Gut 100 Zuhörer haben am Dienstagabend die von der örtlichen SPD, CDU und FDP organisierte Informationsveranstaltung zur Fortschreibung des Regionalplans besucht, in dem die Gemeinde Salem als Schwerpunkt für die künftige Gewerbeentwicklung vorgesehen ist. Als Experten eingeladen waren Wilfried Franke, Verbandsdirektor des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben, Wolfgang Heine, der bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) für den Bereich Standortpolitik zuständig ist, Martin Blaser von dem Salemer Hightech-Unternehmen ASP (Advanced Space Power Equipment) und Ralf Bäuerle, Sprecher des Wirtschaftsforums Salem und Leiter der Sparkasse Salem-Heiligenberg.

Thema unter wirtschaftlichen Aspekten beleuchtet

Die Anzahl der Zuhörer war ähnlich groß wie bei der Informationsveranstaltung, die vor einigen Wochen vom Aktionsbündnis "Grünzug Salem" zum selben Thema organisiert worden war. Der Unterschied: Dieses Mal wurde das Thema "Ausweitung des Salemer Gewerbegebiets" eher unter wirtschaftlichen Aspekten beleuchtet. Der Salemer FDP-Vorsitzende Ulrich König wollte dies nach eigenen Angaben daher nicht als Gegenveranstaltung zum Info-Abend verstanden wissen, sondern als Ergänzungsveranstaltung.

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Wilfried Franke verwies darauf, dass die Erstellung eines Regionalplans auf den Vorgaben des Landesplanungsgesetzes Baden-Württemberg beruht. Danach seien Siedlungsflächen, Gewerbestandorte, Freiräume und Verkehrstrassen unterzubringen. Dabei ergäben sich oft Konfliktsituationen zwischen diesen vier Bereichen. Das sei dann Abwägungssache.

Grünzug zugunsten der Gewerbeentwicklung verschieben

"Wir werden den Grünzug in Salem, der im Regionalplan 1996 ausgewiesen wurde, zurücknehmen zugunsten einer Gewerbeentwicklung", erklärte Franke. Dafür würden an anderer Stelle in der Region Grünzüge eingerichtet. In der Summe werde es so viele Freiraumflächen geben wie bisher. Nun gehe es aber auch darum, sicher zu stellen, dass sich im Bodenseekreis vorhandene Betriebe auch in Zukunft entwickeln könnten. Das Flächenpotenzial könne aber den Bedarf nicht decken.

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Einer von der IHK vorgenommenen Umfrage zufolge tragen sich allein 20 Prozent der in Salem ansässigen Gewerbebetriebe mit Expansionsgedanken. Salem sei heute schon ein Industriestandort, erklärte IHK-Vertreter Heine. Das produzierende Gewerbe stelle in Salem rund die Hälfte aller Arbeitsplätze. Ferner verwies er auf die rund vier Millionen Euro, die jährlich an Gewerbesteuer in die Kasse der Gemeinde flössen. "Damit lassen sich viele schöne Dinge machen", sagte Heine.

Bäuerle: Gemeinde verantwortungsvoll mit Ausweisung umgegangen

Auch Ralf Bäuerle brach eine Lanze für die Entwicklungsmöglichkeiten von Gewerbebetrieben, wenngleich er sich der schwierigen Gemengelage an Interessen bewusst zeigte. Die Gemeinde sei in der Vergangenheit sehr verantwortungsvoll mit der Ausweisung von Gewerbeflächen umgegangen. Auch er plädierte dafür, den Gewerbebetrieben Möglichkeiten zur Expandierung zu geben. Sonst könnte es seiner Überzeugung zufolge dazu kommen, dass das eine oder andere Unternehmen zugrunde geht. Wie wichtig die Bereitstellung von Gewerbeflächen für ein Unternehmen ist, machte Martin Blaser am Beispiel der in der Raumfahrt tätigen ASP deutlich. Das 2003 im Salemer Gewerbepark mit sieben Mitarbeitern gestartete Unternehmen hat mittlerweile im neuen Gewerbegebiet 12 000 Quadratmeter erworben und hat dort zwei Bauabschnitte realisiert. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 100 Mitarbeiter. "Ich weiß nicht, was aus dem Unternehmen geworden wäre, wenn diese Möglichkeiten zur Expandierung nicht gegeben gewesen wären", sagte Blaser.

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