Zum wiederholten Mal in Folge ging es um die neue dritte Grundschule im Süden der Stadt: Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend den Bebauungsplanentwurf „Obere Breitwiesen“ erneut verändert und neu beschlossen. Wie Planungsingenieur Andreas Gorgol ausführte, sehe diese nun fünfte Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes eine Aufteilung vor: in den Bereich Grundschule, Halle und Außenanlagen sowie in den Bereich Parkplatz.

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BZM-Parkplatz soll Richtung Westen erweitert werden

Letzterer soll dann nördlich der Ensisheimer Straße entstehen, als Ergänzung zum bereits bestehenden Parkplatz. Bis zum Schuljahresbeginn 2025/26 soll das zweizügig ausgelegte neue Grundschulgebäude stehen, erklärte Bürgermeister Georg Riedmann.

Eine Visualisierung der Schule (rechts) und der Sporthalle (links) aus Blickrichtung von der Ensisheimer Straße her gesehen.
Eine Visualisierung der Schule (rechts) und der Sporthalle (links) aus Blickrichtung von der Ensisheimer Straße her gesehen. | Bild: mmp Architekten

Möglich wird das auch, weil es sich beim Bebauungsplan „Obere Breitwiesen“ um einen sogenannten Bebauungsplan der Innenentwicklung handelt, welcher ein beschleunigtes Verfahren zulässt. Mithin muss zum Beispiel keine Umweltprüfung durchgeführt werden. Darüber hinaus kann auch auf die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit verzichtet werden. Eine Bürgerbeteiligung hingegen hat bereits im November 2021 in der Stadthalle stattgefunden. Auch wird demnächst die Offenlegung der Entwürfe beginnen.

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Schulgebäude gefeit auch gegen Extremhochwasser

Wie Gorgol, Planer beim Umwelt-, Verkehr- und Stadtplangunsbüro Gfrörer, ausführte, nimmt der nun neu aufgestellte Bebauungsplan Rücksicht auf die Hochwassersituation auf dem Baugelände. Daher wird auch kein Keller gebaut. Und der Fußboden der neuen Schule mit ihrer 3250 Qaudratmeter messenden Grundfläche wird angehoben, so dass Überschwemmungen ausgeschlossen sein sollten. „Er liegt 25 Zentimeter über der HQ-extrem-Linie“, erläuterte Gorgol. Das heißt, einen Viertelmeter über jener Höhe, die allenfalls durch ein Extremhochwasser erreicht wird. Vorgesehen für den dritten Grundschulstandort sind zwei getrennte Baukörper: die Grundschule und die Turnhalle, die beide durch ein Dach miteinander verbunden werden. Hinzu kommt eine Abstellanlage für Fahrräder, für Müll und für Geräte.

Die Jakob-Gretser-Grundschule wird auch nach dem Neubau im Süden die größte der dann drei Grundschulen Markdorfs bleiben.
Die Jakob-Gretser-Grundschule wird auch nach dem Neubau im Süden die größte der dann drei Grundschulen Markdorfs bleiben. | Bild: Jörg Büsche

Falls nötig, kann Markdorfs dritte Grundschule nach Südwesten hin um vier weitere Klassen – also um einen Zug auf dann drei Züge – erweitert werden. Bei diesem Punkt hatte sich Martina Koners-Kannegießer (CDU) ausdrücklich vergewissert, dass das Schulgebäude nicht aufgestockt wird. So hatten es die ersten Plankonzepte vorgeschlagen – was indes verworfen wurde. Die Zuwege zur Grundschule kommen im Norden von der Ensisheimer Straße, außerdem aber auch im Westen von der Paracelsusstraße.

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Neue Gehölzfläche für die dortigen Vögel

Gorgol schilderte außerdem, was im Planungsbereich zum Schutz der Natur beziehungsweise der Landschaft unternommen wird. Gehölzrodungen dürfen nur außerhalb der Brut- und Aktivitätszeit von Vögeln und Fledermäusen geschehen. Beleuchtungsanlagen sollen möglichst wenig stören. Grünflächen sollen insektenfreundlich gepflegt werden.

Der bestehende BZM-Parkplatz an der Ensisheimer Straße soll für den dritten Grunschulstandort nach Westen erweitert werden. Hier ist die ...
Der bestehende BZM-Parkplatz an der Ensisheimer Straße soll für den dritten Grunschulstandort nach Westen erweitert werden. Hier ist die Perspektive vom Parkplatz aus Richtung Westen zu sehen. Bislang säumen dort noch Bäume die Ensisheimer Straße. | Bild: Jörg Büsche

Neu anzulegende Grünflächen sollen mit „gebietsheimischen“ Hecken und Sträuchern bepflanzt werden – dazu zählen etwa Schlehe, Schwarzer Hollunder oder Hainbuche. Und den Lebensraumverlust der auf dem Baugelände ansässigen Vögel gilt es durch eine 1250 Quadratmeter große neu anzulegende Gehölzfläche auszugleichen.

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Lärmzunahme für Wohngebiet soll gering bleiben

Untersucht wurde auch, mit welchen schalltechnischen Belastungen für die Nachbarschaft des Schulgebäudes zu rechnen ist, in der westlich angrenzend ein Wohngebiet ist. Gorgol sprach von einer nur geringen Lärmpegelzunahme. Die liege aber immer noch unter den entsprechenden Grenzwerten. Es werde eine Zunahme geben, auch bedingt durch Bring- und Hol- sowie Anlieferungsverkehr. Die sei aber vertretbar, so der Planer.