Improvisationstalent hat Meersburgs Bürgermeister Robert Scherer beim Neujahrsempfang in der Sommertalhalle bewiesen, als die geplante Fotoschau nicht gezeigt werden konnte, weil der Beamer streikte. Mit Rücksichtnahme auf die Anschlusstermine der Abgeordneten Lothar Riebsamen (CDU), Martin Hahn (Die Grünen) und Klaus Hoher (FDP) sowie Sozialdezernent Ignaz Wetzel, Vertreter für das Landratsamt, starte Scherer seine Neujahrsansprache ohne bildliche Unterstützung. In seiner gewohnt lockeren Art appellierte er an die Bürger, ihre Vorstellungskraft zu nutzen, unterstützt vom Zuruf der Ehrenbürgerin Monika Taubitz: „Wir haben Fantasie und können uns das vorstellen.“

Ehrengäste waren (von links) Sozialdezernent Ignaz Wetzel, die Landtagsabgeordneten Martin Hahn (Grüne) und Klaus Hoher (FDP), Bundestagsabgeordneter Lothar Riebsamen (CDU) und Regierungsvizepräsident Utz Remlinger, hier mit der Tochter Scherers und seiner Frau Tina.
Ehrengäste waren (von links) Sozialdezernent Ignaz Wetzel, die Landtagsabgeordneten Martin Hahn (Grüne) und Klaus Hoher (FDP), Bundestagsabgeordneter Lothar Riebsamen (CDU) und Regierungsvizepräsident Utz Remlinger, hier mit der Tochter Scherers und seiner Frau Tina. | Bild: Lorna Komm

Robert Scherer appelliert an Vorstellungskraft der Besucher

Eloquent beschrieb der Bürgermeister, welche Fotos zu sehen gewesen wären, oder bat den neuen Hauptamtsleiter Steffen Lebherz und den neuen Leiter des Spitalfonds, Matthias Engler, aufzustehen und sich in Persona zu zeigen statt per Foto auf der Leinwand. Das Publikum nahm die Panne mit Humor und spendete Zwischenapplaus für die Erwähnung der besonderen Höhepunkte des vergangenen Jahres.

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Sonderapplaus für Nachricht über weitere Fördergelder

Insbesondere die Aufnahme in ein neues Förderprogramm zur Stadtsanierung, das weiterhin Fördergelder für die kommenden acht Jahre verspricht, wurde mit Sonderapplaus honoriert. Scherer betonte den positiven Austausch mit dem Landesdenkmalamt sowie dem Regierungspräsidium Tübingen. Er dankte dem Regierungsvizepräsidenten Utz Remlinger für seine Anwesenheit: „Das ist eine besondere Wertschätzung für die Stadt und die Bürger, zumal wir hier schon seit längerer Zeit keinen Besuch vom Regierungspräsidium mehr hatten.“

Meersburg 2030 als Meilenstein für die Zukunft der Stadt

Mit dem Stadtentwicklungsprozess Meersburg 2030 sei ein Meilenstein für die Zukunft der Stadt geschaffen worden, meinte Scherer. Kleinere Schritte wie die Umgestaltung des Dr.-Moll-Platzes seien bereits umgesetzt worden, andere seien beschlossen worden, wie der Wasserspielplatz an der Minigolfanlage oder die Neugestaltung der Sitzmöglichkeiten am Bundesbahnhafen. „Aber auch große, in die Zukunft weisende Schritte wurden unternommen“, sagte Scherer und führte das Parkhaus an der Fähre an, das im Juni fertiggestellt werden soll.

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Bezahlbarer Wohnraum und bessere Verkehrsinfrastruktur Ziele für Zukunft

Die Übergabe der Mensa an den Schulbetrieb und die weiteren Umbauten an der Sommertalschule sowie die Erweiterung des Kindergartens seien ebenfalls wichtige Projekte für die Bürger der Stadt. Die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum, die Förderung der Teilorte und die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur nannte Scherer als Ziele für die Zukunft. Ein möglicher Aufzug von der Unter- in die Oberstadt – eine Vision, die vor 100 Jahren bereits der damalige Bürgermeister Moll hegte – werde vom Landesdenkmalamt geprüft, das energetische Vorzeigeprojekt Nutzung der Seewärme forciert.

Bürgermeister aus der Nachbarschaft: (von links) Edgar Lamm aus Uhldingen-Mühlhofen mit Ehefrau Christina, Daniel Heß aus Stetten mit Ehefrau Monika, Jacqueline Alberti aus Daisendorf mit ihrem Mann Michael Schrettinger.
Bürgermeister aus der Nachbarschaft: (von links) Edgar Lamm aus Uhldingen-Mühlhofen mit Ehefrau Christina, Daniel Heß aus Stetten mit Ehefrau Monika, Jacqueline Alberti aus Daisendorf mit ihrem Mann Michael Schrettinger. | Bild: Lorna Komm

„Damit Meersburg die schönste Stadt am Bodensee bleibt“

Ebenso solle ein neues Tourismuskonzept Fördergelder generieren, „damit Meersburg die schönste Stadt am Bodensee bleibt“, betonte Scherer. Eine Aussage, die bei seinen Bürgermeisterkollegen Jacqueline Alberti aus Daisendorf, Daniel Heß aus Stetten und Edgar Lamm aus Uhldingen-Mühlhofen zu schmunzelndem Protest führte. „Doch es gibt nicht nur bauliche Angelegenheiten in dieser Stadt“, sagte Scherer und dankte der Verwaltung, den ehrenamtlich Tätigen oder den mit dem Bundespreis für Denkmalpflege ausgezeichneten Handwerkern. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Knabenmusik.

Für ihre langjährige Tätigkeit im Gemeinderat und ihre Verdienste um die Stadt wurden Martin Brugger, Peter Schmidt und Werner Endress mit der neuen Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet.
Für ihre langjährige Tätigkeit im Gemeinderat und ihre Verdienste um die Stadt wurden Martin Brugger, Peter Schmidt und Werner Endress mit der neuen Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet. | Bild: Lorna Komm

Ehrennadel für drei Gemeinderäte

Beim Neujahrsempfang wurden drei Gemeinderäte gewürdigt. Für insgesamt 113 Jahre Arbeit im Ratsgremium erhielten Peter Schmidt, Martin Brugger und Werner Endress das neue Ehrenzeichen der Stadt, die in Gold und Silber gehaltenen Ehrennadel. Sie ersetzt den bisherigen Ehrenring. Die Nadel zeigt das Stadtwappen und wurde von Goldschmiedin Freia Scheerer angfertigt. Bürgermeister Robert Scherer überreichte die Ehrenzeichen auf Wunsch der Empfänger mit nur kurzen Worten.

Das Stadtwappen in Feingold und Silber ziert die neue Ehrennadel der Stadt Meersburg.
Das Stadtwappen in Feingold und Silber ziert die neue Ehrennadel der Stadt Meersburg. | Bild: Gold und Form
  • Dem stellvetretenden Bürgermeister Peter Schmidt dankte Scherer sowohl für sein über 30-jähriges Wirken im Gemeinderat, als auch für die Vermittlung seines Wissens um die Stadtgeschichte, welches in mehreren Büchern dokumentiert ist.
  • Martin Brugger war 39 Jahre im Gemeinderat. Scherer hob auch sein Engagement im Fanfarenzug und für die Städtepartnerschaft hervor sowie sein gelassenes Wesen.
  • Werner Endres, Ehrenringträger der Stadt, saß über 44 Amtsjahre und damit mehr als sein halbes Leben im Gemeinderat. Er wurde auch als Gönner und Förderer der Vereine gewürdigt.

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