27 Studenten des Vorstudium Gestaltung haben in der Jugendkunstschule ihre Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme am Vorbereitungskurs für die Hochschulen erhalten. In einer abschließenden Ausstellung zeigten die jungen Künstler, was Sie in dem Jahr gelernt haben. Die Absolventen haben in dem elfmonatigen Kurs neben dem Unterricht ihre persönliche Bewerbungsmappe erstellt, welche Zugangsvoraussetzung für die weiterführenden Kunsthochschulen ist. Aktzeichnen, Design, Fotografie oder Kunstgeschichte waren dabei nur einige Fächer auf dem ausgefüllten Stundenplan der Studenten.

Dank der Absolventen an Christa Bartsch (weißes Kleid), der Leiterin der Kunstschule.
Dank der Absolventen an Christa Bartsch (weißes Kleid), der Leiterin der Kunstschule. | Bild: Lorna Komm

„Eine spannende Bandbreite“ hätten sie kennengelernt, stellte Landrat Lothar Wölfle fest und gratulierte den Absolventen des 24. Jahrgangs in der ältesten Kunstschule Baden-Württembergs. Der Landkreis ist Träger der Schule und Wölfle, dem die Kunstschule sehr am Herzen liege, sei froh, in seiner Funktion die Möglichkeiten nutzen zu können, die Jugend zu fördern. „Kunst bringt die Gesellschaft voran und nimmt gesellschaftspolitische Entwicklungen vor“, meinte der Landrat des Bodenseekreises.

„Lasst euch mal wieder blicken“

„Es ist immer wieder spannend, wie viel Kreativität entwickelt wird“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Peter Schmidt. Er ermutigte die Abgänger, ihre Talente auch dazu zu nutzen mal andere Wege zu gehen, insbesondere in dieser Zeit. Die Leiterin der Kunstschule Christa „Kicki“ Bartsch verabschiedete einen „liebevollen, harmonischen Jahrgang.“ Sie bescheinigte den Absolventen unermüdliche Energien, seien sie doch trotz großer Hitze während der Exkursion nach Venedig auch in ihrer Freizeit noch in Kunstmuseen gegangen. Bartsch wünschte sich: „Lasst euch mal wieder blicken und erzählt uns, wie es euch an den Hochschulen ergeht.“

„Wollte schauen, wo ich hinpasse“

Eric Röck
Eric Röck | Bild: Lorna Komm

Eric Röck hat den diesjährigen Jugendkunstpreis Baden-Württemberg erhalten. Der 20-Jährige aus Kressbronn steht vor seinem großen bunten Werk, welches seine Persönlichkeit widerspiegeln soll. „Hierauf sieht man alles, was mich beschäftigt“, erklärt er. Bevor er das Vorstudium in der Jugendkunstschule begonnen hat, hätte er eine Ausbildung als Grafikdesigner absolviert. Das Jahr in Meersburg sei für ihn ein Orientierungsjahr gewesen. „Ich wollte schauen, wo ich hinpasse.“ In dem Schuljahr hätte er viel experimentiert. Gänzlich neu sei ihm die analoge Fotografie gewesen, wo sie unter anderen gelernt hätten, Bilder selber zu entwickeln. Auch mit Acrylfarben hätte er zuvor noch nie gearbeitet. „Aber ich bleibe bei meinen Finelinern und Zeichenstiften“, hat er für sich entschieden. Er will nun ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kulturbereich vorzugsweise im Bereich Design/Illustration beginnen.

„Habe anfangs viel Geduld gebraucht“

Ann-Kathrin Finger
Ann-Kathrin Finger | Bild: Lorna Komm

Ann-Kathrin Finger stellt „Die lachende Frau“ als eines ihrer Lieblingsbilder vor. Eigentlich gehört es in den Dialog mit dem ebenfalls in schwarz-weiß gehaltenen Bild „Das weinende Kind“. Die 19-Jährige aus Ebenweiler im Kreis Ravensburg hat die beiden Bilder schon recht früh zu Beginn des Studienjahres geschaffen. „Ich mag diesen klassischen Stil von früher“, beschreibt sie ihre Arbeiten. Finger ist gleich nach dem Abitur an die Jugendkunstschule gekommen. Anfangs hätte sie viel Geduld gebraucht, um die scheinbar endlosen Stillleben zu malen, doch dann habe sie immer freier, selber entwickeln können. Das Fach Design wäre für sie völliges Neuland gewesen, auf dem Gymnasium hätte es das Fach nicht gegeben, obwohl sie ein Kunstabitur gemacht hätte. Finger, die bereits als kleines Kind viel gemalt hat, will im Anschluss Grundschullehramt mit den Profilfächern Kunst und Deutsch studieren.

„Ein Jahr voller neuer Dinge“

Andreas Otzofszky
Andreas Otzofszky | Bild: Lorna Komm

Andreas Otzofszky hebt sich mit seinen ausgestellten Werken erheblich von den anderen ab, Seine bunten Werke sind aus Styrodur, einem Baustoff aus dem Baumarkt. „Es sind Fantasy-Schwerter“ erklärt der 20-jährige aus Friedrichshafen. „Mal was anderes“, sagt er: „Die Schwerter aus dem Mittelalter kennt jeder.“ Bevor er nach Meersburg gekommen ist, habe er ein Jahr Bundesfreiwilligendienst im Jugendzentrum in Friedrichshafen abgeleistet. Schon als Kind habe er zu Hause viel gemalt und gebaut, das Vorstudium Kunst, sollte ihm zeigen, ob er ernsthaft und längerfristig „Spaß daran“ hat, um die Kunst eventuell zum Beruf zu machen. „Es war ein Jahr voller neuer Dinge“, sagt Otzofszky. Er plant zunächst ein Jahr im Ausland, eventuell auch „Work and travel“, bevor er ein Studium beginnen will. Freischaffender Künstler wolle er nicht werden. Er habe er im Vorstudium den Requisitenbau für sich entdeckt.

„Man muss fleißig sein“

Isabella Hillig
Isabella Hillig | Bild: Lorna Komm

Isabella Hillig hat ihr Werk in kräftigen Acrylfarben für die Ausstellung zum Thema Jugendarbeit gemalt. „Es macht mir Spaß mit meinen Bildern eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen“, sagt die 20-jährige Konstanzerin. Vor dem Vorstudium war sie ein Jahr als Au-pair in der Nähe von Paris. Sie sei erst spät zur Kunst gekommen, erzählt sie. Gegen der Ende der Schulzeit habe sie eine unheimlich engagierte Kunstlehrerin gehabt, die sie zum weitermachen motiviert habe. So habe Hillig sich in kurzer Zeit viel erarbeiten müssen. „Man muss fleißig sein und vor allem Spaß an der Kunst haben“, bilanziert sie für sich. Im kommenden Semester wird sie an der Kunsthochschule in Halle mit dem Lehramtsstudium in den Hauptfächern Kunst und Französisch beginnen. „Zum einen wegen der Sicherheit des Berufes“, sagt sie, aber insbesondere auch, weil sie weitergeben möchte, was ihre Lehrerin ihr so gut beigebracht habe.

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