Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zurückgreifen. Dennoch wird jeder Open-Air-Sommer anders als der im Jahr zuvor. Schlossverwalterin Birgit Rückert sagt: "Es kommt auf die Art des Konzertes und die Besucher an." Beim Konzert mit Rapper Cro im Jahr 2016 gab es beispielsweise einen speziellen Bereich für die Betreuung unter 18-Jähriger. Oder die Anzahl von Steh- und Sitzplätzen unterscheidet sich, je nachdem, ob bei einem Auftritt Italo-Rocker Zucchero oder die Fantastischen Vier auf der Bühne stehen. Das Publikum hat teils ganz unterschiedliche Wünsche, was sein Konzerterlebnis betrifft: vom Hörgenuss vom festen Sitzplatz aus bis hin zum Tanz vor der Bühne bis in die Nacht hinein. Die Termine für die anstehenden Konzerte wurden gleich nach den Open Airs im Jahr 2017 festgelegt. Ganz konkret wurden die Planungen laut Rückert dann im Frühjahr.

4000 Zuschauer beim Konzert der Söhne Mannheims 2017 im Schlosspark.
4000 Zuschauer beim Konzert der Söhne Mannheims 2017 im Schlosspark. | Bild: Reiner Jäckle

Derzeit sind alle Beteiligten in der Feinabstimmung, was zum Beispiel die Verkehrsregelungen und die Sicherheitsvorkehrungen betrifft. Auch die Lastwagenfahrer, die die Bühnenaufbauten bringen werden, benötigen kurz vorher noch Instruktionen. Allgäu Concerts stellt der Schlossverwaltung genaue Zeitpläne zur Verfügung. Steht allerdings einer der Lastwägen mit einem Bühnenteil im Stau, kann sich der Ablauf nochmal verändern. "Es ist immer irgendetwas", sagt Rückert und lacht. Festivalsommer sind durch strengere Sicherheitsanforderungen und höheres Verkehrsaufkommen über die Jahre komplizierter geworden, an Magie haben sie aber nichts verloren. "Das Ambiente von Schloss Salem ist einmalig und gibt es so kein zweites Mal. Der wunderschöne Schlossgarten und die historisch prunkvollen Gebäude zaubern ein ganz besonderes Flair und das Schloss liegt zudem inmitten einer der schönsten Regionen Deutschlands", sagt Melanie Keller von Allgäu Concerts. Salem sei mittlerweile ein etablierter Veranstaltungsort. Von den Gebäuden wird der Klang reflektiert. "Es gibt keine Außengeräusche", sagt Schlossverwalterin Birgit Rückert. Die Besucher sehen von überall auf die Bühne. Die Künstler blicken auf die historischen Gebäude. Auch sie mögen Schloss Salem. Einige kommen sogar mehrfach für Konzerte. Für Sting ist es am 23. Juli der zweite Auftritt. 2011 war er schon mal da.

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Die vier Konzerte in diesem Sommer

  • Sting spielt das Salem Open Air am 23. Juli. Einlass ist ab 17.30 Uhr. Von 21 bis 23.15 Uhr stehen der Sänger und Shaggy auf der Bühne. Gemeinsam haben sie das Album 44/876 herausgebracht. Vorgruppe ist ab 20 Uhr die Formation Killin' Jane. Das Open-Air-Konzert ist komplett ausverkauft.
  • Die Scorpions stehen am 25. Juli in Salem auf der Bühne. Einlass ist ab 18 Uhr. Die deutsche Hard-Rock-/Heavy-Metal-Band rockt von 21 bis 22.45 Uhr die Bühne. Die Band Blöff The Monkey stimmt von 19.45 bis 20.25 Uhr auf die Alt-Rocker ein. Für das Konzert sind noch Karten für Stehplätze und VIP-Tickets erhältlich.
  • Freundeskreis – unter anderem Max Herre – sind am 3. August in Salem. Einlass zum Konzert ist ab 18 Uhr. Die Freunde spielen ihre Lieder von 20 bis 23 Uhr. DJ Friction heizt den Besuchern ab 19.50 Uhr ein. Es gibt noch Eintrittskarten für Stehplätze.
  • Ina Müller gastiert am 9. August bei den Salem Open Airs. Einlass ist ab 18 Uhr. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. In mehreren Kategorien sind noch Karten für den Auftritt erhältlich.
  • Eintrittskarten bei den SÜDKURIER-Geschäftsstellen oder telefonisch unter der 08 00/9 99 17 77. Kostenlose Anrufe von Montag bis Freitag, 7 bis 18 Uhr, und samstags, 7 bis 13 Uhr.

Parken, Wetter, Verkehrseinschränkungen

  • Die Parkflächen P1, P2, P3, P4 und P5 befinden sich nah am Schloss und sind deswegen kostenpflichtig, teilt der Konzertveranstalter Allgäu Concerts mit. Die Parkplatzgebühr beträgt 4 Euro. Sobald die direkt am Schloss befindlichen Parkplätze belegt sind, wird die Zufahrt zum Veranstaltungsgelände ab dem Kreisverkehr gesperrt. Von Anfang an kann auch auf den Parkflächen am Schlosssee geparkt werden. Diese sind laut Konzertveranstalter kostenlos. Allerdings beträgt der Fußmarsch zum Veranstaltungsgelände etwa 20 Minuten. Den Besuchern wird eine frühzeitige Anreise empfohlen, um Staus zu vermeiden.
  • Wetter: Open Airs finden grundsätzlich bei jedem Wetter statt. Eine Absage wird nach Angaben des Konzertveranstalters nur dann in Betracht gezogen, wenn Gefahr für "Leib und Leben" besteht. Dieser Umstand wird vor Ort von den Einsatzleitern in Abstimmung mit Behörden und Polizei festgelegt. Über die aktuelle Lage können sich alle Konzertbesucher im Internet unter www.schloss-salem-open-airs.de und www.facebook.com/schlosssalemopenairs/ informieren. Den Konzertbesuchern wird geraten, sich entsprechend zu kleiden.
  • Sicherheitshinweise: Rucksäcke, große Handtaschen und Turnbeutel sind auf dem Veranstaltungsgelände generell verboten. Diese können auch nicht deponiert werden, teilt der Konzertveranstalter mit. Kleine Handtaschen bis Größe A4 sowie Bauch- und Gürteltaschen sind gestattet, werden jedoch am Einlass vom Sicherheitspersonal durchsucht. Folgende Dinge dürfen auch mit rein: kleinere Digitalkameras und Handys, Knirpse, Jacken und persönliche Kleidung. Das darf nicht mit rein: Taschen, Koffer, Rucksäcke, Turnbeutel, alle Arten von Getränken, Profi-Fotoausrüstung, Spiegelreflexkameras, Bild- und Tonaufzeichnungsgeräte, Videokameras, Fackeln, Feuerwerkskörper und andere brennbare Objekte sowie Waffen, Messer und sonstige gefährliche Gegenstände, große Regenschirme und alle Schirme mit Metallspitzen, Tiere, Stühle und Hocker. Grundsätzlich gilt, dass alle Gegenstände, die eine Gefahr darstellen oder eine Unfallgefahr hervorrufen können, verboten sind. Durch die Kontrollen kann es zu längeren Wartezeiten beim Einlass kommen.
  • Bus-Shuttle-Service: Für den kostenlosen Bus-Shuttle-Service müssen sich die Besucher vorher im Internet unter www.schloss-salem-open-airs.de/bus-shuttle/ anmelden. Dort finden sich auch die Pläne mit allen Haltestellen und Uhrzeiten der Linien 1 bis 3.
  • Der Taxistand befindet sich an der Bushaltestelle Stephansfeld Ortsmitte/Sparkasse. Die Taxis werden nicht mehr bis zum Schloss vorgelassen.
  • Verkehr: In der Zeit vor Veranstaltungsbeginn/Einlass und nach Veranstaltungsende ist die L 205 ab dem Kreisverkehrsplatz Stefansfeld in Richtung Schloss Salem für den Durchgangsverkehr voll gesperrt. Nach Veranstaltungsende ist der Knoten L 200a/L 205 für den Durchgangsverkehr etwa eineinhalb Stunden voll gesperrt, damit die Besucher von den Parkplätzen fließend abfahren können. Die Markgrafenstraße ist jeweils nach Veranstaltungsende an den beiden Einmündungen in die L 201 beziehungsweise die L 205 für den Durchgangsverkehr gesperrt.