Es sind beachtliche Zahlen, die das Mehrgenerationenhaus (MGH) Markdorf vorzuweisen hat: 230 bürgerschaftlich Engagierte, 1400 monatlich geleistete Arbeitsstunden und 13 000 Euro monatlich gebundenes Sozialkapital für das Gemeinwohl, "wenn man das auf den Mindestlohn umrechnen würde", veranschaulichte Waltraud Zeller-Fleck bei der MGH-Hauptversammlung.

Der Vereinsvorstand (hinten, von links): Rudolf Glöggler, Marco Fandel, Berthold Bailer, Karl Werkmeister. Vorn, von links: Christa Emmans, Doris Kiefer, Marlene Riederle und Susanne Bosch.
Der Vereinsvorstand (hinten, von links): Rudolf Glöggler, Marco Fandel, Berthold Bailer, Karl Werkmeister. Vorn, von links: Christa Emmans, Doris Kiefer, Marlene Riederle und Susanne Bosch. | Bild: Helga Stützenberger

Angebote sollen sich gesellschaftlichen Bedürfnissen anpassen

Vereinsvorsitzender Rudolf Glöggler betonte: "Der Sinn des Vereins ist die Unterstützung in allen Bereichen des Lebens, auch dann, wenn vom Staat kein Geld mehr da sein sollte." Als Beispiele nannte er den "Altersgroschen" als Zuschuss für in Altersarmut Lebende oder die Aktion "Osternestfreude" in Zusammenarbeit mit den Soroptimisten. Waltraud Zeller-Fleck fügte an: "Unsere Arbeit verändert sich mit der Gesellschaft und mit der steten Frage, was sich gerade bewegt."

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Café der Sprachen verändert Öffnungszeiten

Christa Emmans bedauert den Umstand, dass im von ihr geleiteten Café der Sprachen zu wenig Bewegung und Austausch stattfinde. Doch was ist der Grund? "Die Uhrzeit ist für viele zu spät", zeigte sich die Beisitzerin überzeugt.

Gerade in den Wintermonaten sei der Termin von 20 bis 21.30 Uhr eindeutig als Hemmschwelle zu bewerten. Viele wollten zu dieser Uhrzeit ihre eigenen vier Wände nicht mehr verlassen. Renate Hold, Leiterin des Familienforums, hatte eine Lösung parat.

"Daran lässt sich ganz einfach drehen, denn wir sind hier absolut flexibel", sagte sie. Also wurde beschlossen, dass das Café der Sprachen ab April ab 19 Uhr stattfinden wird.

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Karl Werkmeister über das Reparatur-Café: "Leute laufen uns die Bude ein"

Das Reparatur-Café erhält großen Zuspruch, wie Karl Werkmeister berichten konnte. Aufgrund der vielen Besucher, die jeden Dienstag kommen, werde oftmals der Platz im Haus knapp. Seit nunmehr fünf Jahren ist dieses Angebot fester Bestandteil. "1500 Reparaturen wurden bislang durchgeführt mit einer Erfolgsquote von 70 Prozent", erzählte Werkmeister. "Die Leute laufen uns mittlerweile die Bude ein."

Der Trend, unter Anleitung Dinge selbst zu reparieren, halte an. Um die Nachfrage zu bedienen, werden deshalb mit Willi Schuster und Marco Fandel zwei weitere Helfer das Reparatur-Café tatkräftig unterstützen.

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Räumlichkeiten sind zu klein

Größtes Problem sei laut Karl Werkmeister der Platzmangel: "Wir brauchen dringend mehr Fläche, und wir benötigen zusätzlich einen ruhigeren Raum." Funktioniere der CD-Spieler endlich wieder, freue das zwar die Besitzer.

Der Uhrmacher werde durch die Musik jedoch bei seiner Arbeit gestört. "Wir sind am Raumlimit", sagte Renate Hold. Sie zog deshalb in Erwägung, in die Kreativwerkstatt auszuweichen oder einen anderen Tag mit Öffnungszeiten anzubieten.

PCs und Möbel finden zu wenige Abnehmer

Von Platzproblemen berichtete auch Marco Fandel, der den Möbel-Kreisel betreut. Das Lager sei voll. "Wir können nichts mehr annehmen, wir sind voll bis unter die Decke", sagte er. Die Nachfrage nach gebrauchten Möbeln sei deutlich zurückgegangen, was seines Erachtens daran liege, dass weniger Flüchtlinge in die Region kämen.

Beim PC-Kreisel ist die Situation ähnlich, sagte Dietrich Brandt: "Das Lager ist knüppeldick voll, während die Nachfrage in den vergangenen Monaten deutlich nachgelassen hat." Er machte darauf aufmerksam, dass er nicht nur alte elektronische Geräte annehme, sondern auch bei PC-Reparaturen behilflich sein könne.

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Verein plant Handwerkerführerschein für Alleinerziehende

Der Verein hat sich auch dieses Jahr wieder viele Projekte vorgenommen. So soll am 6. April ein Handwerkerführerschein für Alleinerziehende angeboten werden. Verschiedene Gruppen beschäftigen sich mit Themen wie Sanitär, Elektronik oder Holz. Unter fachkundiger Anleitung sollen die Teilnehmer Hilfe zur Selbsthilfe erhalten.

Teilnahme am Projekt "Demokratie leben!"

Waren es in den vergangenen drei Jahren Familien, die im Fokus des Projekts "Freizeitangebote für Kinder mit Fluchterfahrungen" standen, so hat das MGH für 2019 einen Antrag für eine Teilnahme am Bundesprogramm "Demokratie leben!" gestellt. Wird dem Antrag auf 2500 Euro stattgegeben, soll zusammen mit Jugendlichen ein Prozess angestoßen werden vor der Frage: Was ist eigentlich Demokratie?

Tauschbörse bietet nicht nur Materielles

Nicht mehr in den Kinderschuhen, sondern in der aktiven Planung steckt das Projekt "Marktplatz Gute Geschäfte". Am 26. Juli soll diese besondere Form einer Tauschbörse erstmals in der Markdorfer Stadthalle stattfinden. So soll es dort nicht nur materielle Dinge geben, auch mit Dienstleistungen und kreativen Ideen können sich alle Interessierten beteiligen.