Der geplante Start des Jugendgemeinderates, dessen Wahlen vom 20. bis 29. November hätten stattfinden sollen, ist bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Darüber informierte Bürgermeister Georg Riedmann öffentlich den Gemeinderat am Dienstagabend.

Wollen gemeinsam weiter am Projekt Jugendrat mitarbeiten und waren am Dienstagabend auch im Gemeinderat mit dabei (von links): Verena Maurer (15), Max Krüger (17), Hasret Cicek (18), Linda Staerke (17), Ida Knecht (18) und Hannah Satow (17).
Wollen gemeinsam weiter am Projekt Jugendrat mitarbeiten und waren am Dienstagabend auch im Gemeinderat mit dabei (von links): Verena Maurer (15), Max Krüger (17), Hasret Cicek (18), Linda Staerke (17), Ida Knecht (18) und Hannah Satow (17). | Bild: Helmar Grupp

Die Wahl soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden

Nun soll der Jugendgemeinderat als informelle Runde an den Start gehen, das Konzeptteam der Jugendlichen in Kontakt mit den Ratsfraktionen treten und unterdessen die Wahl für einen späteren Zeitraum vorbereitet werden. Gegenüber dem SÜDKURIER äußerten die Jugendlichen am Rande der Ratssitzung die Hoffnung auf einen Start des Jugendrates zum Beginn des neuen Schuljahres.

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Immense schulische Anforderungen durch Corona

Der städtische Jugendbeauftragte Jan Münzer hatte im Vorfeld den Stadträten bereits den neuen Sachstand mitgeteilt. Man sei zwar mit vielen Jugendlichen in Kontakt gekommen, es habe sich aber abgezeichnet, dass sich nicht genügend Jugendliche zur Wahl aufstellen lassen würden, sagte Münzer im Rat. Nun müsse man abwarten, ob es mit einem längeren zeitlichen Vorlauf klappen könne.

Linda, Johannes, Luca und Wenz diskutieren mit Stadtrat Jonas Alber und Bürgermeister Georg Riedmann (von links) bei einem Treffen im November 2019 über die mögliche Jugendbeteiligung in der Stadt.
Linda, Johannes, Luca und Wenz diskutieren mit Stadtrat Jonas Alber und Bürgermeister Georg Riedmann (von links) bei einem Treffen im November 2019 über die mögliche Jugendbeteiligung in der Stadt. | Bild: Jörg Büsche

Gründe mögen laut Münzer die aktuellen schulischen Unsicherheiten aufgrund der Corona-Krise sowie der immense zusätzliche Aufwand für die Jugendlichen im Zuge des immer wieder angesetzten Home-Schoolings sein. „Die Anforderungen im schulischen Bereich sind derzeit extrem hoch“, sagte Münzer. Dazu passe auch, dass sich die in die bisherige Planung eingebundenen Jugendlichen aufgeschlossen für ein zunächst flexibleres Modell zeigen würden. Zudem, so Münzer, habe man in den vergangenen Monaten auch nicht vorausschauend arbeiten können, da man im Hinblick auf die Pandemie nicht wisse, wie es generell weitergehen werde.

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In Fraktionen „hineinschnuppern“

Er finde die Verschiebung „außerordentlich bedauerlich“, sagte Riedmann. Man habe engagierte Jugendliche gewonnen, diesen Draht würde er nur ungern wieder abreißen lassen. Daher sollen die Jugendlichen nun Gelegenheit bekommen, in die Fraktionen „hineinzuschnuppern“. Durch etwa die Teilnahme an Fraktionssitzungen könnten sie ihre Ideen und Vorstellungen bereits den Stadträten näherbringen. Die Sprecher aller Fraktionen äußerten ihre Zustimmung und luden die Jugendlichen ein, sich bei ihnen einzubringen.

Linda Staerke (17): „Ich finde es gut, dass es eine Zwischenlösung gibt und wir Älteren noch daran mitarbeiten können.“
Linda Staerke (17): „Ich finde es gut, dass es eine Zwischenlösung gibt und wir Älteren noch daran mitarbeiten können.“ | Bild: Helmar Grupp

Konzeptteam-Jugendliche zeigen sich weiterhin zuversichtlich

Die Jugendlichen aus dem Konzeptteam, die an der Ratssitzung teilnahmen, befürworten dieses Vorgehen. Je nachdem, wie sich die Corona-Lage entwickele, würde man gerne einen Start zum neuen Schuljahr ins Auge fassen, sagt Hasret Cicek im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Man habe im Konzeptteam konzentriert gearbeitet und könne die ersten Ideen nun schon konkret weiterentwickeln, zeigt sich Linda Staerke zuversichtlich.

Hannah Satow (17): „Wir konnten keine Infoveranstaltungen machen und auch nicht in die Klassen gehen.“
Hannah Satow (17): „Wir konnten keine Infoveranstaltungen machen und auch nicht in die Klassen gehen.“ | Bild: Helmar Grupp

„Ich finde es gut, dass uns der Bürgermeister und die Räte mit diesem Vorschlag entgegenkommen, das ist eine gute Lösung“, sagt Hannah Satow. Riedmann schlug vor, dass er und Mitglieder der Fraktionen sich regelmäßig spätestens alle zwölf Wochen treffen, um sich in informellen Runden mit den Jugendlichen des Konzeptteams auszutauschen.

Ida Knecht (18): „Ich finde es sehr schade, denn es ist wichtig, dass es auch einen formellen Jugendgemeinderat gibt.“
Ida Knecht (18): „Ich finde es sehr schade, denn es ist wichtig, dass es auch einen formellen Jugendgemeinderat gibt.“ | Bild: Helmar Grupp