Die Einführung einer gymnasialen Oberstufe am Bildungszentrum Salem ist gescheitert. Während der Anmeldungstage Mittwoch und Donnerstag sind lediglich 49 Anmeldungen für die fünfte Klasse der Gemeinschaftsschule eingegangen. "Ja, das ist enttäuschend – bisher ging es mit unserer Gemeinschaftsschule immer steil bergauf", kommentierte Bürgermeister Manfred Härle gestern auf Anfrage, "aber das ist nun ein Rückschlag, das möchte ich in aller Deutlichkeit so sagen". Die Vierzügigkeit sei Voraussetzung für die spätere Einrichtung einer zum Abitur führenden Oberstufe. Dazu müsste man für die Klassen 11 bis 13 mit mindestens 60 Schülern rechnen können. Nachdem diese Schülerzahl angesichts der jetzigen Anmeldungen nicht erreichbar sei, werde die Gemeinde Salem den Antrag für die Einrichtung der gymnasialen Oberstufe nicht mehr stellen. "Das ist jetzt so", konstatiert Härle und will sich nun nach den Osterferien mit dem Lehrerkollegium des Bildungszentrums zusammensetzen. "Wir müssen jetzt auch erst mal in uns gehen und uns die Frage stellen, weshalb wir bei den Eltern nicht mehr Vertrauen erzeugen konnten."

An der Gemeinschaftsschule Überlingen war nie geplant, eine gymnasiale Oberstufe einzurichten. Ihr Ziel lautet Zweizügigkeit. Nach den Anmeldungen von dieser Woche ist das auch im nächsten Schuljahr möglich. "Stand heute haben wir 31 Anmeldungen", teilte Rektor Jürgen Mattmann gestern per Mail mit. "Das bedeutet, dass wir wieder zwei (kleine) Klassen bilden können. Damit liegen wir im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich. Die Erfahrungen der letzten beiden Schuljahre zeigen aber, dass wir bis zum konkreten Schulbeginn zumeist noch einige Schüler dazu bekommen. Zweizügigkeit ist unser Ziel und gleichzeitig unsere Kapazität."

Fünfzügig bleibt das Gymnasium Überlingen. "Unsere aktuelle Anmeldezahl für die neuen Klassen 5 beträgt 122 Schülerinnen und Schüler, was fünf Parallelklassen bedeutet." Wie Schulleiter Hans Weber mitteilte, kommen erfahrungsgemäß bis zu den Sommerferien noch ein paar Anmeldungen hinzu. Er gehe von jeweils rund 25 Schülern aus, das ermögliche ein gutes Arbeiten. "Darüber sind wir froh, zumal es angesichts der Neubauvorhaben Befürchtungen von Eltern über den gegenwärtigen Zustand unseres Gymnasiums und der künftigen Belastungen gab. Hier gab es durchaus nachvollziehbare aber unbegründete Ängste." Karin Broszat meldet für die Realschule 92 Anmeldungen und vier Züge. Damit erfüllen Realschule und Gymnasium in Summe die im Juli 2017 vom Gemeinderat vorgegebenen maximal neun Züge.