Für den zweiten Bauabschnitt der Sanierung und Modernisierung der Sport- und Festhalle im Sommertal hat der Gemeinderat die Arbeitsvergaben beschlossen. Die Dachdeckungsarbeiten gehen an die Firma Gramm aus Friedrichshafen, die Malerabeiten erledigt die Firma Knäpple aus Sigmaringen und die Gerüstbauarbeiten die Firma Baum aus Fronreute. Auf die öffentliche Ausschreibung für die Holzbauarbeiten ging zum Termin kein Angebot ein.

 

Von 20 angeschriebenen Firmen hat nur eine Interesse

Bernd Engesser vom Bauamt berichtete, dass das "mmp-Planungsbüro" daraufhin in einer beschränkten Ausschreibung etwa 20 Firmen angeschrieben habe, von denen nur eine ein Angebot abgegeben habe. Die Holzbauarbeiten in Höhe von 265.038 Euro wurden somit an die Firma Egger aus Uhldingen-Mühlhofen vergeben. Werner Endres (CDU) kommentierte später entsetzt den Mangel an Handwerkern.

Mit der Vergabe der Holzbauarbeiten votierte das Gremium auch unisono für die teurere Ausführung der Akkustikdämmung mit Schafswolle. Diese Ausführung kostet rund 5500 Euro mehr als die Verwendung von Mineralwolle. Zuvor antwortete Architekt Tobias Müller vom Uhldinger Planungsbüro auf die Nachfragen, dass man schon einige Erfahrungen mit Schafswolle zur Akkustikdämmung gemacht habe, insbesondere in Büroräumen. Dort habe man einen "psychologischen Mehrwert für die Nutzer" festgestellt.

Aktuell beherrscht eine Großbaustelle das Gelände der Sommertalschule, ab Anfang Juli kommt die Dachsanierung der Sporthalle dazu. Bis Ende September sollen die meisten Arbeiten abgeschlossen sein.
Aktuell beherrscht eine Großbaustelle das Gelände der Sommertalschule, ab Anfang Juli kommt die Dachsanierung der Sporthalle dazu. Bis Ende September sollen die meisten Arbeiten abgeschlossen sein. | Bild: Lorna Komm

Noch keine Untersuchungen zu Luftpartikeln

Es gebe aber noch keine Untersuchungen über die Partikel in der Luft. Man könne aber davon ausgehen, "dass im Sportunterricht hohe Vibrationen entstehen, es wird sich was bewegen, Fasern werden sich lösen." Auf die Nachfrage von Michael Gilowsky (UMBO), wie es bei Schafswolle mit Feuchtigkeit und Schimmelbildung aussieht, wies Müller auf den Vorteil hin, dass das Naturprodukt mehr Raumluftfeuchtigkeit aufnehme. "Denken Sie mal an einen nassen Wollpullover, der wärmt immer noch."

Der Brandschutz beschäftigte Heinz Frey (FWV). Müller antwortete, dass man an der Stelle im Dach keine Anforderung habe, es handele sich um eine Dämmung von vier Zentimetern innerhalb einer Holzkonstruktion. Schafswolle sei natürlich brennbar, aber sie sei behandelt.

Alexandra Mahl (Umweltgruppe) sprach sich für das ökologische Material aus, denn: "Mineralwolle mag im Moment noch akzeptabel sein, aber das waren viele andere Baustoffe früher auch." Auch Markus Waibel (FWV) stimmte "für das nachhaltige Produkt" auch im Hinblick auf eine Entsorgung in den nächsten Jahrzehnten.

Das Dach der Sporthalle (mittleres Gebäude) wird ab Anfang Juli saniert, für die Dämmung wird Schafswolle verwendet.
Das Dach der Sporthalle (mittleres Gebäude) wird ab Anfang Juli saniert, für die Dämmung wird Schafswolle verwendet. | Bild: Lorna Komm

Vereine können Halle eingeschränkt nutzen

Martin Brugger (CDU) interessierte sich für den Zeitplan der Bauarbeiten, insbesondere die Fertigstellung bis zum Mittelaltermarkt war ihm wichtig. Müller erläuterte, dass die sechs Wochen Sommerferien nicht ausreichen und die Arbeiten aus diesem Grund ab 9. Juli beginnen. Anfangs wird eine eingeschränkte Vereinsnutzung und auch der Blutspendetermin möglich sein. Spätestens bis 24. September ist der Rückbau des Gerüsts geplant, bis Ende September werde man eine eingeschränkte Nutzung haben.