Die Markdorfer Jugend wünscht sich Plätze, an denen sie sich ungestört treffen kann. Erste Ideen und drei mögliche Plätze – zwei in Markdorf-Süd, einer im Stadtpark – haben die Jugendlichen im Technischen Ausschuss vorgestellt, nun geht es in die Umsetzung. Jacqueline Leyers, Architektin im Markdorfer Stadtbauamt, hat sich einige Gedanken gemacht und die ersten Anträge gestellt. „Es muss noch einiges mit dem Landratsamt geklärt werden“, sagt Leyers auf SÜDKURIER-Anfrage. „Wahrscheinlich können wir im Stadtpark noch in diesem Jahr locker aufgestellte Bänke platzieren.“

Im Stadtpark bietet sich diese Fläche als Treffpunkt an.
Im Stadtpark bietet sich diese Fläche als Treffpunkt an. | Bild: Okon, Aaron

Erster Aufenthaltsort könnte noch 2021 umgesetzt werden

Jacqueline Leyers ist in Gesprächen mit dem Landratsamt, ob und wie für diesen Standort aus naturschutzrechtlichen Gründen Ausgleich geschaffen werde müsse. Sobald sie grünes Licht bekomme, könne diese Aufenthaltsfläche umgesetzt werden. „Mülleimer werden wir dort auch aufstellen. Eine Überdachung ist grundsätzlich geplant, aber die hängt vom finanziellen Budget und den aktuellen Holzpreisen ab und wird 2022 umgesetzt“, erklärt Leyers.

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Die beiden anderen Standorte liegen im Markdorf Süden. Dort werde in diesem Jahr nichts mehr passieren. „Es wird dort in jedem Fall auch eine Überdachung geben und auch für diese Standorte werden wir einen Ausgleich schaffen müssen“, sagt Leyers. „Die Anträge dafür stellen wir jetzt, sodass bis Ende des Jahres klar ist, was wir dort 2022 umsetzen können.“

Jugendliche möchten die Orte „grün“ gestalten

Ida Knecht, eine der Initiatorinnen des Jugendplatzprojekts, kann sich gut vorstellen, dass der Ausgleich in Form von Geldzahlungen oder Baumpflanzungen erfolge. „Wir würden lieber Bäume pflanzen und wenn möglich gleich bei den Plätzen“, so die Schülerin. Ziel sei es, die Orte „grün“ zu gestalten, sowohl was die Bäume, eine eventuelle Begrünung des Sichtschutzes und die Beleuchtung angehe. „Angedacht ist eine Beleuchtung, die sich selbst über Sonnenkollektoren speisen kann, da an keinem der Standorte Stromanschluss existiert“, erklärt Knecht ein mögliches regeneratives Beleuchtungskonzept.

Auch über ein Behältnis zum Sammeln leerer Trinkflaschen hat man nachgedacht und es soll geprüft werden, ob an den Standorten Wlan eingerichtet werden kann, ergänzt Jan Münzer, Jugendbeauftragter der Stadt Markdorf.

Ein weiterer Platz liegt südöstlich vom Bildungszentrum.
Ein weiterer Platz liegt südöstlich vom Bildungszentrum. | Bild: Okon, Aaron
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Neue engagierte Jugendliche werden gesucht

Jacqueline Leyers wartet nun die Verfahren ab, macht sich zwischenzeitlich einige Gedanken, wie die Plätze umgesetzt werden können und möchte sich dann im November bei einem neuen Termin mit den Jugendlichen abstimmen. „Ich finde das Engagement der jungen Leute herausragend“, sagt sie. „Super, dass sie so engagiert sind.“

Die Gruppe der jugendlichen Mitstreiter hat sich zwischenzeitlich etwas verkleinert, da zwei von ihnen zur Ausbildung und zum Studium aus Markdorf weggezogen sind, erklärt Jugendbeauftragter Jan Münzer die personelle Situation des informellen Jugendgemeinderats. „Außerdem machen zwei Jugendliche nächstes Jahr ihr Abitur, sodass sie sich zeitlich weniger engagieren können.“ Eigentlich hätte das Gremium bereits im vergangenen Jahr gewählt werden sollen – das Projekt wurde dann aufgrund der Corona-Pandemie auf Eis gelegt.

Jan Münzer, Jugendbeauftragter der Stadt.
Jan Münzer, Jugendbeauftragter der Stadt. | Bild: Sonja Ruess
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Wahl zum Jugendgemeinderat im Winterquartal möglich

Ida Knecht kündigt für das Winterquartal 21/22 die Wahl zum Jugendgemeinderat an. „Es gehört zu unseren Aufgaben, die Wahl zu organisieren, aber im Moment haben wir noch nichts publik gemacht. Daher konnte sich auch noch niemand offiziell als Kandidat aufstellen lassen“, erklärt sie das Prozedere.

Im Bekanntenkreis hätten schon ein paar Jugendliche Interesse bekundet. „Wir werden den neu gewählten Jugendgemeinderat auf alle Fälle bei den Jugendplätze eine Weile begleiten und betreuen“, versichert Knecht. Sie selbst fand den bisherigen Prozess der Ideenfindung, Recherche, Planung, Abstimmung interessant, aber jetzt geht es richtig los. „Darauf freue ich mich sehr“, sagt sie.