Frau Stützenberger, Sie nehmen drei Mal die Woche Musikunterricht, spielen in einer Band und haben bei mehreren Musicals mitgewirkt. Wie schaffen Sie es so viel Musik in Ihren Alltag als Studentin unterzubringen?

Ich studiere Lehramt für die Sekundarstufe 1 und meine Fächer sind Musik und Englisch. Von daher gibt es für mich keine Probe, in der ich nichts lerne. Mal ist es etwas über Dynamik, mal über Rhythmus und mal über Musiktheorie. Außerdem habe ich auch mehrere musikpraktische Prüfungen in meinem Studium.

Wie hat Ihre Leidenschaft für die Musik angefangen?

Das begann mit vier oder fünf Jahren. Wir hatten eine Nachbarin, die Klavier gespielt hat. Mich hat das damals sehr fasziniert. Als ich elf Jahre alt war, habe ich gehört, wie sie das Stück "Für Elise" von Beethoven gespielt hat. Ich fand das so schön, dass ich sie gebeten habe, mir zu zeigen, wie man das Stück spielt. Meine Nachbarin hat mir dann erklärt, dass das noch viel zu schwer für mich ist und mir stattdessen "Bruder Jakob" beigebracht. Als ich das nach einmal Probieren bereits konnte und langweilig fand, hat sie mir dann doch die Noten von "Für Elise" gegeben. Sie hatte auch ein altes Keyboard, das ich zum Üben mit nach Hause nehmen durfte. Ich habe es bei mir ins Zimmer gestellt, fleißig geprobt und ihr zwei Wochen später "Für Elise" präsentiert.

Mittlerweile haben Sie sich durch ihre Studienwahl dazu entschieden, ihr größtes Hobby zu ihrem Beruf zu machen. Haben Sie keine Angst, dass Sie dadurch den Spaß daran verlieren?

Nein, überhaupt nicht. Ich liebe es, anderen Menschen etwas beizubringen und freue mich zu sehen, dass jemand anderes etwas von mir lernt. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, Lehrerin zu werden. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass guter Musikunterricht auch unmusikalischen Kindern Freude bereiten kann, wenn man es richtig angeht.

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Müssen Sie sich manchmal zum Üben und Lernen zwingen?

Ja, auf jeden Fall. Es kann zum Beispiel auch passieren, dass ich den ganzen Morgen am Klavier sitze, eigentlich eine Mozart-Sonate üben sollte, und dann doch nicht das Stück gespielt habe, dass ich hätte üben sollen. Ich muss aber auch zugeben, dass ich dadurch, dass ich im Studium gezwungen bin, klassische Stücke zu spielen und zu singen, gemerkt habe, wie viel Spaß mir auch die Klassik macht.

Sie stehen oft auf der Bühne. Haben Sie Lampenfieber?

Das kommt darauf an. Ich weiß, dass das unlogisch klingt, aber wenn die Generalprobe schlecht lief, dann glaube ich daran, dass der Auftritt gut wird und bin schon mal weniger nervös, als wenn bei der Generalprobe alles glatt läuft. Außerdem nimmt mir guter Zuspruch immer den Druck. Meine Gesangslehrerin Margit Koch-Schmidt hilft mir beispielsweise sehr. Wenn ich auf der Bühne stehe, sind dann die ersten fünf Zeilen der Horror und danach läuft es.

Sie schreiben auch selbst Songs. Was inspiriert Sie dazu?

Meist meine Erfahrungen mit anderen Menschen, mein Glück und mein Unglück. Es gibt Zeiten, in denen schreibe ich einen Song nach dem anderen und dann wieder lange nichts. Bei mir muss etwas im Leben los sein, damit ich schreiben kann. Ich bin jemand, der sich sehr viele Gedanken macht und irgendwann dachte ich mir: Warum machst du da nicht mal einen Song draus? Allerdings hat es einige Anläufe gebraucht, bis es mit dem Schreiben funktioniert hat. Dafür finde ich meinen ersten Song jetzt aber auch am besten.