Seit Montag dürfen kleinere Einzelhandelsgeschäfte wieder öffnen, ein Neustart nach vierwöchiger Zwangsschließung im Zuge der Corona-Krise. In die Erleichterung darüber mischen sich bei den Händlern in Markdorf aber auch Sorgen und Zweifel. In der Hauptstraße ist deutlich mehr Verkehr, es sind mehr Menschen unterwegs als noch in den vergangenen Wochen des kompletten „Lockdowns“ – aber es ist beileibe noch längst nicht wie früher: Das Leben kehrt in die Innenstadt zurück, aber nur mit kleinen Schritten.

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Mundschutz im Modegeschäft

Das beobachten auch Sonja Wolf und Adina Leidle, Verkäuferinnen im Damenmodegeschäft „Fashion by E“. Noch seien es längst nicht so viele Kundinnen, die hereinschauen und in den Auslagen stöbern, wie es vor der Krise der Fall war, sagt Adina Leidle. „Unsere Kundinnen nehmen das Angebot schon an, sind aber weitaus vorsichtiger als früher und sie nehmen auch den Mundschutz, den wir ihnen bieten.“ Sie weist auf die Ladentheke. Dort liegt ein kleiner Stapel mit hellblauen Mundschutzmasken, die selben verwenden auch Adina Leible und ihre Kollegin. Bislang war es nur eine Empfehlung, an die sich jedoch immer mehr Kundinnen auch halten. Ab kommenden Montag wird das Tragen eines Mundschutzes Pflicht sein in den Einzelhandelsgeschäften des Landes.

Abstand halten ist das Gebot der Stunde nach der Wiederöffnung der Einzelhandelsgeschäfte: Entsprechende Hinweise finden sich in allen Läden, wie hier im Modegeschäft „Wir M3 & Café“ in der Hauptstraße.
Abstand halten ist das Gebot der Stunde nach der Wiederöffnung der Einzelhandelsgeschäfte: Entsprechende Hinweise finden sich in allen Läden, wie hier im Modegeschäft „Wir M3 & Café“ in der Hauptstraße. | Bild: Grupp, Helmar

Einkaufen als soziales Erlebnis

Dankbar seien ihre Kundinnen, dass „wieder ein Stück Normalität zurückehrt“, sagt Sonja Wolf. Und dankbar seien auch alle dafür, dass ein Wiedersehen möglich sei und man wieder miteinander ins Gespräch kommen könne. Einkaufen als soziales Erlebnis und nicht nur um des Kaufens willen – auch das hat Corona geändert, jedenfalls im Augenblick noch.

Auch ihren leckeren selbstgebackenen Kuchen bietet Moni Mayer vom Café und Modegeschäft „Wir M3“ wieder an.
Auch ihren leckeren selbstgebackenen Kuchen bietet Moni Mayer vom Café und Modegeschäft „Wir M3“ wieder an. | Bild: Grupp, Helmar

Ware ist schon seit Wochen da

Die Öffnungszeiten im „Fashion by E“ sind wie gehabt von 9 bis 19 Uhr, mehr als neun Personen dürfen nicht gleichzeitig im Geschäft sein. Das genüge auch, stellen die beiden Verkäuferinnen fest, jedenfalls zurzeit noch. Denn noch hält sich der Andrang in Grenzen.

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Dennoch sind Sonja Wolf und Adina Leible froh, dass Boutiquen wie die ihre überhaupt wieder öffnen können. „Die gesamte Ware ist seit Wochen da und jetzt ist sie noch aktuell“, weist Sonja Wolf auf die Frühjahrskollektion in den Regalen. Einen besonderen Service bieten sie auch: Auf Wunsch können Kundinnen einen separaten Einzelberatungstermin vereinbaren, außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Falls jemand Angst vor Ansteckung haben sollte.

Überaus verhalten zeigt sich derzeit noch die Frequenz im Markdorfer Einlkaufszentrum Proma. Das Center in der Hauptstraße darf trotz der 800-qm-Verordnung geöffnet haben, weil es in mehrere Einzelläden aufgeteilt ist.
Überaus verhalten zeigt sich derzeit noch die Frequenz im Markdorfer Einlkaufszentrum Proma. Das Center in der Hauptstraße darf trotz der 800-qm-Verordnung geöffnet haben, weil es in mehrere Einzelläden aufgeteilt ist. | Bild: Grupp, Helmar

Die ersten Tage sind noch sehr verhalten

Ein paar Schritte weiter sieht Moni Mayer den Neustart seit Montag mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die ersten Tage hätten „sehr verhalten“ begonnen, sagt sie. In ihrem Geschäft „Wir M3 & Café“ bietet sie auch wieder ihren selbstgebackenen Kuchen an. Dieses Angebot werde sehr dankbar angenommen, gerade von ihren treuen Stammgästen. Für die Geschäftsfrau eine Bestätigung. Denn dafür steht sie täglich auch um 5 Uhr auf. Die verlorenen Umsätze der vergangenen Wochen werde sie nicht mehr reinholen können, sagt Moni Mayer. Das schmerze sehr. „Wir werden uns an die veränderten Umstände gewöhnen und uns darauf einstellen müssen“, meint sie. Für den Rest der Saison müsse man hoffen.

Einzelhändlerin Moni Mayer: „Wir werden uns an die veränderten Umstände gewöhnen und uns darauf einstellen müssen.“
Einzelhändlerin Moni Mayer: „Wir werden uns an die veränderten Umstände gewöhnen und uns darauf einstellen müssen.“ | Bild: Jan Manuel Heß

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