Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, eine weitere Fahrpreisdiskussion für den Pendelbus in das nächste Jahr zu verschieben und die Preise bis dahin unverändert zu belassen.

Verwaltung befürwortet Erhöhung des Preises auf 1,50 Euro

Boris Mattes (SPD) stellte den dahingehenden Antrag – nach längerem Meinungsaustausch der Ratsmitglieder. Die Stadtverwaltung hatte eine Tariferhöhung von bisher 1 Euro auf 1,50 Euro vorgeschlagen.

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Gestiegene Unterhaltskosten als Begründung

Tourismuschefin Iris Müller, die zuvor die Jahresabrechnung 2018 für den Erlebnisbus 2, den Pendelbus und das damals angebotene Anrufsammeltaxi vorgelegt hatte, begründete die angestrebte Erhöhung mit gestiegenen Unterhaltskosten des Busunternehmens. Rund 18.000 Euro Mehrkosten würden dadurch auf die Stadt im Jahr 2020 zukommen. Diese könnten mit einer Fahrpreiserhöhung gegenfinanziert werden.

 

Erhöhung nur für Einwohner?

Die einseitige Erhöhung nur für die Einwohner, nicht aber für Übernachtungsgäste, die durch die Zahlung der Kurtaxe mit der Gästekarte den Bus umsonst nutzen können, stieß auf Widerstand. „Soziale Ungerechtigkeit“, meinte Monika Biemann (Umweltgruppe). Die Bürger sollten nicht schlechter gestellt werden als die Gäste, meinte auch Magdalena Malin (Umbo) und machte den Vorschlag, doch die Gäste 50 Cent pro Fahrt zahlen zu lassen.

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Kostenfreie Nutzung für alle?

Angesichts des Klimaschutzes und des „alltäglichen Wahnsinns des Parkplatz suchenden Verkehrs“ schlug Boris Mattes (SPD) als gezielte Förderung des öffentlichen Nahverkehrs eine kostenfreie Nutzung des Pendelbusses für alle vor. „Wir stehen auch in der Verantwortung unseren Bürgern gegenüber“, argumentierte Mattes, schließlich würden diese in steuerlicher Hinsicht schon zuzahlen und würden „bei einer Erhöhung noch schlechter gestellt als zuvor“.

Testlauf als Vorschlag

Seine Fraktionskollegin Ulrike Wirbatz schloss sich dem an. Da man sowieso jedes Jahr neu abstimme, könne man es doch ein Jahr mit dem kostenlosen Bus versuchen. „Wir wissen nicht, wie die Menschen sich wirklich verhalten werden“, sagte Wirbatz und fügte an: „Testen wir es, auch wenn es ein mutiger Schritt ist.“

Markus Waibel (FWV) sagte, er könnte sich dem Vorschlag der kostenlosen Fahrten unter Umständen anschließen, wenn er genaue Zahlen bezüglich der Einnahmen durch die Kurtaxe hätte. Ökologisch sei dieser Weg der richtige und Verwaltungsarbeit würde ebenfalls gespart.

Peter Schmidt (CDU) und Martin Brugger (CDU) befürworten Erhöhung des Fahrpreises

„Wir haben auch eine Verantwortung für die Gesamtstadt“, gab Peter Schmidt (CDU) zu bedenken. Deshalb habe er mit Blick auf den Haushalt und die zukünftigen Kosten keine Probleme mit einer Erhöhung des Fahrpreises. „Auch bei der Kurtaxe wird sich was tun“, meinte Schmidt.

„Wer den Bus nutzt, der muss auch zahlen“, drückte Martin Brugger (CDU) seine Meinung klar aus. Nach neun Jahren ohne Preissteigerung könne man für die Leistung den Preis auch erhöhen. Christian Wegis, dessen Firma Konzessionsträger der Buslinie ist, befürchtet Kapazitätsprobleme, wenn die Linie kostenlos fährt, schon jetzt sei es in Stoßzeiten knapp.